Mercedes GP

Der Stern leuchtet auch im Quali weiter

Rosberg Formel 1 GP China 2011 Foto: xpb 21 Bilder

Nach der guten Leistung von Mercedes GP am Freitag wurden viele hellhörig. Was die Zeiten aus dem Training wirklich wert waren, wurde im Fahrerlager heftig diskutiert. Im Qualifying ließ Nico Rosberg mit Platz vier Fakten sprechen.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug hatte es immer wieder gepredigt: "Schaut, wie schnell McLaren sich gesteigert hat." Mercedes GP musste sich zwei Grands Prix gedulden, bis in China eine echte Verbesserung zu sehen war. Zwar versetzte das Team mit nur einer Woche zwischen dem GP Malaysia und dem GP China keine Berge, aber zumindest Hügel.

Gehirn-Jogging bei den Ingenieuren

"Wir sind nach dem Grand Prix Malaysia nicht nach Hause geflogen, sondern ich bin hier geblieben, um mit den Ingenieuren nachzudenken", sagt Teamchef Ross Brawn. Das Gehirn-Jogging hat offensichtlich etwas gebracht. In Malaysia trennten Nico Rosberg noch zwei Sekunden von Sebastian Vettels Pole-Zeit, in China war es nur noch knapp eine Sekunde.

"Die Herangehensweise, die wir hatten, war auf die Reifen aus den letzten Jahren gestützt", erklärt Brawn. Mit Änderungen am Setup und zunehmender Erfahrung, geht es jetzt in die richtige Richtung. Nach dem Totalausfall in Australien hinkten die Silberpfeile immer ein paar Schritte hinterher.

Schwäbische Variante von Motorsport

Einen konkreten Grund für die rasche Besserung des maladen Mercedes konnte aber auch Brawn nicht ausmachen. "Wenn man sich die letzten fünf Rennen von letztem Jahr anschaut, haben wir auch nichts geändert, waren aber schneller", sagt er mit einem Grinsen. Haug witzelt: "Wir nennen es die schwäbische Form von Motorsport."

Nico Rosberg hat großen Anteil daran, dass seine Chefs wieder zum Scherzen aufgelegt sind. Sprichwörtlich in letzter Sekunde rettete er sich beim Neustart des Q2 über die Ziellinie und verbesserte sich von Rang zwölf auf neun. In Q3 sahen dann sogar die Ferrari-Piloten blass aus. "Wir haben sicherlich dieses Wochenende einen Fortschritt gemacht", bewertet Rosberg das Ergebnis. "Es geht in die richtige Richtung. Wir sind noch nicht da wo wir sein wollen, können aber zufrieden sein." Ganz zufrieden war er dann aber doch nicht. Der Deutsche hatte in Q3 gebrauchte weiche Reifen aufgezogen. Der Motor lief wegen des Rückenwinds im Begrenzer. Es wäre möglicherweise noch mehr drin gewesen.

Schumacher mit defektem Heckflügel

Das hat sich wohl auch Michael Schumacher gedacht. Er geht am Sonntag zehn Plätze hinter Rosberg ins Rennen. Zunächst vermutete er, ein Fahrfehler hätte seinen Einzug ins Finale ruiniert. Dann stellte sich heraus, dass der Heckflügel mal wieder Mucken machte. "Ich dachte zuerst, ich hätte zu hart gebremst", sagt der siebenmalige Weltmeister.

Legt er wieder einen seiner Raketen-Starts hin, kann er zumindest ein paar Positionen gut machen. Wie es danach aussieht, hängt vor allem von der Rennpace der Silberpfeile ab. Die war zuletzt nicht gerade ermunternd. "Es war dieses Wochenende schon besser", meint Brawn. "Die Long-Runs am Freitag waren nicht schlecht. Wir mussten aber alle weichen Reifen nutzen, um durch das Qualifying zu kommen. Damit haben keine neuen weichen Reifen in der Hinterhand." Im Kampf mit Ferrari dürfte das ein entscheidender Faktor sein, denn die Italiener zeigten sich im Rennen immer stärker als im Qualifying.

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