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GP Saudi Arabien
Hamilton - Bottas - GP Saudi-Arabien - Jeddah - Qualifikation - Samstag - 4.12.2021 xpb
Max Verstappen - Red Bull - GP Saudi-Arabien - Jeddah - Qualifikation - Samstag - 4.12.2021
Max Verstappen - Red Bull - GP Saudi-Arabien - Jeddah - Qualifikation - Samstag - 4.12.2021
Max Verstappen - Red Bull - GP Saudi-Arabien - Jeddah - Qualifikation - Samstag - 4.12.2021
Max Verstappen - Red Bull - GP Saudi-Arabien - Jeddah - Qualifikation - Samstag - 4.12.2021 40 Bilder

Mercedes zieht in Jeddah den Kopf aus der Schlinge

Mercedes zieht Kopf aus der Schlinge Red Bull schneller, Mercedes glücklicher

GP Saudi-Arabien 2021

Die Qualifikation zum GP Saudi-Arabien erinnerte an den GP Brasilien. Alles sprach gegen Mercedes, und trotzdem stehen Lewis Hamilton und Valtteri Bottas in der ersten Startreihe. Und haben für das Rennen die besseren Karten in der Hand.

Erinnern Sie sich an den GP Brasilien? Lewis Hamilton wurde am Freitag disqualifiziert und musste am Sonntag fünf Startplätze zurück. Valtteri Bottas startete als Zweiter hinter Max Verstappen in den Sprint. Das Ergebnis? Bottas gewann den Mini-Grand Prix am Samstag, Hamilton das Hauptrennen am Sonntag. Und Red Bull sprach von Schadensbegrenzung.

Zwei Stunden vor Beginn der Qualifikation zum GP Saudi-Arabien sah es wieder bitterböse für Mercedes aus. Valtteri Bottas stand ein Motorwechsel ins Haus. Wegen eines Benzinlecks kam ein älteres Exemplar ins Auto mit der Startnummer 77. Lewis Hamilton musste gleich zwei Mal bei den Sportkommissaren antanzen. Die Vorwürfe lauteten auf Missachten doppelt geschwenkter Flaggen und auf Behinderung von Nikita Mazepin im dritten Training.

Der Motorwechsel war rechtzeitig vor dem Q1 abgeschlossen. Abgesehen von Zündaussetzern im Q1 lief alles wie am Schnürchen. "Ich schulde den Mechanikern ein paar Biere", bedankte sich Bottas. Hamilton kam mit einem blauen Auge davon. Freispruch in der Causa gelbe Flaggen. Sie wurden nur weniger als eine Sekunde gezeigt, und das war auch noch ein Fehlalarm.

Eine Verwarnung und 25.000 Euro Strafe für das Team für die Aktion mit Mazepin. Mercedes hatte es versäumt, seinen Starpiloten ein zweites Mal zu warnen, dass der Russe von hinten anflog. "Sie haben es mir gesagt, als er zehn Sekunden hinter mir war. Normalerweise kommt ein zweiter Funkspruch, wenn sich das schnelle Auto auf drei Sekunden nähert", verteidigte sich Hamilton. Er hatte aber auch die Größe, sich bei Mazepin zu entschuldigen. Völlig übersehen hatten die Sportkommissare eine Szene kurz davor. Hamilton hatte Pierre Gasly in Kurve 1 in die Wüste geschickt, weil er es versäumt hatte, in den Rückspiegel zu schauen.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Saudi-Arabien - Jeddah - Qualifikation - Samstag - 4.12.2021
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Lewis Hamilton strahlte über die Pole, während Max Verstappen nach Fahrfehler haderte.

Verstappen verschenkt die Pole

Zu allem Überfluss hatte Red Bull auch noch das schnellere Auto in der Qualifikation. Sergio Perez gewann das Q1. Hamilton fuhr im Q2 nur deshalb die schnellste Runde, weil Max Verstappen sich vorzeitig aus der Jagd nach der Bestzeit ausklinkte. Im Q3 schockte der Holländer die Mercedes-Piloten im ersten Versuch mit einer überlegenen Bestzeit. "Ich hatte Mühe, die weichen Reifen in ihr Fenster zu bringen", bedauerte Hamilton.

Im ersten Versuch fing er einen Quersteher gekonnt ab. Im zweiten legte er den Umständen entsprechend die bestmögliche Runde auf die Bahn. Doch nicht einmal er selbst glaubte, dass die Zeit von 1.27,511 Minuten für die Pole Position reichen würde. Zumal ihm Valtteri Bottas mit einer Runde von 1.27,622 Minuten gefährlich nahekam. Als Verstappen seinen zweiten Versuch startete, sah sich Hamilton in seinen Zweifeln bestätigt. Nach zwei Sektoren hatte der WM-Gegner die Nase um über 0,2 Sekunden vorne. Vor der Kurve waren es drei Zehntel. Dann landete Verstappen in der Mauer. Hamilton gab zu: "Wenn Max die Runde zu Ende fährt, ist er vorne."

Die Idealzeiten demonstrieren, wer auf eine Runde der schnellste Mann auf der Strecke war. Hätte Verstappen alle drei Sektor-Bestwerte in eine Runde gepackt, wäre er mit 1.27,371 Minuten auf dem besten Startplatz gestanden vor Hamilton mit 1.27,479 Minuten, Bottas mit 1.27,622 Minuten und Sergio Perez mit 1.27,800 Minuten. Während die Red Bull-Piloten jeweils drei Zehntel herschenkten, holten ihre Kollegen fast das Maximum aus ihren Autos heraus.

Eine Story, die sich durch die zweiten Saisonhälfte zieht. Auch wenn Teamchef Toto Wolff zugeben musste: "Heute war das Glück auf unserer Seite." Chefingenieur Andrew Shovlin meinte sogar: "Diese erste Startreihe fühlt sich nicht an, als hätten wir sie verdient."

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Saudi-Arabien - Jeddah - Qualifikation - Samstag - 4.12.2021
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Mercedes rätselt: Warum hat Red Bull das schnellere Auto?

Mercedes rätselt über Zeitverlust

Für Red Bull hätte es schlimmer nicht kommen können. Da hat man das schnellere Auto für eine Runde, und dann stehen Verstappen am Start zwei Mercedes vor der Nase, Und diesmal misst der Anlauf in die ersten Kurve nicht wie in Mexiko 810, sondern nur 220 Meter. Dazu kommt, dass Mercedes in den Longruns eine Klasse besser war. "Das muss nichts heißen", warnt Hamilton. "Mir scheint, dass Red Bull seit Freitag viel Zeit gefunden hat."

Er selbst monierte, dass sein Mercedes nicht in Bestform war. "Im dritten Training fühlte es sich eigentlich ganz gut an. Deshalb habe ich das Auto auch nicht mehr angerührt. In acht von zehn Fällen in diesem Jahr habe ich mich hinterher geärgert und gleich in der ersten Runde zu mir gesagt: Hätte ich bloß nichts am Auto geändert. Diesmal war es anders."

Mercedes wurde von Red Bulls Formanstieg überrascht. "Unsere Fahrer waren heute besser als das Auto. Max hätte uns heute um eine halbe Sekunde geschlagen. Nur sein Fehler hat uns in die erste Startreihe gebracht", urteile Wolff ungeschminkt. Die Analyse der Rundenzeiten brachte auch keine Erleuchtung, so der Teamchef. "Wir haben auf den Geraden nichts gewonnen, zuerst in den schnellen und später auch in den langsamen Kurven Zeit liegen gelassen. Das Auto hat untersteuert und übersteuert und es ist in den Kurven gerollt. Ich hoffe, dass es im Rennen anders aussehen wird."

Hamilton zweifelt: "Wir werden im Rennen als Team arbeiten müssen, um Max abzuwehren." Shovlin ist ebenfalls vorsichtig: "Red Bull hat über Nacht Speed gefunden. Wenn sie das auch über die Distanz hinüberretten können, wird es im Rennen eine enge Kiste."

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