Mercedes vs. Ferrari

Regen verhindert Power-Vergleich

Mercedes & Ferrari - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 25. August 2018 Foto: xpb 53 Bilder

Lewis Hamilton stellte seinen Silberpfeil zum sechsten Mal in diesem Jahr auf die Pole Position. Auf den Power-Test zwischen Mercedes und Ferrari müssen wir noch warten. Im Regen wurde der Quali-Modus nicht gezündet.

Drei Mal Regen. In Hockenheim im Rennen, in Budapest und Spa im Training. Und immer hieß der Sieger Lewis Hamilton. Der Wettergott meint es derzeit gut mit dem Weltmeister. Dabei hatte es lange nicht gut ausgesehen für Hamilton. Eigentlich war sein Training so getimt, dass er vier fliegende Runden auf Intermediates hätte fahren sollen. Doch dann unterlief dem Regengott in der zweiten Runde in Kurve 12 ein Fehler. Hamilton ließ in der Schikane fünf Sekunden liegen. Damit wurde die Zeit für zwei weitere Runden zu knapp.

Der Titelverteidiger nutzte den Rest der abgebrochenen Runde seine Reifen zu streicheln und die Batterie zu laden. Aber er hatte nur noch diesen einen Schuss, und das auch noch 45 Sekunden früher als sein WM-Gegner Sebastian Vettel. In dieser Zeit wurde die abtrocknende Strecke nach Aussage der Ingenieure noch mal um zwei Zehntel schneller. Keiner bei Mercedes wollte sich die Pole Position an seine Fahnen heften. „Die Bestzeit geht allein auf das Konto von Lewis.“

Auch bei trockener Bahn nicht ohne Chance

Damon Hill & Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 25. August 2018 Foto: xpb
Hamilton glaubt, dass er auch auf trockener Bahn eine Chance auf Pole Position gehabt hätte.

Hamiltons Ausrutscher zeigte, dass selbst er nicht immer über Wasser gehen kann. „Es war unglaublich schwierig dort draußen. Du hast nie gewusst, wie viel Grip da war. Eine Spur zu spät bremsen, und schon haben die Vorderräder blockiert.“ Hamilton will seine Pole Position nicht allein der Tatsache zuschreiben, dass es nass war. „Ich mache auch auf trockener Strecke einen guten Job.“ Dann ein kleiner Seitenhieb auf Vettel. „Ferrari ist seit einiger Zeit Favorit auf Pole Position und Sieg, aber das heißt nicht, dass sie gewinnen.“

Hamilton gab aber zu: „Das Rennen gegen Sebastian wird extrem hart. Er hatte einen starken Longrun am Freitag, und die Ferrari sind wieder unglaublich schnell auf der Geraden.“ Vor allem vor der Startphase hat der WM-Spitzenreiter Respekt: „Die dauert in Spa bis zur fünften Kurve. Da wird es schwer werden dagegenzuhalten.“

Teamchef Toto Wolff glaubt, dass man Ferrari auch auf trockener Strecke hätte herausfordern können. „Wir wären nicht ohne Chance gewesen. Ich hätte gerne gewusst, wie es ausgegangen wäre.“ Er macht dies auch am Q2-Vergleich fest. Da war Vettel nur um 0,052 Sekunden schneller als Hamilton. Und keiner weiß, wie das Duell ausgegangen wäre, wenn Mercedes und Ferrari im Q3 ihre Motoren aufgedreht hätten. Auch Hochrechnungen helfen da nicht viel.

Ferrari und Mercedes packten Quali-Modus nicht aus

Auch der Vergleich der Sektoren bringt uns nicht entscheidend weiter. Ferrari dominierte zwar die Power-Sektoren 1 und 3, doch wie groß der Anteil der Motorleistung und des gewählten Abtriebs daran ist, lässt sich selbst für die Experten nicht herauslesen. Der zweite Sektor mit seinen zehn Kurven ging so krass an Mercedes, dass man hier von mehr Abtrieb durch größere Flügel ausgehen darf.

Wie viel das wert war und auf den Geraden gekostet hat, ist die Preisfrage. Auch bei der Bewertung der Topspeeds muss man vorsichtig sein. Die einen bekamen Windschatten, die anderen nicht. Hier ein Vergleich zwischen Hamilton, Vettel, Ocon und Verstappen auf trockener Strecke.

Quali GP Belgien: Sektor-Vergleich

Fahrer Sektor 1 Sektor 2 Sektor 3 Top-Speed
Lewis Hamilton 30,217 s (P5) 43,115 s (P1) 28,221 s (P3) 334,6 km/h (P3)
Sebastian Vettel 29,972 s (P1) 43,496 s (P3) 28,120 s (P1) 335,9 km/h (P2)
Esteban Ocon 30,154 s (P4) 44,821 s (P14) 28,327 s (P5) 334,1 km/h (P4)
Max Verstappen 30,421 s (P11) 43,909 s (P5) 28,224 s (P4) 326,8 km/h (P17)

Nach dieser Tabelle nimmt Ferrari den Mercedes im ersten Sektor drei und im letzten Abschnitt ein Zehntel ab. Dafür war der Silberpfeil in den Kurven drei Zehntel schneller. „Das Delta in Sektor 2 blieb über das ganze Training hinweg weitgehend konstant. In den Sektoren 1 und 2 konnten wir immer mehr aufholen, je weiter das Training fortgeschritten ist. Man könnte das so deuten, dass wir von der Power her vielleicht mehr in der Hinterhand hatten als Ferrari. Aber das ist nur eine Mutmaßung, weil wir nicht wissen, wie stark Ferrari im Q3 hätte aufdrehen können“, erzählte ein Mercedes-Mann. Force India-Technikchef Andy Green zog einen Vergleich zu Ferraris Kundenteam HaasF1. „Die haben nach unseren Messungen den Motor im Q2 voll aufgedreht. Und da kam richtig viel Power.“

Bottas will aufs Podium fahren

Valtteri Bottas wurde diesmal bereits im Training als Hamiltons Manndecker eingesetzt. Der Finne sollte sich für alle Fälle auf Soft-Reifen im Q2 qualifizieren und sich bis ins Q3 retten, wo er dann dazu auserkoren wurde, Hamilton Windschatten zu spenden. „Der Regen hat das verhindert. Da können solche Spielchen leicht schiefgehen“, berichtete der Finne, der wegen der Überschreitung seines Motorenkontingents aus der letzten Reihe starten wird. Laut Bottas hat sich der Einsatz des neuen Motors gelohnt: „Der Rennmodus fühlt sich besser an. Über die Quali-Power kann ich leider noch nichts sagen. Aber Ferrari ist so schnell auf der Geraden, dass wir das Upgrade gut gebrauchen können.“

Das Ziel des Finnen ist ehrgeizig: „Ich will auf das Podium fahren, und ich weiß, dass es möglich ist. Wir haben unser Auto voll auf das Rennen abgestimmt.“ Lewis Hamilton hat das Kunststück vor zwei Jahren geschafft. Daran konnte sich Bottas nicht mehr erinnern. Zu der Zeit war der Blondschopf noch ein Williams-Pilot.

Neuester Kommentar

Auch ich habe keinen blassen Schimmer, was GRACHO uns zu mitteilen versucht. Vielleicht kann ihn der Fakt irgendwie befriedigen, dass das zukünftig für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassene Mercedes Hypercar Project One weit über 350 km/h erreichen soll und somit gar schneller wäre, als der Mercedes F1 W09 EQ Power+ auf allen diesjährigen GP-Kursen.
Was das jedoch mit "klasse arbeit" und "Kundenfreundlichkeit" zu tun haben soll, weiß wohl höchstens er selbst. Aber auch das bezweifle ich irgendwie... In diesem Sinne :"bo ey"!

EffEll 26. August 2018, 12:05 Uhr
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