Mercedes vs. Ferrari

Was haben die Upgrades gebracht?

Hamilton vs. Vettel - GP Spanien 2017 Foto: xpb 38 Bilder

Mercedes brachte ein großes Upgrade nach Barcelona, Ferrari ein kleines. Trotzdem waren beide ungefähr gleich schnell. War der ganze Aufwand am Ende umsonst?

Mercedes kam mit viel Gepäck nach Barcelona. Die Ingenieure in Brackley hatten den W08 halb neu erfunden. Neue Nase, neue Deflektoren darunter, neue Leitbleche, neuer Boden, neuer Heckflügel. Und was hatte Ferrari? Modifizierte Leitbleche, ein doppelter T-Flügel, kleine Retuschen am Diffusor. Und mit welchem Ergebnis? Auf eine Runde war der Ferrari schneller. Aber erst nachdem Pirelli die Reifendrücke drastisch gesenkt hatte. Sebastian Vettel hatte die Pole Position schon vor Augen, als ihn der Wind in der Schikane verwehte.

War damit der ganze Aufwand bei Mercedes umsonst? Im Gegenteil. Das Hauptaugenmerk des Monster-Upgrades lag nicht so sehr auf Rundenzeit. Die Ingenieure bezifferten den Gewinn pro Runde auf ein Zehntel. Viel wichtiger war es Mercedes, den Abtrieb stabil über alle Fahrzustände darzustellen. Das erleichtert das Reifenmanagement. Und da hat Mercedes einen großen Schritt nach vorn getan.

Mercedes immer im Reifenfenster

Die Silberpfeile waren vom ersten Training an im Reifenfenster. Und sie hielten die Hinterreifen trotz der hohen Temperaturen und der hohen Belastung in den schnellen Kurven in Schuss. Auf beiden Gummimischungen. Das war eine neue Qualität. Lewis Hamilton schaffte auf den weichen Reifen 30 Runden. Das Rennen verlief im Speedvergleich ausgeglichen. Ferrari war auf den weichen Reifen etwas besser, Mercedes auf den harten.

Das erlaubte es dem Mercedes-Kommandostand, Ferrari auszutricksen. Die beste Taktik bringt nicht viel, wenn das Auto zu langsam ist. Ganz über den Berg sei man aber immer noch nicht, meinte ein Ingenieur: „Bei Valtteri ist der erste Reifensatz nach 22 Runden eingebrochen. Und er war im Vergleich zu Lewis zu langsam. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass sein Auto beim Start beschädigt wurde.“

Vettel vs. Hamilton - GP Spanien - Formel 1 - 2017 Foto: xpb
Sebastian Vettel und Lewis Hamilton kämpften in Spanien um den Sieg. Mit dem besseren Ende für den Mercedes-Piloten.

Teamchef Toto Wolff erkennt einen klaren Aufwärtstrend bei der Lösung des Reifenproblems: „Wir haben jedes Wochenende etwas mehr verstanden. Es macht uns Mut, dass Lewis mit dem letzten Satz so lange konstant schnell fahren konnte.“ Der Österreicher prophezeit aber auch: „Der Rest dieser Saison wird ein brutales Entwicklungsrennen. Wir dürfen weder beim Auto, beim Motor oder dem Verständnis der Reifen nachlassen.“

Nicht mehr Power, sondern längere Laufzeit

Die Philosophie des Aerodynamik-Upgrades von Mercedes lässt sich auch auf den Motor übertragen. Die zweite Motorgeneration war nicht für mehr Leistung ausgelegt. Ziel war, eine längere Laufzeit abzusichern. Die Motorentechniker in Brixworth haben dem M08-Sechszylinder-Turbo all die kleinen Schwachstellen ausgebaut, die bei den Testfahrten und den ersten Rennen aufgetreten waren.

Wie ernst die Lage war, zeigt der Motorschaden von Valtteri Bottas. Die erste Serie von Motor, Turbolader, MGU-H und MGU-K wurde für weitere Renneinsätze als zu großes Risiko empfunden. Die Antriebseinheit kam nur notgedrungen am Samstag wieder ins Auto. Prompt brach eine Turbinenschaufel ab. Bottas muss deshalb die nächsten Wochenenden mit dem Nummer 2-Motor bestreiten. Hamilton hat etwas mehr Luft. Bei ihm wird der Serie 1-Motor in den Freitagstrainings weiter seinen Dienst tun.

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