Mercedes fährt zweigleisig

Rosberg büßt für Auspuff-Experiment

Michael Schumacher - Mercedes - Formel 1 - GP USA - Austin - 17. November 2012 Foto: dpa 89 Bilder

Ein Mercedes auf Startplatz fünf, der andere auf Rang 17. Michael Schumacher bekommt in seinem vorletzten Grand Prix noch einmal die Chance auf ein gutes Resultat. Und Nico Rosberg wurde für eine späte Entscheidung bestraft, auf das alte Auspuffsystem zurückzugehen. Er ist im Rennen der Testdummy von Mercedes.

Endlich mal wieder ein Lichtblick für Mercedes. Michael Schumacher geht beim GP USA vom fünften Startplatz aus ins Rennen. So gut war er zuletzt beim GP Italien in Monza (Rang 4) platziert. Im Rennen wurde der Rekordsieger damals Sechster. Das waren seine letzten WM-Punkte in dieser Saison.

Schumi trifft Arbeitsfenster der Reifen optimal

Das gleiche Resultat ist auch beim vorletzten WM-Lauf möglich. Vielleicht sogar mehr. Mit Platz fünf hatte nicht einmal Schumacher gerechnet: "Wir dachten, dass wir gerade so in die Top Ten rutschen. Dass es dann so gut ging, hat mich positiv überrascht."

Die Explosion kam im Q2. Plötzlich unterbot Schumacher seine Q1-Zeit um acht Zehntel. Und im Q3 feilte er noch einmal 0,408 Sekunden weg. "Eine Superrunde von Michael", schwärmte Teamchef Ross Brawn. "Es hing wieder alles an den Reifen. Die harte Mischung war etwas einfacher ins Arbeitsfenster zu bringen. Die weicheren Reifen haben komischerweise etwas länger gebraucht, aber als sie mal da waren, gab es mehr Grip." Und diesen Punkt hatte Schumacher zwei Mal exakt getroffen.

Langsame Aufwärmrunden führen zum Erfolg

Was genau er anders gemacht hat als im freien Training, wollte er nicht verraten. "Zwei Runden davor hat es noch nicht so gepasst. Dann waren die Reifen plötzlich in ihrem Fenster, die Balance hat gestimmt, und man sieht, was dann möglich ist."

Ein Blick in die Abfolge der Runden verrät, was Schumachers Trick gewesen sein könnte. Er ist mit frischen Reifen nicht sofort losgestürmt, sondern hat ihnen zwei relativ langsame Aufwärmrunden am Stück gegönnt. In Q2 waren es eine 1.48,5 und eine 1.49,2-Runde, im Q3 eine 1.51,6 und eine 1.53,2-Runde. Norbert Haug lobte. "Platz sechs war besser als das Auto. Dass Michael die Reifen so hinkriegt und dann das Maximum herausholt, zeigt wie heiß der Junge noch ist."

Alter Auspuff langsamer auf einer Runde

Nico Rosberg machte ein langes Gesicht. Dass er nur auf Platz 17 rangiert, hat technische Gründe. Zwischen dem dritten Training und der Qualifikation entschieden der Fahrer und die Ingenieure wieder auf den alten Auspuff zurückzubauen, den Rosberg am Freitagmorgen zu Vergleichszwecken mit der Coanda-Lösung ausprobiert hatte. "Die Daten haben uns glauben lassen, dass diese Auspuffversion für das Rennen Vorteile bringt. Wir haben nicht erwartet, dass wir uns damit für eine Runde solch ein Bein stellen. Ich hatte null Grip."

Im direkten Vergleich war der Mercedes mit dem alten Auspuff auf eine Runde fast zwei Sekunden langsamer. Das könnte daran liegen, dass beim Coanda-Auspuff die Hinterreifen etwas Wärme vom Auspuff abkriegen, was dem Generieren von Reifentemperaturen half.

Mercedes testet für nächste Saison

Rosberg steht trotzdem hinter der Entscheidung: "Wir wollen für nächstes Jahr lernen. Und wer weiß, vielleicht bringt es uns ja im Rennen tatsächlich die Vorteile, weswegen wir diesen Auspufftyp gewählt haben."

Ross Brawn bestätigt, dass die Entwicklung für das 2013er Auto in Richtung Coanda-Auspuff zielt. "Das ist der Weg, den wir gehen werden. Dazu brauchen wir aber noch mehr Informationen. Auch in Bezug auf die Auswirkungen auf einer Renndistanz. Wir müssen die aerodynamischen Vorteile maximieren und die Nachteile im Bereich der Motorleistung und den Einfluss auf die Temperaturen der Hinterreifen minimieren."

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