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Mercedes dominiert in Spanien

Trendwende oder Strohfeuer?

Hamilton, Wolff & Bottas - GP Spanien 2018 Foto: Wilhelm 62 Bilder

Mercedes hat in Barcelona den ersten Doppelsieg der Saison gefeiert. Lewis Hamilton gewann im Schongang mit 20 Sekunden Vorsprung. Sind die Silberpfeile zurück zu alter Dominanz. Oder war es nur ein Ausrutscher nach oben?

13.05.2018 Tobias Grüner

Mercedes fuhr mit großen Erwartungen nach Barcelona. Zwei Monate zuvor hatte man hier an gleicher Stelle die Wintertestfahrten dominiert. Umso überraschender kamen dann die Niederlagen zum Saisonbeginn in Australien, Bahrain und China. Selbst beim ersten Hamilton-Sieg in Aserbaidschan musste das Glück mithelfen.

Doch in Barcelona sah die Welt im Lager des Weltmeisterteams wieder rosig aus. Unter den Augen von Konzernchef Dieter Zetsche verpasste man der Konkurrenz eine große Klatsche. Lewis Hamilton fuhr von der Pole Position locker zum zweiten Saisonsieg. Obwohl beim Weltmeister die Motorpower aus Sicherheitsgründen früh runtergefahren wurde, siegte er am Ende deutlich mit 20 Sekunden Vorsprung.

Bottas trotz Problemen auf Rang 2

Teamkollege Valtteri Bottas hatte eine vergleichbare Pace. Doch der Finne machte sich das Leben selbst schwer. Am Start zog Sebastian Vettel dank des Windschattens der beiden Mercedes vorbei am Finnen. Die erste Chance, die alte Reihenfolge wieder herzustellen, wurde beim Boxenstopp verpasst. Die Strategie-Programme sahen Bottas virtuell schon vorbei am Ferrari. Doch ein Problem verzögerte den Reifenwechsel, so dass sich Bottas wieder hinter dem roten Auto mit der Startnummer 5 anstellen musste.

Hamilton & Bottas - GP Spanien 2018 Foto: Wilhelm
Im Ziel konnten Bottas und Hamilton über den ersten Mercedes-Doppelsieg des Jahren feiern.

Doch mit einer cleveren Fahrweise streichelte der Mercedes-Pilot seine Medium-Reifen 47 Runden lang bis ins Ziel. Viel Gummi war wohl nicht mehr auf der Lauffläche. Daraus resultierte, dass die weißmarkierten Pirellis ständig Gefahr liefen, nach unten aus dem Temperaturfenster zu fallen. Dass Bottas auch noch Sprit sparen musste, verschärfte das Problem noch.

Doch trotz aller Probleme hielt Bottas seinen ersten Verfolger Max Verstappen in den Schlussrunden locker auf Distanz. An Vettel war er zwischendurch kampflos vorbeigekommen, weil der Ferrari mit überhöhtem Reifenverschleiß noch einmal an die Boxen abbiegen musste. So konnte am Ende der erste Doppelsieg des Jahres gefeiert werden. Entsprechend euphorisch war die Stimmung bei der Teamleitung.

„Das war ein starkes Wochenende. Unser Auto hat sehr gut funktioniert. Es hat immer das gemacht, was wir wollten. Es hat den Piloten das Vertrauen gegeben, dass sie gebraucht haben“, lobte Toto Wolff seine Ingenieure. Der Teamchef ließ auch durchblicken, dass der Baku-Sieg Lewis Hamilton geholfen hat. „Jeder Fahrer braucht Ergebnisse. Das ist ganz normal. Wir waren bei den Wintertestfahrten das beste Team und dann liegt Lewis in Australien ohne eigene Schuld plötzlich hinter einem Ferrari. Und das auf einer Strecke, auf der man schwer überholen kann. Das muss man erstmal verarbeiten.“

Antwort erst nach Monaco

Hamilton hat also seine alte Weltmeister-Form wieder gefunden. Die Frage lautet nur, ob auch Mercedes wieder zur Dominanz alter Tage gefunden hat. Obwohl die Ingenieure zuletzt intensiv an der Problemanalyse gearbeitet haben, wollte Wolff diesbezüglich noch keine Entwarnung geben. „Wir haben bei den Wintertests schon gesehen, dass uns diese Strecke gut passt. Dazu kamen uns die kühlen Temperaturen entgegen. Die Saison hat gezeigt, dass die Leistungen je nach Strecke und Bedingungen variieren können.“

Bei Ferrari schob man zumindest eine Teilschuld für die krachende Niederlage auf die veränderten Reifen, die Pirelli nach Barcelona brachte. Das konnte Wolff nicht nachvollziehen. „Bei den Wintertestfahrten hatten wir noch die normalen Reifen und da lagen wir sogar noch weiter vor den anderen.“

Doch mit Monaco wartet nun die Achillesferse von Mercedes. Im Fürstentum feierte Ferrari vor 12 Monaten einen Doppelsieg. „Wir waren letztes Jahr auf einem bestimmten Streckentyp nicht so gut, Monaco, Singapur, Budapest. Ich weiß nicht, wie weit das noch in der DNA des Autos steckt. Wir wissen, was letztes Jahr schief lief. Es wird auf jeden Fall eine große Herausforderung. Ich bin mit den Gedanken schon halb in Monaco. Das war keine schöne Erfahrung am Sonntag nach dem Rennen.“

Neuester Kommentar

Den Sieg hat Merc alleine Pirellis Geschenk zu verdanken. Genauso wie die kommenden Doppelsiege in Silverstone und Paul Ricard.

Jar 14. Mai 2018, 06:36 Uhr
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