Mercedes GP

Brawn will Schumis Erwartung übertreffen

Michael Schumacher Foto: Mercedes 22 Bilder

Michael Schumacher hält den neuen Mercedes noch nicht für siegfähig. Teamchef Ross Brawn will in Melbourne trotzdem die Spitze angreifen. Dazu muss aber das fertige Update-Paket den erwarteten Vorteil bringen.

Wie gut ist der neue Mercedes? Wir werden es erst wissen, wenn das Technikpaket am Silberpfeil komplettiert ist. Wenn Front- und Heckflügel zusammenpassen, wenn der letzte Feinschliff an den Leitblechen gemacht ist, wenn die neuen Bremsbelüftungen an die Radträger geschraubt werden.

Am Freitag (11.3) soll der MGP W02 endlich fertig sein. Das mit viel Spannung erwartete Facelift kam in Portionen und in letzter Minute. Trotz der Absage von Bahrain. "Gib Ingenieuren ein paar Tage mehr Zeit, und sie nutzen sie", lächelt Teamchef Ross Brawn weise. Er kennt das Geschäft.

Keine Ausreden mehr bei Mercedes

An der letzten Verzögerung ist ein Windkanaltest schuld. "Wir konnten mit dem Originalauto nicht vorher in den Kanal", erklärte Brawn. Die Zahlen sind gut. Sehr gut sogar. Unter der Hand hört man von einem Fortschritt von über einer Sekunde. Wenn die Evolution komplett ist. Es gibt nun keine Ausreden mehr.

Brawn ist zuversichtlich: "Bis jetzt kommt alles auf der Strecke an, was die Zahlen versprechen." Schumachers Zeit von 1.22,892 Minuten am Donnerstag ist die Ausgangsbasis für ein Rechenmodell. Der Ex-Champion fuhr die Zeit mit wenig Benzin an Bord und mit den Reifen der Marke soft. Verkehr im letzten Teil der Strecke hat ihn eine halbe Sekunde gekostet.

Schumi zurückhaltend, Brawn angriffslustig

Also fehlen noch drei Zehntel auf die schnellste Runde von Sergio Perez mit der gleichen Reifenmischung. Aber Mercedes rüstet ja auch noch auf. Rennleiter Norbert Haug gab zu bedenken: "Wir müssen aber auch davon ausgehen, dass Kobayashi noch ein bisschen schneller fahren kann als Perez."

Michael Schumacher hält sich noch zurück: "Wir sind noch nicht so stark wie Red Bull, aber das haben wir auch nicht erwartet." Der Rekord-Weltmeister glaubt nicht, dass er in den ersten Rennen ein Siegerauto hat. "Wir werden in Melbourne eine respektable Figur machen. Ich hoffe, wir können Michaels Einschätzung widerlegen", sagt Brawn herausfordernd.

Überraschung in Melbourne?

In den ersten Rennen muss ja nicht unbedingt das schnellste Auto gewinnen. Bei derart vielen Unbekannten, ist eine Überraschung programmiert. "So viele Möglichkeiten, sich zu blamieren, gab es noch nie."

Haug sieht Mercedes im Kampf um Platz drei hinter Red Bull und Ferrari. "Keiner springt auf einmal von Platz vier auf eins. Wichtig ist es, dass wir uns zunächst einmal in die richtige Richtung bewegen. Um Platz drei bewerben sich eine Menge Teams."

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