Mercedes

Neuer Motor am Ring

Foto: Wolfgang Wilhelm 54 Bilder

Ein neuer Motor soll McLaren wieder an die Spitze des Feldes heranführen. Juan Pablo Montoya testete einen modifizierten Mercedes-V8 in Silverstone und fuhr gleich die Tagesbestzeit. Die Silbernen sind spätestens in Imola ins Hintertreffen geraten. Das soll sich am Nürburgring ändern.

McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh wurde nach dem Großen Preis von San Marino selbstkritisch: "Uns fehlen drei bis vier Zehntel auf Renault, und jetzt hat uns auch noch Ferrari überholt", klagte der Engländer und ergänzte: "Wir liegen hinter dem Plan."

Schon beim Europa-GP am Nürburgring (7.5.) will das Team wieder im Plan liegen. Dabei helfen soll ein modifizierter Mercedes-Motor, mit dem Juan Pablo Montoya am ersten Testtag in Silverstone (25.4.) gleich die Tagesbestzeit vor den Honda und Renault erzielte.

Länger im obersten Drehzahlbereich

Der neue V8 glänzt nicht mit höheren Drehzahlen oder mehr Leistung, allerdings dürfen die Fahrer ihn deutlich länger im obersten Drehzahlbereich nutzen. Der Mercedes-Motor schafft bis zu 19.700/min.

Alle Teams haben verschiedene Motoreinstellungen, bei denen die Motoren unterschiedlich belastet werden. Das Motorenprogramm mit den höchsten Drehzahlen (Quali-Modus) steht den Piloten im Rennen nur für einen sehr begrenzten Zeitraum zur Verfügung.

Neuer Motor nur für Räikkönen

Dank des neuen Triebwerks lässt sich dieser Zeitraum erheblich ausdehnen. Zudem können die Fahrer das Auto dann auch länger in der optimalen Getriebeübersetzung fahren. Martin Whitmarsh erwartet, dass der MP4-21 so um etwa drei Zehntelskunden pro Runde schneller wird. Weitere ein bis zwei Zehntel sollen leichte Aerodynamik-Veränderungen bringen. Rein rechnerisch lässt sich so die Lücke zur Spitze schließen. In Imola lagen die McLaren eine halbe Sekunde hinter Ferrari und Renault.

Der weitere Verlauf der Testwoche in England soll darüber entscheiden, ob der neue Motor beim Mercedes-Heimspiel in der Eifel eingesetzt wird. Falls ja, kommt vorerst nur Kimi Räikkönen in den Genuss des neuen Aggregats. Juan Pablo Montoya ist nach seinem Motorwechsel vor Imola in einem anderen Rhythmus. Er darf erst in Barcelona mit dem verbesserten V8 fahren.

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