Nico Rosberg - GP USA 2013 xpb
Sebastian Vettel - Red Bull - Formel 1 - GP USA - 16. November 2013
Vettel-Helm - Formel 1 - GP USA - 16. November 2013
Sergio Perez - McLaren - Formel 1 - GP USA - 16. November 2013
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP USA - 16. November 2013
Nico Hülkenberg - Sauber - Formel 1 - GP USA - 16. November 2013 69 Bilder

Mercedes mit Reifenproblemen

Die Kunst, das Fenster zu treffen

Die Mercedes starten von den Plätzen 5 und 12 in den GP USA. Der große Unterschied zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg zeigt, dass auf der Strecke von Austin der Faktor Reifen eine große Rolle spielt. Es ist eine Kunst, ihn rechtzeitig vorne und hinten in sein Arbeitsfenster zu bringen.

Die Abstände im Qualifying von Austin waren riesig. Red Bull demolierte die Konkurrenz. Lewis Hamilton im schnelleren der beiden Mercedes fehlte eine Sekunde. Vor 14 Tagen in Abu Dhabi hatte er noch die Pole Position auf dem Fuß. Die Autos sind seitdem praktisch nicht verändert worden. Wie also kann es zu den riesigen Abständen bei einer fast identischen Streckenlänge kommen?

Mercedes weiter hinter Red Bull als gewöhnlich

Technikkoordinator Paddy Lowe schiebt alles auf die Reifen: "Wir haben einen sehr glatten Belag und sehr harte Reifen. Da ist es immer schwierig, das Fenster zu treffen, in dem der Reifen perfekt arbeitet. Red Bull ist nicht eine Sekunde schneller als wir. Sie haben nur ihre Reifen richtig angeworfen. Dann profitieren sie in jeder Kurve. Und das verzerrt die Zeitabstände."
 
Lewis Hamilton bestätigt: "Ich war von der Sekunde überrascht. Normalerweise liegen wir innerhalb einer halben Sekunde mit den Red Bull. Aber auf bestimmten Strecken, wo es auf die Reifennutzung ankommt, machen sie etwas anders als der Rest. Wären wir in das Reifenfenster gekommen, wäre der Abstand bestimmt geringer als eine halbe Sekunde gewesen."

Große Unterschiede bei Fahrern vom gleichen Team

Teamchef Ross Brawn geht noch mehr ins Detail. "Bei dieser Konstellation ist es schwierig, alle vier Reifen gleichzeitig in den Zustand zu bringen, in dem sie Grip liefern. Und zwar vorne wie hinten, links wie rechts. Das ist ein hochkomplexes Puzzle, und Red Bull hat es besser gelöst als alle anderen."
 
Mit dem Streckenlayout oder dem Auto an sich hat es wenig zu tun. Ein Indiz dafür ist, dass wir auch unter Fahrern vom gleichen Team große Unterschiede sehen. Beispiel Mercedes. Lewis Hamilton fuhr auf den fünften Startplatz. Nico Rosberg schaffte nicht einmal Q3. Gleiches Spiel bei Ferrari und Williams.
 
Rosberg führte als Entschuldigung an: "Ich habe das Auto zu sehr Richtung Rennen abgestimmt und dabei unterschätzt, wie sehr ich mich dabei für das Training bestrafe. Deshalb habe ich die Reifen nicht in das Fenster gekriegt, in dem sie richtig arbeiten. Hoffentlich ist es im Rennen dafür umgekehrt, und die anderen haben dann ihre Reifenprobleme."

Vom Reifenfresser zum Reifenstreichler

Für Mercedes ist Platz 2 in der Konstrukteurs-Wertung Pflicht. Das wird eine harte Nuss. Lotus ist mit Romain Grosjean und Heikki Kovalainen im Schnitt besser platziert, hat in der WM aber 37 Punkte Rückstand. Die beiden Ferrari stehen direkt hinter den beiden Mercedes. "Ferrari zu schlagen ist am Sonntag die große Aufgabe", mahnt Ross Brawn. Die Roten trennen nur 11 Zähler von den Silberpfeilen.
 
Brawn führt aus: "Lewis hat einen Startplatz-Vorteil gegenüber Alonso. Und Nico hat hoffentlich das bessere Setup für das Rennen. Ganz entscheidend wird sein, wer in den letzten zehn Runden des Stints die schnelleren Runden fahren kann. Es ist schon komisch. Früher haben wir immer gezittert, die Reifen nicht zu überfordern. Jetzt geht unser Mercedes fast zu sanft mit den Reifen um."

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