Valtteri Bottas - Mercedes -  GP Ungarn 2017 - Budapest - Qualifying xpb
Max Verstappen - Red Bull - GP Ungarn 2017 - Budapest - Qualifying
Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Ungarn 2017 - Budapest - Qualifying
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Ungarn 2017 - Budapest - Qualifying
Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Ungarn 2017 - Budapest - Qualifying 42 Bilder

Mercedes kassiert Quali-Niederlage

„Auf Ferrari wartet ein Spaziergang“

Ferrari blockiert die erste Startreihe. Mercedes folgt erst dahinter. Die Silberpfeile geben zu, dass die roten Autos in Ungarn besser aufgestellt sind. Weil der W08 nicht für Kurse wie den Hungaroring geschaffen ist.

Die Mercedes-Serie ist gebrochen. Nach vier Poles in Folge müssen sich die Silberpfeile mal wieder hinten anstellen. Es ist wie in Monte Carlo. Zwei Ferrari stehen nach dem Qualifying vor zwei Mercedes. In der Reihenfolge Sebastian Vettel vor Kimi Räikkönen, Valtteri Bottas und Lewis Hamilton.

Nicht nur das Ergebnis weißt Parallelen auf. Sondern auch das Streckenlayout. In beiden Fällen ist die Durchschnittsgeschwindigkeit gering. Auf beiden Kursen fahren die Teams mit den größtmöglichen Flügeln und satteln maximalen Anpressdruck auf. Sobald das so ist, ist Ferrari besser aufgestellt als Mercedes. „Unser Auto passt mit seiner DNA auf schnelle Strecken. Ferrari ist dagegen auf verschlungenen Kursen besser“, hält Mercedes-Teamchef Toto Wolff fest.

Langer Radstand nicht als Ausrede

Mercedes hat das Auto mit dem längsten Radstand und dem geringsten Anstellwinkel nach hinten gebaut. Das gibt dem Silberpfeil große Stabilität in langgezogenen und schnellen Kurven. Und hilft, ein gesundes Verhältnis zwischen Abtrieb und Luftwiderstand zu finden. Kein Auto ist effektiver als der Mercedes W08. Gesehen in Silverstone, als das Weltmeister-Team die Konkurrenz bügelte.

„Ferrari hat eine andere Philosophie. Sie haben ihr Auto besser für Pisten optimiert, wo maximaler Anpressdruck gefragt ist“, sagt ein Mercedes-Ingenieur. Den langen Radstand will man nicht als Ausrede für Ungarn gelten lassen. „Er hilft uns auf Strecken wie Monte Carlo und Singapur nicht. Aber Ungarn ist ein anderer Kurs, der auch ein paar langgezogene Kurven hat.“

Mercedes akzeptiert die Qualifying-Niederlage. „Zu keinem Zeitpunkt lag die Pole in Reichweite“, sagt Hamilton. Der dreifache Weltmeister erschwerte sich das Leben im entscheidenden Qualifikationsabschnitt durch einen Fahrfehler in der ersten fliegenden Runde. Es war nicht das erste Mal, dass man den 57 fachen GP-Sieger an diesem Wochenende neben der Strecke sah. „Wenn du die Ferrari-Zeiten siehst, gibt du halt 110 Prozent. Aber dann reißt dir irgendwann der Anpressdruck aus“, rechtfertigte Hamilton.

Kein Ass im ersten Versuch

„Der Fehler hat ihn auf dem falschen Fuß erwischt. Von da an ist es unglaublich schwer, wieder in den Rhythmus zu gelangen“, sagen die Mercedes-Ingenieure. Ohne eine Rundenzeit im Rücken ging Hamilton gebremst in den zweiten Anlauf. Weil ihm ein zweites Malheur nicht unterlaufen durfte. Ansonsten hätte ein Startplatz im Mittelfeld gedroht. „Es ist wie im Tennis. Wenn dir beim ersten Aufschlag kein Ass gelingt und du nochmal ran musst, gehst du beim zweiten Aufschlag nicht volles Risiko.“

Valtteri Bottas - Mercedes - GP Ungarn 2017 - Budapest - Qualifying
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Mercedes ist für das Rennen pessimistisch gestimmt.

Die Vibrationen am Reifensatz, die Hamilton vor der letzte Runde beklagte, will er nicht als Ausrede hernehmen. „Das wirkt sich nicht unmittelbar auf die Performance aus. Aber du wirst auf die falsche Fährte gelockt und glaubst, etwas stimme mit der Balance nicht mehr.“ Zum fünften Mal in dieser Saison nimmt der 32-Jährige einen GP hinter dem Teamkollegen auf. Bottas büßte auf Vettels Pole-Zeit zweieinhalb Zehntelsekunden ein. Auf Landsmann Räikkönen sind es nur 86 Tausendstel. Obwohl das Auto mit der Startnummer 77 im letzten Versuch in der Zielkurve zu weit hinausgetragen wurde, glaubt man bei Mercedes nicht daran, dass man wenigstens den zweiten Ferrari hätte knacken können. „Das hat sicher ein paar Hundertstel gekostet. Aber Valtteri hat im Endeffekt das Beste herausgeholt, was für uns drin war.“

Für das Rennen rechnet sich Mercedes im Kampf gegen Ferrari wenig aus. „Auf sie wartet ein Spaziergang“, glaubt Hamilton. „Wir müssen morgen den Schaden begrenzen“, äußert sich Wolff. Auch die Ingenieure malen schwarz. „Ferrari war auch auf den Longruns schneller als wir.“ Niki Lauda meint trocken: „Ferrari ist klarer Favorit. Die erste Startreihe ist der halbe Sieg.“ Bottas gibt sich hingegen kämpferisch. Wenn auch zurückhaltend. „Unsere Longruns am Freitag waren konstant. Die von Ferrari und Red Bull aber auch. Ich glaube, dass wir das Rennen immer noch gewinnen können. Es wird aber sehr schwer.“

Die einzige Chance wartet auf Mercedes vielleicht direkt am Start. Der Weg bis in die erste Kurve ist über 600 Meter lang. „Einer muss rechts ausscheren, der andere links. Dann biegen wir als Erste in die erste Kurve ein“, scherzt der Teamchef. Überholen ist auf dem Hungaroring praktisch unmöglich. „Du musst dafür schon 1,8 Sekunden schneller sein als der Vordermann.“

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