Michael Schumacher - GP Singapur - 23. September 2011 dpa
Qualifying - GP Singapur - 24. September 2011
Sebastian Vettel - GP Singapur - 24. September 2011
Sebastian Vettel - GP Singapur - 24. September 2011
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Mercedes GP

Rosberg gibt Gas, Schumi spart Reifen

Die Mercedes-Piloten fuhren notgedrungen eine unterschiedliche Strategie. Während Nico Rosberg versuchte, Felipe Massa von Platz sechs zu verdrängen, brach Michael Schumacher seinen letzten Versuch ab. Er sparte lieber einen Satz Reifen.

Singapur ist eine Tortur für die Reifen. Besonders die hinteren Walzen leiden. Das sind die kritischen Rennen für Mercedes. Da stürzte man bei den ersten Saisonrennen gnadenlos ab. Seit dem GP Kanada hat sich das gebessert. Doch in Singapur gibt es Anzeichen, dass Nico Rosberg und Michael Schumacher gerade in der Anfangsphase mit vollen Tanks wieder wie auf rohen Eiern fahren müssen. "Wir wissen nicht, was uns erwartet. Wir wissen nur, dass es hart wird", gibt Teamchef Ross Brawn zu.

Reifen fordern eine "Gratwanderung"

Deshalb gaben die Techniker die Agenda aus, sich wenigstens einen frischen Satz der Marke "supersoft" für das Rennen zu sparen. Nico Rosberg war mit einem Satz der superweichen Reifen durch die ersten zwei K.O.-Runden gekommen. Deshalb konnte er sich im Top Ten-Finale die Attacke auf Felipe Massa leisten. Am Ende fehlten zwei Zehntel.

Es wären mehr geworden, hätte Massa nicht Probleme mit Überhitzen der Hinterreifen in den Sektoren zwei und drei bekommen. Auch Rosberg musste mit seinen Sohlen vorsichtig umgehen. "Es war eine Gratwanderung zwischen angreifen und zurückhalten. Sonst hast du im letzten Streckensektor dafür bezahlt."

Kobayashi bremst Schumi

Michael Schumacher ging mit eineinhalb frischen Sätzen der superweichen Reifen in das Q3. Er zählte im Q2 zu den Fahrern, die ihren Versuch wegen des Unfalls von Kamui Kobayashi abbrechen mussten. "So ein Reifensatz ist nicht so stark vorbelastet wie einer der eine volle schnelle Runde hinter sich hat, aber auch nicht so gut wie ein neuer."

Hätte Schumacher im letzten Qualifikationsabschnitt voll auf den bestmöglichen Startplatz gesetzt, hätte er seinen dritten Satz "supersoft" opfern müssen. Da war ihm der Vorteil einer frischen Reifengarnitur für das Rennen wichtiger. Mehr als Platz sechs wäre sowieso nicht möglich gewesen.

Force India lockt Mercedes aus der Reserve

Trotzdem musste Schumacher im Finale noch einmal ausrücken. Das Team hatte ihm den halb angefahrenen Satz vom Q2 aufgezogen. Schuld an der Extrarunde waren die Force India. Adrian Sutil und Paul di Resta hatten eigentlich gar nicht vor, im Finale eine Runde zu drehen, denn die Mercedes lagen außerhalb ihrer Reichweite.

Trotzdem saßen beide in ihren Autos, als käme gleich das Kommando zum Aufbruch. Kurz vor Torschluss zogen die Force India-Mechaniker ganz hektisch an den Reifenheizdecken. Das lockte auch Schumacher aus der Reserve. "Wenn die doch rausfahren und noch an Michael vorbeiziehen, schauen wir aus wie die Deppen", erklärte Rennleiter Norbert Haug. Kaum war Schumacher losgebraust, gingen bei Force India die Heizdecken wieder drauf. Der Bluff war gelungen.

Mercedes-Update noch nicht sichtbar

Mercedes belegte zwar wie üblich die Plätze sieben und acht, doch die Fahrer rapportierten einen Fortschritt, den das neue Aerodynamikpaket gebracht hat. "Es sieht nur nicht danach aus, weil sich die drei Teams vor uns auch verbessert haben", bedauerte Michael Schumacher. Ross Brawn erwartet erste sichtbare Ergebnisse bei den nächsten Rennen. "Singapur ist nicht der Streckentyp, auf dem aerodynamische Verbesserungen voll durchschlagen."

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Die erste Startreihe gehört Red Bull. Die Verfolger sind frustriert.

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