Mercedes mit neuer Nase

Vierten Crashtest endlich bestanden

Mercedes Nase - GP China 2014 Foto: ams 33 Bilder

Endlich ist sie da. Die neue Nase von Mercedes. Eigentlich wollte Mercedes seine ultrakurze Nase schon zu Saisonbeginn bringen. Doch dann fiel sie drei Mal durch den Crashtest. Den vierten hat sie vier Tage vor dem GP China bestanden. Ein kleines Wunder, denn die Nase ist nur 75 Zentimeter kurz.

Wer genau aufgepasst hat, kennt die neue Nase von Mercedes schon. Sie war auf Computer-Grafiken des Mercedes AMGW05 in den jüngsten Erfolgsanzeigen bereits zu sehen. Die wurden Ende November produziert. Da gingen die Techniker in Brackley davon aus, die Saison mit der kurzen Nase zu beginnen. Doch dann gab es Schwierigkeiten. Die FIA erlaubte nicht wie von Mercedes gewünscht, den Mittelteil des Frontflügels aus Auslöser für die Crashtest-Messung anzuerkennen.

Die Messung beginnt laut Statuten erst, wenn die Nasenspitze auf das Hindernis trifft. Doch von dort bis zum ersten Chassis-Schott, auch A-A-Sektion genannt, sind es nur 75 Zentimeter, in der die gesamte Energie vernichtet werden muss.

Das größte Problem war Paragraf 16.2.b)

Experten konnten sich nicht vorstellen, dass Mercedes mit einer so kurzen Nase die Crashtestnormen jemals erfüllen kann. Das Problem dabei ist, dass sich die ersten 15 Zentimeter relativ weich zusammenfalten müssen. Die Verzögerung darf nicht mehr als 10 g betragen. Dahinter geht es ans Eingemachte.

Da erwies sich vor allem der Passus 16.2.b) des Technischen Reglements als großes Hindernis. Der besagt: Die maximale Verzögerung über die ersten 60 Kilojoule absorbierter Energie darf 20g nicht übersteigen. Mercedes trat drei Mal zum Crashtest an und fiel drei Mal durch. Interne Crashtests nicht mitgerechnet. Deshalb musste für den Saisonbeginn um die Nase herum ein hufeisenförmiger Kragen angestückelt werden, der die Forderung des weichen Aufpralls auf den ersten 15 Zentimetern erfüllte.

Mercedes bislang nur mit Nasen-Notlösung

Trotzdem ließen die Techniker in Brackley nicht locker. Immer wieder änderten sie die Zusammensetzung der Karbonstruktur, bis es am Mittwoch, den 16. April endlich klappte. Die Nase bestand den Test im vierten Anlauf. Und kommt bereits beim GP China zum Einsatz.
 
Sie ist so kurz, dass sie vor dem Frontflügel endet. Das verbesserte die Anströmung des Flügels und stört die Luftführung unter dem Auto weniger. "Das Auto lässt sich mit unserer Lösung leichter ausbalancieren", erklärt Projektleiter Aldo Costa.
 
Mercedes hat nicht umsonst so viel Arbeit in die Nase gesteckt. Der Vorteil ist signifikant. Teamchef Toto Wolff erklärt: "Das Auto wurde für die kurze Nase konzipiert. Wir sind bis jetzt also nur mit einer Notlösung gefahren."

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