Mercedes macht mobil

Aldo Costa und Geoff Willis verstärken Team

Geoff Willis Foto: Hispania 25 Bilder

Mercedes hat auf die enttäuschenden Ergebnisse der Formel 1-Saison 2011 reagiert. Das Technikbüro heuert zwei rennomierte Konstrukteure an. Ex-Ferrari-Technikchef Aldo Costa und der frühere Honda-Technikdirektor Geoff Willis verstärken das Konstruktionsbüro, das von Bob Bell geleitet wird.

Red Bulls Erfolgsserie fordert die Verfolger heraus. Wer das Designgenie Adrian Newey schlagen will, muss sein Konstruktionsbüro aufrüsten. Ferrari und McLaren haben bereits damit begonnen, ihre Technikertruppe von außen zu verstärken. Jetzt zieht Mercedes nach. Die Teamchefs Ross Brawn und Norbert Haug heuerten zwei Ingenieure mit langer Formel 1-Vergangenheit an. Aldo Costa war bis zum Mai dieses Jahres Technikdirektor bei Ferrari. Der 50-jährige Italiener wird ab sofort dem Bereich Design und Entwicklung vorstehen. Geoff Willis kennt sich in der Fabrik in Brackley bestens aus. Der 51-jährige Engländer kam 2001 von Williams zu BAR und verließ den Rennstall 2006, als er bereits unter der Flagge von Honda fuhr. Dazwischen war Willis noch für Red Bull und Hispania im Dienst. Bei Mercedes soll er die Bereiche Aerodynamik, Fahrdynamik, Kontrollsysteme und Simulation leiten.

Costa kommt von Ferrari

Die Verpflichtung von Aldo Costa lag auf der Hand. Costa war von 1997 bis 2006 Brawns rechte Hand im Technikbüro von Ferrari. Der Ingenieur aus Parma musste nach dem GP Spanien in Maranello seinen Stuhl räumen und wurde durch den früheren McLaren-Ingenieur Pat Fry ersetzt. Ferrari-Chef Luca di Montezemolo reagierte auf die Schmach der Überrundung durch die siegreichen Red Bull. Tatsächlich stand Costa schon vorher unter Beschuss. Man warf ihm vor, bei der Entwicklung zu konservativ gewesen zu sein. Damit wäre er genau der richtige Mann für Mercedes. Das diesjährige Auto scheiterte unter anderem auch daran, dass einige Konstruktionsmerkmale zu gewagt waren. Angefangen vom extrem kurzen Radstand bis zu dem Fahrwerk, bei dem alle vier Aufhängungen hydraulisch untereinander vernetzt sind.

Willis ist ein Mann der Praxis. Er kennt die Abläufe in großen Teams wie Honda oder Red Bull, hat die Formel 1 aber auch vom anderen Ende der Boxengasse aus erlebt. Bei Hispania arbeitete der Engländer mit stark eingeschränkten Mitteln. Er wurde dort übrigens von einem Ex-Kollegen bei Honda abgelöst. Den Job von Willis bei Hispania übernahm Jörg Zander.

Brawn sieht positive Entwicklung

Costa und Willis müssen an Technikdirektor Bob Bell berichten. Die Verpflichtungen sollen Bell in seiner Arbeit entlasten. Der frühere Renault-Technikchef war Anfang des Jahres zu der Mannschaft in Brackley gestoßen, mit dem Auftrag die Strukturen im Team effizienter zu gestalten. Ross Brawn sieht bereits erste positive Anzeichen. "Bob macht den Job, den ich vor ihm ausüben musste. Er ist eine bessere Referenz für seine Mitarbeiter als ich es war, weil er jeden Tag in der Fabrik ist. Ich bin an den Rennwochenenden unterwegs, und kann mich in dieser Zeit nicht so um die internen Abläufe kümmern."

Costa und Willis sollen Bell nun entlassen. Die Verantwortung für die einzelnen Bereiche wird auf drei Schultern verteilt. Für Brawn sind die Neuzugänge entscheidende Bausteine, ein Siegerteam aufzubauen. "Wir haben uns damit in die bestmögliche Position gebracht, das zu erreichen, was wir dem Namen Mercedes schuldig sind."

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