Mercedes-Talente ohne Cockpits

Junior-Programm noch sinnvoll?

Toto Wolff & Esteban Ocon - GP Monaco 2018 Foto: xpb 30 Bilder

Mercedes hat talentierte Fahrer unter Vertrag, aber keine Plätze in der Formel 1 frei. Motorsportchef Toto Wolff stellt deshalb das Junior-Programm in Frage und schlägt ein drittes Auto für die Youngster vor.

Mit Esteban Ocon, George Russell und dem ehemaligen Formel-1-Pilot Pascal Wehrlein hat Mercedes drei junge Fahrer in der Hinterhand. Während der eine mit guten Leistungen bei Force India glänzt, aber wegen Lance Stroll weichen muss, ist der andere noch mit der Formel 2 beschäftigt und der Dritte hofft auf eine Comeback in der Königsklasse. Trotzdem tun sich kaum Chancen für die Drei auf, irgendwo unterzukommen.

Für Esteban Ocon sah es zunächst gut bei Renault aus, doch innerhalb von 48 Stunden habe sich mit der Verpflichtung von Red Bull-Star Daniel Riccardo alles verändert. Russell will offenbar zurzeit keine Trainingssitzungen am Freitag absolvieren, sondern sich ausschließlich auf die Formel 2 konzentrieren. Und Wehrlein gehen die Optionen spätestens dann aus, wenn Mercedes Ende des Jahres den Stecker in der DTM zieht und er keinen Weg zurück in die Formel 1 findet.

Mercedes-Investition zahlt sich nicht aus

Lando Norris & George Russell - GP Österreich 2018 Foto: sutton-images.com
McLaren-Junior Lando Norris hat ein F1-Cockpit bekommen. Für Mercedes-Youngster George Russell sieht es schlecht aus.

„Wir haben drei talentierte Kids mit einem Mangel an Möglichkeiten. Also müssen wir uns entscheiden, was wir in Zukunft machen. Ein Junior-Team ist keine Option. Ich will nicht 80, 90 oder 100 Millionen investieren, nur um die jungen Fahrer zu behalten”, sagt Wolff. “

„Auf der anderen Seite sind sie als Mercedes-Fahrer stigmatisiert, was offenbar nicht die beste Position ist. Wenn wir keine Lösungen finden, stelle ich das Junior-Programm in Frage. Ich werde das am Ende des Jahres mit dem Vorstand und Management besprechen.”

Laut Wolff muss aber auch das ganze System in der Formel 1 hinterfragt werden. Schließlich sagt es viel aus, wenn die Königsklasse des Motorsports statt auf den Nachwuchs wieder auf Bezahlfahrer setzt. Das betrifft vor allem die kleineren Teams.

Wolff bringt drittes Auto ins Spiel

Doch den Großen seien auch die Hände gebunden. “Große Teams gehen keine Risiken mit jungen Fahrern ein. Man kann sagen: das ist langweilig. Wir sollten junge Fahrer in Top-Autos setzen, aber wenn du aufgrund der Lernkurve die Fahrer- oder Konstrukteurswertung verlierst, ist das nicht gerade toll.”

Sein Vorschlag, um das Problem zu lösen: „Ein drittes Auto, verpflichtend mit einem jungen Fahrer für maximal zwei Jahre. Die Kosten wären nicht riesig, das Starterfeld wäre vollgepackt und wir hätten eine fantastische Show.”

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