Lewis Hamilton - Mercedes - F1-Test - Barcelona - 21. Februar 2020 xpb
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BMW F1 Motor 1986
Honda F1 2005
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Mercedes mit Umwelt-Offensive

F1-Team Ende 2020 klimaneutral

Das Formel-1-Team von Mercedes geht in die Offensive. Bis Ende des Jahres soll der Rennstall treibhausgasneutral sein. Zunächst über den Zukauf von Umweltzertifikaten. Das Team plant, den CO2-Ausstoß bis 2022 zu halbieren.

Das Formel-1-Team von Mercedes geht mit ehrgeizigen Zielen in die Saison. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas sollen den siebten Titel in Folge für die Silberpfeile erringen. In beiden Weltmeisterschaften. Und das Formel-1-Projekt soll bis Ende 2020 klimaneutral laufen. Das gab Mercedes am Dienstag (3.3.2020) bekannt.

Es ist ein ambitioniertes Projekt, das sich im ersten Schritt nur über den Zukauf von Umweltzertifikaten erreichen lässt. Den Ausstoß von Treibhausgasen will Mercedes durch Kompensation nach dem Gold-Standard ausgleichen. Was heißt das genau? Mercedes wird Projekte unterstützen, die nachweislich zur Reduktion von Treibhausgasen führen und gleichzeitig der lokalen Umwelt und den Einwohnern der betroffenen Region helfen. 2018 betrugen die CO2-Emissionen des Rennteams rund 20.000 Tonnen. In zwei Jahren sollen es nur noch 10.000 Tonnen sein. Schrittweise will Mercedes den Ausstoß danach weiter senken.

Mercedes als Vorreiter

Mercedes hat die Zeichen der Zeit erkannt. Der Umweltschutz ist nicht nur jungen Menschen immer wichtiger. Deshalb geht man besser voran, als sich in die Defensive drängen zu lassen. Mit Lewis Hamilton hat man einen Verfechter für Umweltschutz im Cockpit.

Der Weltmeister versucht seinen CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. „Ich habe auf eine pflanzliche Ernährung umgestellt, ich habe meine Reisegewohnheiten verändert und ich habe damit begonnen, meine Flüge klimaneutral auszugleichen. Zudem habe ich angefangen, sowohl Plug-In Hybride als auch vollelektrische Mercedes-Fahrzeuge zu fahren.“

Das Werk in Brackley, wo das Formel-1-Team seinen Windkanal, das Datenzentrum, den Simulator und die Prüfstände unterhält, bezieht seinen Strom bereits aus erneuerbaren Energien. In Brixworth, wo die Antriebseinheit der Formel 1 und der Formel E entwickelt und hergestellt werden, produziere man mehr als die Hälfte der Elektrizität durch Solarkollektoren und Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung vor Ort, schreibt Mercedes. „Bei allen externen Energiequellen hat sich Mercedes High Performance Powertrains im Laufe des Jahres einen Wechsel auf erneuerbare Energien zum Ziel gesetzt.“

Das Formel-1-Team folgt mit seinem Plan, klimaneutral zu arbeiten, dem Konzern. Ab 2022 sollen alle europäischen Mercedes-Werke (Pkw und Vans) CO2-neutral produzieren. Daimler hat sich auf die Fahnen geschrieben, seine Pkw-Neuwagenflotte bis 2039 CO2-neutral aufzustellen. In der Formel 1 nehmen die Silberpfeile eine Vorreiterrolle ein. Bislang hat sich kein Hersteller ein so ambitioniertes Projekt auf die Agenda geschrieben. Doch Mercedes könnte den Anstoß gegeben haben.

Lewis Hamilton - Mercedes - Testfahrten 2020 - Formel 1
Wilhelm
Mercedes und Hamilton wollen beim Umweltschutz vorangehen.

Arbeitsgruppe für Nachhaltigkeit

Die Formel 1 wird sich umstellen müssen. Und die Wende ist bereits voll in Planung. Ab 2021 soll dem Benzin ein Anteil von mindestens 20 Prozent an synthetischen Kraftstoffen beigemischt werden. Dieser Anteil soll in den Jahren danach kontinuierlich erhöht werden. Für Forschung und Entwicklung hat der Motorsportweltverband FIA eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen.

FIA-Präsident Jean Todt hat den Druck erhöht. Der ehemalige Ferrari-Rennleiter weiß, dass die Formel 1 nachhaltige Kraftstoffe brauchen wird, um zukunftsfähig zu sein. Auch die Formel 1 muss die Klimaneutralität anstreben, was bei einem Betrieb, der alle zwei Wochen um die Welt reist, eine Mammutaufgabe ist. Bis 2030 soll die Königsklasse des Motorsports klimaneutral fahren. Doch dem Fußball geht es nicht anders. Da reisen die Vereinsmannschaften und Nationalmannschaften auch um den Globus – mit ihren Fans im Schlepptau.

Die Formel 1 denkt nicht nur an synthetische Kraftstoffe – sogenannte E-Fuels. Es wird auch darüber diskutiert, den Hybridanteil in der Antriebseinheit hochzufahren. Sprich: Es soll mehr elektrische Leistung in das System gespeist werden. Es wäre ein Schritt zu noch mehr Effizienz. Schon heute setzen die Sechszylinder-Turbomotoren mehr als 50 Prozent der Energie im Benzin in Vortrieb um. Bei einer Leistung von rund 1.000 PS für die gesamte Antriebseinheit.

Motorsport die beste Werbung

Mercedes will auch an der Rennstrecke ein Vorbild sein. Es war schon bei den Testfahrten zu sehen. Plastikflaschen und Aludosen gehören im Motorhome der Vergangenheit an. Getränke werden im Hospitality-Bereich nur noch in Gläsern oder Pappbechern gereicht. Einweg-Kunststoff wurde komplett verbannt.

Das Nachhaltigkeitsprogramm kann als der letzte Beweis gelesen werden, dass das Formel-1-Enagegment nicht auf der Kippe steht. Natürlich kostet die Teilnahme an der Königsklasse Geld. Auf der anderen Seite greift ab 2021 ein Budget Cap von 175 Millionen US-Dollar. Und die Erfolge in der Formel 1 bringen einen Werbegegenwert von mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar, wie Mercedes errechnet hat.

Siege auf der Rennstrecke überzeugen potenzielle Kunden. Innovationen wie das „DAS“-System zur Spurverstellung an der Vorderachse unter der Fahrt sind beste Werbung für Mercedes. Wie soll man Ideen und Innovationskraft besser demonstrieren? Eine Woche lang kannte die Motorsportwelt kein anderes Thema.

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