Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 7. Oktober 2017 sutton-images.com
Valtteri Bottas  - Mercedes - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 7. Oktober 2017
Valtteri Bottas  - Mercedes - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 7. Oktober 2017
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Valtteri Bottas  - Mercedes - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 7. Oktober 2017 64 Bilder

Mercedes-Diva fliegt wieder

Hamilton zerstört die Konkurrenz

In Malaysia war Mercedes noch dritte Kraft, sieben Tage später einsame Klasse. Lewis Hamilton zerstörte mit der schnellsten Suzuka-Runde aller Zeiten die Konkurrenz. Valtteri Bottas hätte die erste Startreihe in Silber fast komplettiert.

Heute so, morgen so. Mercedes überrascht sich und die Konkurrenz jedes Mal aufs Neue. Die Ausschläge sind monumental. In Malaysia waren die Silberpfeile vom Speed her die dritte Kraft. In Suzuka konnte ihnen keiner das Wasser reichen. Gemäß der Einschätzung von Teamchef Toto Wolff. „Wenn alles passt, hat unser Auto das größte Potenzial.“

An diesem 7. Oktober passte alles. Das Setup, das Reifenfenster, die Temperaturen, das Gripniveau auf dem Asphalt, der Abtrieb, den diese Achterbahn im Honda-Land verlangt. Dazu kam ein Lewis Hamilton in Hochform. Der Engländer stand zwar zum 71. Mal auf der Pole Position, aber es war seine erste in Suzuka. „Ich hatte hier noch nie ein so gut ausbalanciertes Auto wie heute. Die Abstimmung wurde im Verlauf des Trainings immer besser. Früher habe ich oft die Richtung verloren.“

Aus Malaysia-Analyse viel gelernt

Die Mercedes-Piloten kamen von der ersten Trainingsrunde an mit der Strecke zurecht. „Wir haben eine gute Analyse betrieben und wissen, warum wir hier schneller sind als letzte Woche“, erklärte Hamilton. Mehr ins Detail wollte er nicht gehen. Niki Lauda schüttelte den Kopf: „Gar nix wissen wir. Diese Reifen kapiert doch keiner. Wir waren im Fenster, und schon hat alles gepasst.“

Toto Wolff war mehr auf der Linie seines Fahrers. „Wir scheinen aus schlechten Tagen zu lernen. Wir haben die Daten gecheckt, die richtigen Schlüsse daraus gezogen und auf dieser Basis das Setup optimiert.“ Heißt das, dass Mercedes immer erst ein schlechtes Rennen braucht, um dann eine Woche später die Konkurrenz zu demolieren? Wolff lächelt. „Bei uns in der Firma gibt es ein Motto. Die Konkurrenz wird die Tage bedauern, wenn es uns schlecht geht. Aber für unsere gute Leistung in Suzuka gelten wohl eher rationale als philosophische Gründe.“

Einen möglichen Grund führt Hamilton an. Es gab wegen des Regens kein zweites freies Training, in dem die Teams normalerweise ihre Rennsimulationen abspulen. „Wir konnten mit dem Auto nicht rumspielen und es schlechter machen. Das Auto war ganz anders und einfacher zu fahren als in Malaysia.“ Das half auch Valtteri Bottas. Der zuletzt leidgeprüfte Finne verlor nur 3 Zehntel auf seinen Teamkollegen.

Bottas mit verbesserter Form

Bottas hätte seinen Mercedes in die erste Startreihe gestellt, doch ein vorzeitiger Getriebetausch verbannt ihn jetzt auf Startplatz 6. Mercedes hatte bei einem Check nach dem GP Malaysia Metallspäne im Öl entdeckt. Laut Wolff kein Problem, das die Fahrer im Rest der Saison beunruhigen müsste. „Jetzt sind Getriebe einer neueren Spezifikation in den Autos.“

Bottas zeigte sich erleichtert: „Das Auto hat von Anfang an funktioniert. Ich konnte mich voll aufs Fahren konzentrieren.“ Dabei machte sich der Blondschopf das Leben selbst schwer. Er setzte seinen Mercedes im dritten Training ausgangs der Spoon-Kurve in die Wand. Dadurch ging Trainingszeit verloren. Im Q1 rödelte Bottas durch das Kiesbett der zweiten Degner-Kurve. „Danach brauchte ich einen Reset. Die Q3-Runden waren nicht ganz perfekt.“ Wolff glaubt, dass der Abstand zu Hamilton geringer ausgefallen wäre, hätte Bottas einen problemlosen Trainingstag gehabt.

Respekt vor Temperaturanstieg am Sonntag

Noch ist der GP Japan nicht gelaufen. Am Sonntag soll es deutlich wärmer werden. Mindestens 25 Grad. Und es wird mehr Gummi, sprich Grip auf der Bahn sein. Das sind theoretisch Ferrari-Bedingungen, aber wie viel kann man in diesem Jahr der Papierform noch glauben? Wenn man das Auf und Ab bei allen Teams als Grundlage nimmt, dann gar nicht.

Hamilton warnte davor, die Ferrari zu unterschätzen. „Sie sind in der Regel im Rennen stärker als im Training. Und morgen wird es wärmer. Das könnte das Bild verändern.“ Hamilton wird sich vielleicht auch an seinen schlechten Start aus dem Vorjahr erinnern. Suzuka gilt wegen seiner bergab führenden Zielgeraden als einer der schwierigsten Starts.

Vettel steht direkt neben Hamilton. Er kann sich diesmal auf keinen Abschirmdienst verlassen. Außerdem ist noch nicht ganz klar, ob der GP Japan ein Einstopp- oder Zweistopp-Rennen wird. Da könnte vielleicht mit dem besseren Reifenverschleiß punkten. Auch Wolff führt den erwarteten Temperaturanstieg am Samstag als möglichen Faktor in Erwägung. „Das schreit doch nach der Schlagzeile: Mercedes hat Angst vor der Hitze.“

Motorsport Aktuell Sebastian Vettel - GP Japan 2017 Vettel klar geschlagen Ferrari hofft auf Sonne

Ferrari wird den verpassten Chancen von Singapur und Malaysia vielleicht...

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