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Mercedes - V6 Hybrid - Formel 1-Motor 2015
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Mercedes-Kunden müssen warten

Nur zwei Motoren für Singapur

Im WM-Duell zwischen Mercedes und Ferrari zählt jedes Detail. Nachdem Ferrari aerodynamisch aufgerüstet hat, zog Mercedes früher als geplant in Belgien seinen neuen Motor. Die Kundenteams müssen warten oder bekommen alte Spezifikationen.

Das Titelrennen geht in seine Endphase. Ab jetzt zählt jeder Punkt Abtrieb und jedes PS Leistung. Ferrari hat auf seinen schwachen Strecken die Lücke zu Mercedes mit zwei Aerodynamik-Paketen geschlossen. Mercedes wehrte sich in Spa mit dem Debüt des vierten Motors. Die Spezifikation 3.1 war ursprünglich für den GP Japan geplant. Doch unter dem Druck von Ferrari wurde die Entwicklung in Brixworth beschleunigt.

Ferrari dagegen wartet noch auf seinen vierten Motor. Man hört, dass Maranello den erhofften Fortschritt auf dem Prüfstand noch nicht darstellen kann. Deshalb macht es auch keinen Sinn, die neue Spezifikation zu homologieren. Pech für das Kundenteam HaasF1. Der US-Rennstall bekam seine vierte Antriebseinheit schon in Spa. Sie ist vom gleichen Typ wie die dritte. Ferraris letzte Antwort im Motorenkrieg wird HaasF1 nur dann bekommen, wenn das Team einen fünften Motor braucht. Das will man natürlich vermeiden.

Mercedes-Kunden müssen bis Singapur warten

Force India - Formel 1 - 2017
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Nur jeweils ein Auto von Force India und Williams bekommt in Singapur einen neuen Mercedes-Motor.

Doch wurde das Reglement im letzten Jahr nicht so umgeschrieben, dass diese Diskrepanz zwischen Werk und Kunden nicht mehr entstehen kann? Wir fragen FIA-Technikchef Marcin Budkowski. Der klärt auf: „Es gibt diese Regel, doch alles hängt davon ab, wann eine neue Spezifikation bei uns homologiert wird. Ab dem Moment, an dem ein Werk eine neue Spezifikation einsetzt, muss jeder weitere Motor dieser Spezifikation entsprechen. Auch die der Kundenteams. Bekommt ein Kunde seinen vierten Motor, bevor das Werk die letzte Konfiguration abgesegnet hat, dann fährt es mit dem älteren Modell.“

Mercedes macht es umgekehrt wie Ferrari. Erst setzt der Werksrennstall neue Motorenentwicklungen ein, dann kommen die Kunden dran. Williams und Force India müssen den Regeln entsprechend mit der vierten Antriebseinheit die Spezifikation 3.1 erhalten, also jenen Motor, den Mercedes in Spa aus dem Hut gezaubert hat. Doch sie müssen sich noch gedulden. Mercedes konnte in der Woche bis Monza nicht genügend Aggregate für seine Kunden fertigstellen. Und selbst für Singapur reicht es nach unseren Informationen nur zu jeweils einem Exemplar pro Kundenteam.

Williams und Force India können jetzt entscheiden: Entweder nur einer ihrer Fahrer bekommt beim nächsten Grand Prix die stärkste Motorenstufe aus dem Mercedes-Regal, oder sie verzichten ganz. In Singapur kann man auf ein Leistungsplus von 10 PS verzichten. Es ist die Rennstrecke im Kalender, in der Power die geringste Rolle spielt.

Treffen von Cowell und Binotto

Der vorgezogene Einsatz des neuen Mercedes-Motors hatte in Spa zu leichten Verstimmungen unter den beiden WM-Kandidaten geführt. Ferrari soll sich betrogen gefühlt haben, weil Mercedes damit das ab Monza gültige neue Ölverbrauchslimit von 0,9 Liter pro 100 Kilometer umgehen könnte. Für alle Antriebseinheiten, die davor zum ersten Mal eingesetzt wurden, gilt noch die Grenze von 1,2 Litern pro 100 Kilometer.

Eine technische Direktive der FIA vom Juli könnte diesen Schluss zulassen, wenn man sich strikt an die Formulierung hält. Weil von Motoren und nicht Motorspezifikationen die Rede ist. Tatsächlich hatte die FIA anderes im Sinn. So hatte es auch Mercedes-Motorenchef Andy Cowell verstanden. Er erzählte uns in Spa: „Ich gehe davon aus, dass ab Monza auch für uns das Verbrauchslimit von 0,9 Litern pro 100 Kilometer gilt.“ FIA-Rennleiter Charlie Whiting hatte das so bei der letzten Sitzung den Technikchefs auch so erklärt.

Doch Ferrari wurde misstrauisch, als Mercedes plötzlich in Spa mit dem neuen Motor auftauchte. Deshalb trafen sich Andy Cowell und Ferrari-Technikchef Mattia Binotto am Donnerstagabend in Monza zu einem Gespräch im Ferrari-Motorhome. Wir wissen nicht, worum es bei diesem Treffen ging, aber wir ahnen es. Um die Geschichte mit dem Ölverbrauch.

Dünnere Öle für die Qualifikation

Mercedes vs. Ferrari - GP Italien 2017
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Der PS-Vorteil durch die Öl-Regel ist nicht besonders groß.

Da das Debüt des Mercedes Spec 3.1 eigentlich für einen späteren Termin vorgesehen war, wurde der Motor für das neue Ölverbrauchslimit konstruiert. Die Geschichte mit dem Ölkonsum sei ohnehin überbewertet, erzählt uns ein Experte. Es geht nämlich nur um die Qualifikation und nicht das Rennen. Der Motor bleibt konstruktiv immer der gleiche. Für die heißen Runden am Samstag wird lediglich ein dünnflüssigeres Öl eingesetzt, das es leichter an den Kolbenringen vorbei schafft. Der PS-Gewinn wird nicht durch das Beimischen von unerlaubten Additiven in das Kraftstoff/Luft-Gemisch erzielt, sondern durch die Reduzierung innerer Reibung. Da geht es im Maximalfall um 5 PS.

Im Rennen setzen alle Hersteller dickflüssigere Öle ein, weil die effizientere Schmierung das Leben der Triebwerke verlängert. Und diese Öle werden von den Kolbenringen auch besser abgestreift. Das reduziert den Verbrauch, und es gelangen deutlich geringere Mengen in den Brennraum. Das reduziert den Verbrauch. „Im Rennen liegen alle bei 0,9 Liter/100 Kilometer“, sagt unser Experte.

Im Moment misst die FIA den Ölverbrauch noch mit dem guten alten Peilstab. Das schließt gewisse Messungenauigkeiten ein. Im nächsten Jahr hat der Verband bessere Methoden Schwindler aufzuspüren. „Wir haben gerade ein Sensorsystem entwickeln lassen, mit denen wir viel präziser messen können“, erklärt uns ein FIA-Mann. Auch das Reglement zieht den Motorenherstellern die Daumenschrauben weiter an. Ab 2018 darf jeder Motor nur noch 0,6 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Und es ist nur noch der Einsatz einer Ölspezifikation pro Wochenende erlaubt.

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