Valtteri Bottas - GP Österreich 2019 Wilhelm

Mercedes geschlagen

Hitze wird zur Achillesferse

Mercedes reiste als Favorit nach Spielberg. Am Ende waren die Silberpfeile nur dritte Kraft. Das Wunderauto wurde von der Hitze und den langen Geraden ausgebremst.

Zehn Siege hat Mercedes gefeiert. Dann kam Spielberg. Schon im letzten Jahr wurde das Red-Bull-Heimrennen zur Achillesferse für das Weltmeisterteam. Vor zwölf Monaten fielen beide Autos aus. Dieses Jahr schaffte man es immerhin über die Distanz von 71 Runden. Allerdings hatten die Ingenieure am Kommandostand alle Hände voll zu tun, damit nicht wieder vorzeitig Schluss ist.

„Wir hatten von Beginn an mit Überhitzungserscheinungen zu kämpfen“, erklärte Valtteri Bottas. „Immer wenn wir auf ein anderes Auto aufgeschlossen haben oder im Verkehr gefahren sind, mussten wir das Tempo drosseln. Wir konnten das ganze Rennen nicht in unsere leistungsstärkeren Power-Modi schalten.“

Die Temperatur von 34°C im Rennen lag noch leicht über den Werten aus dem Freien Training. Das brachte das Fass bei Mercedes zum Überlaufen. „Wir wussten, dass es ein schwieriges Rennen wird. Aber am Ende war es doch noch schlimmer als erwartet“, gab Bottas zu.

Die Überhitzung führte dazu, dass Bottas und Hamilton nicht so viel Gas geben durften wie sie wollten. „Wir haben die Verkleidungen schon so weit geöffnet wie es ging. Mehr war nicht möglich“, erklärte Teamchef Toto Wolff. „Die einzige Chance, die Temperaturen noch runter zu bekommen, war Lift-and-Coast.“

Lewis Hamilton - GP Österreich 2019
Wilhelm
Der Mercedes litt mehr unter der Hitze als die Konkurrenz.

400 Meter Lift-and-Coast

Nach Information des Österreichers wurden die Piloten zum Teil angewiesen, schon 400 Meter vor dem eigentlichen Bremspunkt vom Gas zu gehen. Bottas erklärt die Tücke dabei: „Der Beginn des Lift-and-Coast wurde während des Rennens immer weiter nach vorne verschoben. Es war nicht einfach, die Bremspunkte zu finden und in einen guten Rhythmus zu kommen.“

Lewis Hamilton wunderte sich: „Ich weiß nicht, warum nur wir heute davon betroffen waren. Die anderen sind das ganze Rennen über Vollgas durchgefahren, so wie es in der Formel 1 immer sein sollte.“ Der Weltmeister hofft, dass Mercedes nicht noch häufiger von dem Problem eingebremst wird. „Es gibt ja zum Glück nicht so viele Hitzrennen. Vielleicht noch Ungarn oder Mexiko.“

Neben dem Hitzeproblem wurde Hamilton auch noch von einem Frontflügel-Schaden ausgebremst. In Runde 27 war der Weltmeister etwas zu heftig über die Kerbs in Kurve 10 gerumpelt. Die Standzeit verlängerte sich durch den Wechsel des Flügels um acht Sekunden. „Das war etwas frustrierend, dass ich mir das Auto beschädigt habe. Dadurch habe ich ungefähr die Zeit verloren, die ich für den Kampf um das Podium gebraucht hätte“, erklärte der Pilot.

Valtteri Bottas - GP Österreich 2019
Wilhelm
Valtteri Bottas rettete im Hintergrund sechs Zehntel Vorsprung vor Vettel ins Ziel.

Bottas rettet Podium ins Ziel

Teamkollege Bottas lag im Ziel nur 3,8 Sekunden vor dem Schwesterauto. Auch im Kampf mit Sebastian Vettel war es ganz eng. Der Heppenheimer kreuzte die Linie sechs Zehntel hinter dem letzten Podiumsplatz. „Er hatte frischere Reifen. Wäre das Rennen noch etwas länger gegangen, hätte er mich wohl bekommen. Aber wir planen unsere Rennstrategie ja für die Distanz von 71 Runden. Und am Ende hat es zum Glück gereicht“, so Bottas.

Bottas konnte dem Ergebnis auch etwas Gutes abgewinnen. „Ich habe wieder drei Punkte auf Lewis aufgeholt. Das ist wichtig. Auch wenn ich natürlich gerne weiter oben auf dem Podium gestanden hätte. Aber immerhin gab es gratis Champagner. Das ist ja immer etwas Positives.“

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