Mercedes hat nicht gespielt

"Jede Sekunde voll gefahren"

Mercedes - Formel 1 - GP Australien 2015 Foto: xpb 91 Bilder

Der Mercedes D-Zug fuhr wie im Vorjahr sein eigenes Rennen. Ferrari folgte mit 34,5 Sekunden Rückstand. Mutmaßungen, Lewis Hamilton und Nico Rosberg hätten mit der Konkurrenz nur gespielt, werden von Teamchef Toto Wolff bestritten: "Die beiden sind jede Sekunde voll gefahren."

Mercedes-Teamchef Toto Wolff war rundum zufrieden. "Autos und Fahrer waren fehlerfrei. Besser geht es nicht." Wolff wirkte fast erleichtert, dass Ferrari im Ziel nur 34,5 Sekunden Rückstand hatte. Nach dem Trainingsergebnis hatten Pessimisten befürchtet, dass die Silberpfeile alle überrunden würden. Und weil sie es nicht gemacht haben, kamen Gerüchte auf, Lewis Hamilton und Nico Rosberg hätten an der Spitze ein Showrennen mit angezogener Handbremse aufgeführt.

Mercedes muss mehr Sprit sparen

Wolff bestreitet diese Mutmaßungen. "Ich kann versichern, dass es bei uns keine Sekunde im Rennen gab, in der nicht voll gefahren wurde. Im Rahmen dessen, was der Benzinverbrauch hergab." Nach internen Berechnungen mussten die Mercedes-Piloten öfter vom Gas als das bei verbrauchskritischen Rennen im Vorjahr der Fall war. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Der Motor hat mehr Power, das Auto mehr Abtrieb und damit auch einen höheren Luftwiderstand.

Nur in einem Punkt räumt Wolff ein, dass Mercedes nicht ans Limit ging: "Der Vorteil unseres Speeds ist, dass wir bei den Boxenstopps nicht auf Anschlag arbeiten müssen." Viel wird auch da nicht verschenkt. Mercedes ließ sich im Vergleich zur Konkurrenz zwei Zehntel mehr Zeit.

Letzte fünf Runden volle Attacke

Zumindest beim Benzinverbrauch ist Ferrari bereits ein ernst zu nehmender Gegner. Sebastian Vettel konnte das gesamte Rennen das Tempo von Felipe Massa im Williams-Mercedes mitgehen. Und der Williams FW37 gilt wegen seines geringen Luftwiderstands als Spritsparwunder.

Melbourne zählt neben Sochi und Bahrain zu den so genannten 100-Kilo-Rennen. Soll heißen: Hier wird der Tank randvoll gefüllt, und man kommt ohne "lift and coast" nicht über die Distanz. "Damit war das Rennen nach dem Start eigentlich für Lewis gelaufen", blickt Wolff zurück. "Mit dem Sprit-Thema im Nacken haben unsere Fahrer mit stumpfen Waffen gekämpft. Lewis war im Verbrauch sogar einen Tick besser als Nico. Er hat sich zu Beginn des Rennens einen Puffer aufgebaut und davon den Rest der Distanz gezehrt."

Die Fahrer hätten unterwegs gerne den Benzinstand des Gegners gewusst, aber sie bekamen keine Antwort. Das hat nichts mit Fairplay zu tun, sondern mit dem Reglement. "Jede Information über andere Fahrer kann als unerlaubtes Coaching ausgelegt werden", erklärt Teammanager Ron Meadows. Hamilton und Rosberg wussten aus der Strategiebesprechnung nur eines. Sie würden während des Rennen so vom Kommandostand geführt, dass sie in den letzten fünf Runden ohne Rücksicht auf den Verbrauch volle Attacke machen durften. Da stieg Rosbergs Rückstand zuerst von 1,6 auf 2,0 Sekunden an, um bis ins Ziel wieder auf 1,3 Sekunden zu schrumpfen.

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