Lewis Hamilton - Valtteri Bottas - Mercedes - GP Russland 2019 - Sotschi - Rennen Motorsport Images
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Russland 2019 - Sochi Autodrom - Rennen
Vettel - Leclerc - Ferrari - GP Russland 2019 - Sochi Autodrom - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Russland 2019 - Sochi Autodrom - Rennen
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Doppelsieg für Mercedes in Sotschi

Ein Geschenk für Mercedes

Ferrari brachte sich in Russland selbst um den Sieg. Mercedes führte ein Technik-Defekt am Auto von Sebastian Vettel auf die Siegesstraße. Trotz des Doppelsieges geht Mercedes kritisch mit der eigenen Leistung um. Ferrari hatte mindestens ein gleichwertiges Auto.

Bis zur 28. Runde wähnte sich Ferrari auf dem Weg zu einem Doppelsieg. Es wäre der zweiten in Folge gewesen. Bis Sebastian Vettel plötzlich ausrollte. Ein Problem mit dem Hybridsystem legte das Auto mit der Startnummer fünf auf Eis. Vettel parkte seinen roten Rennwagen auf Anweisung seines Teams im letzten Streckenabschnitt. Und veranlasste deshalb die Rennleitung, ein virtuelles Safety Car auszurufen.

VSC hilft Mercedes zum Sieg

Genau darauf hatte Mercedes gewartet. Die Strategen wussten sofort, dass die Stunde geschlagen hat. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas führten den GP Russland zu diesem Zeitpunkt an. Aber nur, weil Ferrari schon einmal zum Reifentausch abgebogen war. Charles Leclerc lag 18,9 Sekunden hinter dem führenden Hamilton und knapp sechs Sekunden hinter Valtteri Bottas. Virtuell führte er das Rennen an. Bei einem Reifenwechsel unter voller Fahrt hätte dieser Abstand niemals für Mercedes gereicht. Leclerc hätte die Führung zurückerobert. Doch das virtuelle Safety Car gab dem Rennverlauf die entscheidende Wendung.

Mercedes wickelte zwei Stopps hintereinander ab, während Leclerc in langsamem Tempo um die Strecke schlich. Unter VSC spart man sich bei einem Reifenwechsel etwa zehn Sekunden. Deshalb behielt Hamilton den Spitzenplatz vor dem verbliebenen Ferrari und Bottas. Es war das Geschenk, dass Mercedes an diesem Tag brauchte, um Ferrari in die Knie zu zwingen. „Wir waren heute maximal gleich schnell“, meinte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. „Wenn man das Glas halbleer sieht, waren wir langsamer. Sowohl in der Qualifikation, als auch im Rennen.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Russland 2019 - Sotschi - Rennen
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Lewis Hamilton jubelte über den neunten Saisonsieg.

Ferrari fliegt vorbei

Es kam, wie angenommen. Am Rennstart waren die Mercedes den roten Raketen mit ihrem Wunder-Motor nicht gewachsen. Sebastian Vettel pfiff bereits vor dem ersten Rechtsknick an Hamilton vorbei. Der Weltmeister musste sich sogar gegen Carlos Sainz wehren. Teamkollege Bottas rutschte hinter den McLaren vom vierten Startplatz auf die fünfte Position zurück.

Mercedes hatte schon vor der Qualifikation einkalkuliert, dass man Ferrari auf eine Runde nicht gewachsen sein würde. Und dass man den 890 Meter langen Sprint nur verlieren kann. Deshalb legten sich die Strategen auf den Medium-Reifen für den Start fest. In der Hoffnung, die weich bereiften Ferrari über die Taktik zu bezwingen.

Es zahlte sich aus. Mercedes machte den goldenen Griff. “Nur auf dem Medium-Reifen konnten wir den ersten Rennteil so lange dehnen. Wir haben auf ein spätes Safety Car gehofft, um davon zu profitieren und an Ferrari vorbeizukommen„, schilderte Wolff. Das virtuelle Safety Car nahm Mercedes genauso gerne an.

Ferrari überbrachte Mercedes dann noch ein weiteres Geschenk. Die Italiener opferten Leclercs zweiten Platz durch einen zweiten Reifenwechsel. Sie wechselten zurück auf den Softreifen, der im ersten Rennteil so prächtig harmoniert hatte mit dem SF90. Und schenkten so den Silberpfeilen eine Doppelspitze, die sie bis zum Schluss verteidigten.

Bottas schirmte den Teamkapitän ab. Trotz des Vorteils von DRS und des Ferrari-Motors fand Leclerc keinen Weg vorbei am Finnen. “Valtteri hat sich in den Kurven ausreichend Abstand verschafft, sodass Leclerc schon zu weit weg war, bevor es auf die Gerade ging„, freute sich der Teamchef. “Er musste zwei, drei Runden durchhalten. Wir wussten, dass dann Leclercs Reifen überhitzen werden.„ Dazu kletterten die Motortemperaturen unter der roten Verkleidung. Der Monegasse war gezwungen, zurückzustecken.

Auswärtssieg für Hamilton

Der Titelverteidiger wurde von der Geschwindigkeit und vom Reifenmanagement des Gegners überrascht. “Wir hatten erwartet, dass der Reifenverschleiß auf den Softs bei ihnen höher ausfällt„, gab Mercedes-Teammanager Ron Meadows zu. Das frühe Safety Car nach dem Unfall von Romain Grosjean half Ferrari, den ersten Stint auszudehnen. Beide Mercedes-Fahrer kämpften hingegen mit ihren Reifen. Es dauerte einige Runden, bis die Medium-Mischung im gewünschten Temperaturfenster war. Erst nach 13 Runden egalisierte Hamilton die Rundenzeiten von Vettel an der Spitze. Der Heppenheimer war bis zu diesem Zeitpunkt schon 6,8 Sekunden enteilt. Hamilton stöhnte im Cockpit: “Die Ferrari sind so ungalublich schnell.„ Teammanager Ron Meadows bilanzierte: “Unser Auto war auf dem weichen Reifen hinten heraus deutlich besser als auf dem Medium.„

Ohne das virtuelle Safety Car hätte Mercedes Ferrari an diesem Rennsonntag von Sotschi wohl nicht geschlagen. Selbst wenn man hinten heraus auf Softreifen Attacke gemacht hätte. Mercedes Plan sah einen langen ersten Rennteil vor und einen Schlusssprint auf dem weichen Reifen. Um mit neuen gegen alte Gummis irgendwie an den roten Autos vorbeizukommen. “Ich denke nicht, dass es geklappt hätte„, meint Wolff. “Wir wären ihnen im Getriebe gesteckt, hätten sie aber nicht überholt.„

Hamilton glückte ein Auswärtssieg. Eigentlich hätte Ferrari das Rennen in Russland gewinnen müssen. Stattdessen holte der fünffache Weltmeister sogar die Maximalpunktzahl von 26 Zählern. Hamiltons garnierte seinen neunten Saisonsieg mit der schnellstene Rennrunde, die vier Zehntelsekunden unter Leclercs Zeit lag. Für den Mercedes-Teamchef hinkt der Vergleich. “Leclerc hatte die schlechteren Reifen, weil er Valtteri so lange hinterherfuhr. Lewis hingen konnte an der Spitze die Reifen schonen„, wirft Wolff an. Die Ingenieure sehen es nicht ganz so. Hamilton habe den Motor im Schongang betrieben.

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Mercedes landete in Sotschi einen Doppelsieg vor Chales Leclerc.

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