Ross Brawn verkauft Mercedes GP-Anteile

Mercedes übernimmt F1-Team zu 100 Prozent

Mercedes GP Foto: xpb 22 Bilder

Mercedes wird bis zum Saisonstart in Bahrain die restlichen 24,9 Prozent von seinem Formel 1-Rennstall übernehmen, den man vor 13 Monaten Ross Brawn zu drei Vierteln abgekauft hat. Damit ist der Silberpfeil demnächst zu 100 Prozent ein Silberpfeil.

Der Fahrerlagerfunk ist oft schneller als offizielle Pressemitteilungen. Bei MercedesGP bahnt sich gerade eine Aktienverschiebung an. Bislang gehörten Mercedes und seinem arabischen Partner Aabar 75,1 Prozent des Rennstalls. Teamchef Ross Brawn und vier weitere Mitarbeiter hielten den Rest.

Nun steht Schritt zwei der Übernahme kurz vor dem Abschluss. Beim Saisonstart in Bahrain will man die neuen Besitzverhältnisse klargezogen haben. Ross Brawn und seine Mitstreiter verkaufen ihre 24,9 Prozent an Mercedes und Aabar. Damit ist das Team, das einmal Honda gehörte, und das Ross Brawn 2009 in privater Mission zum WM-Titel geführt hatte, zu 100 Prozent eine Außenstelle des Stuttgarter Autokonzerns und seinen Partnern aus Abu Dhabi. Aabar ist mit 9,1 Prozent auch Großaktionär von Daimler.

Mehr Flexibilität durch Übernahme

Mit dem Abschluss der Übernahme kann man erstmals seit 1955 wieder von einem echten Werkseinsatz sprechen. Das will Mercedes mit dieser Initiative auch nach außen zeigen. Der Erfinder des Automobils steht voll hinter seinem Formel 1-Engagements. Die Übernahme ist aus Sicht von Mercedes ein logischer Schritt. Zwar hatte man mit seinen 75 Prozent bereits die Stimmmehrheit, doch die neue Konstellation schafft mehr Flexibilität.

Bei notwendigen Investitionen muss man die englische Rumpftruppe nicht mehr fragen, ob sie die Kosten gemäß ihrer Beteiligung mittragen wollen. Ein solches Beispiel ist die Entwicklung des Fahrsimulators, der im Jahr 2012 betriebsbereit sein soll. Hochleistungssimulatoren kosten im Bereich zwischen fünf und zehn Millionen Euro, je nachdem wie viel Geld man dafür ausgeben will. Für Kleinaktionäre ist das selbst bei einem Prozent Anteilen eine gewaltige Investition.

Mercedes will nicht auf Ross Brawn verzichten

Mercedes denkt noch weiter. Wenn die Kostenbeschränkungen in den nächsten Jahre greifen, dann kann die Formel 1 ein profitables Geschäft werden. Man muss dann die Gewinne nicht mehr mit anderen Aktionären teilen.

Personell wird sich nichts ändern, auch wenn der Schritt die Gerüchteküche anheizen wird. Was passiert, wenn auch in diesem Jahr der Erfolg ausbleibt? Ist dann auch der Posten von Ross Brawn in Gefahr? Er ist in der neuen Konstellation nur noch ein Angestellter und damit theoretisch einfacher austauschbar. Doch Mercedes will auf die Expertise des Meistermachers nicht verzichten. Sie wissen, dass die Spezialisten für das Rennengeschäft in Brackley sitzen. Und die Experten für Motor und KERS in Brixworth.

Brawn macht Mercedes GP fit für die Zukunft

Ross Brawn kann wegen der klaren Verhältnisse nun viel schneller den internen Strukturwandel im Team vollziehen. Der Rennstall soll für die Zukunft fit gemacht werden, mit schnelleren Entscheidungswegen und personeller Absicherung auf den wichtigen Posten. Der Mann, der Benetton, Ferrari und sein eigenes Team zum WM-Titel geführt hat, will nicht noch im Rentenalter an der Boxenmauer sitzen. Das Renngeschäft soll in zwei, drei Jahren auch dann funktionieren, wenn Ross Brawn zuhause in der Firma dringendere Aufgaben vorfindet und einen Grand Prix auslässt. Der 56-jährige Engländer hat noch einen letzten Ehrgeiz: "Ich gehe nicht, bevor wir mit dieser Mission Erfolg haben."

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