Lewis Hamilton - Mercedes - GP China 2017 - Shanghai - Rennen sutton-images.com

Mercedes gleicht aus gegen Ferrari

„Das ultimative Duell“

Diese Weltmeisterschaft verspricht, ein Duell zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel zu werden. Nach Hamiltons Sieg in Shanghai steht es unentschieden. Das Geheimnis zum Sieg war eine fehlerlose Fahrt.

Diese Weltmeisterschaft zeigt bereits ihr Gesicht. Sie läuft auf das Mega-Duell Mercedes gegen Ferrari, Lewis Hamilton gegen SebastianVettel hinaus. Niki Lauda nannte den wahren Sieger in der Schlacht der Giganten. „Die Autos waren gleich gut. Heute hat uns der Lewis das Rennen gewonnen. Er ist unter schwierigsten Bedingungen ohne eine Zucker gefahren.“ Lauda wartete bereits auf die Eskorte zum Flughafen, als er sein Handy zückte. „Ich muss dem Lewis eine SMS schreiben: Du bist der Größte.“

Gleiches Bild im Training. Auch die Pole Position war bereits auf das Konto des dreifachen Weltmeisters gegangen. „Unser Auto ist zwei Zehntel schneller als der Ferrari. Aber nur wenn Hamilton drin sitzt“, drückte es ein Ingenieur aus. Sonst fahren der Silberpfeil und der Ferrari auf Augenhöhe. Es entscheiden Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage.

Hamilton übte im Winter viele Starts

Zum Beispiel der beste Startplatz. Oder erneut der bessere Start. Im letzten Jahr war Hamilton da noch ein Wackelkandidat. Dieses Jahr hat er sich noch keine Blöße gegeben. Er kam wieder besser aus den Startlöchern als Vettel. Der Sieger des GP China schob es auf harte Arbeit. „Es ist wie bei der Fitness. Du musst trainieren, bis es schmerzt. Auch an den Starts musst du immer und immer wieder arbeiten.“ Hamilton verbrachte viele Stunden im Simulator, um seine Abläufe und Reflexe für den wichtigsten Moment des Rennens zu schärfen.

Diesmal machte Mercedes auch mit der Strategie alles richtig. In der virtuellen SafetyCar-Phase ließ der Kommandostand die beiden Silberpfeile auf der Strecke. „Zu viel Risiko auf der teilweise noch feuchten Strecke mit kalten Reifen abzufliegen.“ Ein echtes SafetyCar zwei Runden später reichte den Strategen die Hand. Sie hätten es aber nicht gebraucht, um Hamilton vor Vettel zu halten. „Vettel lag noch außerhalb des Fensters, in dem er Lewis gefährlich werden konnte. Wir hätten rechtzeitig reagiert.“

Nachdem alle Autos auf Slicks umgerüstet waren, hatte Hamilton 27 Runden lang gute Verbündete. Kimi Räikkönen und die beiden Red Bull hielten Vettel wirksam auf. Als der WM-Gegner freie Fahrt hatte, lag er bereits 10,6 Sekunden zurück. Der Rest des Rennens entwickelte sich zu einem Fernduell, bei dem Vettel dem Mercedes noch bis auf 6,2 Sekunden nahe kam. Eine echte Chance hatte er nie: „Lewis wusste auf jede meiner schnellen Runden eine Antwort.“

Endlich ein Feind in einem anderen Auto

Hamilton stand die Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben. Nachdem er drei Jahre lang den Feind im eigenen Team bekämpfte, hat er jetzt endlich einen Gegner in einem anderen Auto. „Sebastian ist vierfacher Weltmeister und unglaublich schnell. Er treibt mich ans Limit. Siege gegen ihn zählen mehr, weil ich mir nicht den geringsten Fehler erlauben darf. Es ist der ultimative Kampf, der das Gewinnen noch schöner macht.“

Ob Mercedes oder Ferrari das bessere Auto hat, mochte Hamilton nicht sagen. „Die Kälte hat uns geholfen. In Melbourne war es wärmer. Da hatte Ferrari die Oberhand. Bahrain nächste Woche wird zeigen, ob wir daraus gelernt haben.“ Weder Teamchef Toto Wolff noch Außenminister Lauda wollen sich schon so früh festlegen. „Es ist kein Muster erkennbar. Die Bedingungen in Shanghai waren einzigartig.“ Lauda gab aber zu: „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Mega-Duell meinetwegen, aber für meine Nerven sollte es immer so ausgehen wie heute.“

Bottas drehte sich hinter SafetyCar

So gut es für Hamilton lief, so enttäuschend war der GP China für Valtteri Bottas. Der Finne hätte Dritter werden können und wurde nur Sechster. Es ging schon los beim ersten Boxenstopp, bei dem er sich hinter Hamilton anstellen musste und bei dem sein Mercedes vom hinteren Wagenheber fiel. Beim zweiten Reifenwechsel gab es vorne links ein Problem. Insgesamt verbrachte Bottas bei seinen beiden Boxenstopps 56,604 Sekunden in der Boxengasse. Hamiltons Verweilzeit in den Boxen betrug 45,667 Sekunden, nur unwesentlich länger als Vettel, der 45,349 Sekunden in den Boxen verlor.

Der entscheidende Fehler unterlief Bottas aber hinter dem SafetyCar. Beim Aufwärmen der Reifen zwischen den Kurven 10 und 11 rutschte der Rosberg-Ersatz aus. „Ich wollte es besser machen als alle anderen und habe mir dabei selbst ein Bein gestellt. Beim Gasgeben kommt das Heck, ich korrigiere zu viel und drehe mich von der Strecke. Es war ein Anfängerfehler.“ Bottas stürzte dadurch von Platz 5 auf Rang 11. „Dann waren natürlich auch die Reifen erst einmal kalt. Es hat gedauert, bis sie wieder gekommen sind.“

Der Rest des Rennens war eine Aufholjagd. Der neue Mercedes-Pilot kam noch an Kvyat, Alonso, Perez, Magnussen und Sainz vorbei, doch an den Red Bull und Räikkönen bis er sich die Zähne aus. „Fehler können passieren. Dieser wird ihm sicher nicht mehr unterlaufen“, verspricht Lauda. Bottas versucht das Positive zu sehen: „Vom Speed her konnte ich mit Lewis fast mithalten. Ich darf einfach nicht mehr solche Fehler machen.“

Motorsport Aktuell Start - GP China 2017 - Shanghai Rennanalyse GP China 2017 Warum stand Vettel neben der Startbox?

Der GP China bot Taktikspielchen, eine Menge Überholmanöver und gute...

Das könnte Sie auch interessieren
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Singapur - Formel 1 - Donnerstag - 19.9.2019
Aktuell
Ferrari - GP Singapur - Formel 1 - Donnerstag - 19.9.2019
Aktuell
Ferrari - GP Singapur - Formel 1 - Donnerstag - 19.9.2019
Aktuell