Lewis Hamilton - Mercedes - GP Mexiko 2017 - Qualifying xpb

Mercedes nur dritte Kraft in Mexiko

Hamilton und Bottas starten aus Reihe zwei

Lewis Hamilton startet vom dritten Rang in das Unterfangen vorzeitiger WM-Titel. Im Qualifying konnte Mercedes die Geschwindigkeit von Ferrari und Red Bull nicht halten. Es fehlt an Anpressdruck. Dazu wirkt sich der Quali-Modus in Mexiko nicht aus.

Zum ersten Mal seit dem GP Singapur steht Lewis Hamilton nicht auf der besten Startposition. Der Vorjahressieger verpasste seine zweite Pole-Position in Mexiko um 0,466 Sekunden. Für Mercedes-Verhältnisse ist das eine krachende Niederlage. Die aber ihre Gründe hat.

Sebastian Vettel und Max Verstappen enteilten dem WM-Führenden über die 4,304 Kilometer lange Runde. In allen drei Streckenabschnitten schaffte Hamilton jeweils die drittschnellste Zeit. Jeweils hinter den Männern aus der ersten Startreihe. „Zuerst einmal möchte ich Sebastian zu seiner 50. Pole gratulieren“, lobte der 32-Jährige seinen schärfsten Widersacher, um dann ins Detail zu gehen. „Diese Strecke unterstreicht die Schwächen unseres Autos.“

Wolff mit Qualifying zufrieden

Für Mercedes ergeben sich in Mexiko die gleichen Probleme wie in Monaco, Budapest und Singapur. Auch im Autodromo Hermanos Rodriguez wird mit den größtmöglichen Flügeln gefahren. Obwohl die Zielgerade über einen Kilometer misst. Doch die dünne Höhenluft reduziert den Luftwiderstand der Autos in etwa auf Spa-Niveau. „Wir wussten, dass es hier für uns schwierig werden würde mit der Pole-Position“, sprach Mercedes-Teamchef Toto Wolff. „Unser Auto ist nicht gemacht für Strecken, die maximalen Anpressdruck verlangen. Insofern bin ich mit dem dritten Platz eigentlich ganz zufrieden.“

Wolff notiert Fortschritte. Mercedes habe sein Paket verbessert. Der W08 generiere mehr Abtrieb. „Und wir haben beim Reifenverständnis weitere Fortschritte gemacht.“ Niki Lauda sieht es wie immer pragmatisch. „Wir waren gut, aber nicht gut genug. Unser Auto braucht noch mehr Anpressdruck.“

Fehler kostet Hamilton womöglich die erste Reihe

Der geringere Luftdruck und Sauerstoff-Gehalt hat noch einen weiteren Effekt. Die Motoren rücken in Mexiko bei der Leistung zusammen. Lauda fiel auf. „In den letzten Jahren haben wir unsere Motoren für diese Gegebenheiten perfekt kalibriert. Diesmal scheinen Ferrari und Renault nachgezogen zu haben. Unser Leistungsvorteil war jedenfalls nicht mehr vorhanden. Das und der geringere Abtrieb haben uns heute hinter Ferrari und Red Bull gespült.“ Diesmal explodierte der Mercedes W08 mit Hamilton am Steuer nicht mehr im dritten Qualifikationsteil. Der Fast-Weltmeister legte im Vergleich zum Q2 um gerade einmal eine Zehntelsekunde zu.

Valtteri Bottas - Mercedes - GP Mexiko 2017 - Qualifying
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Platz vier für Valtteri Bottas im Qualifying zum GP Mexiko 2017.

Das ganze Qualifying über kämpfte Hamilton mit der dritten Kurve. Immer wieder büßte er in der Linkskehre Zeit ein. Sein schnellster Run im letzten Durchgang war der erste. Im zweiten Versuch baute Hamilton einen Fehler in Kurve zwölf ein. Das ist der Rechtsknick, der ins Stadion führt. Teammanager Ron Meadows präzisiert: „Bis zum diesem Zeitpunkt der Runde lag er um fast drei Zehntel unter seiner besten Marke.“ Mit einer perfekten Runde wäre Hamilton näher an seine Vordermänner herangerückt. „Wir hätten Zweiter sein können“, glaubt Lauda. Doch auch Red Bull sprach davon, dass Verstappen hätte zwei Zehntel schneller sein können. Sofern er alle Sektorbestzeiten in eine Runde gepackt hätte. Valtteri Bottas hätte besser abschneiden können. Wenn ihn Verstappen auf dem ersten Versuch in Q3 nicht irritiert hätte. „Er wäre mit dieser Runde eine Zehntel besser gewesen als er es schlussendlich war. Für den zweiten Run mussten wir ihm für zwei Runden Sprit mitgeben, falls er die erste Runde verhauen hätte.“

Mercedes überrascht über Ferraris-Reifenpoker

Für das Rennen stimmt Mercedes einerseits der Longrun vom Freitagnachmittag optimistisch. Andererseits sagt Hamilton: „Hier muss man um eine Sekunde bis 1,3 Sekunden schneller sein, um überholen zu können.“ Doch aufgeben will Mercedes nicht. Die erste Chance bietet der Start. Die Anfahrt zur ersten Kurve ist fast 900 Meter lang. Eine Möglichkeit, Ferrari und Red Bull zu schlagen, rechnen sich die Silberpfeile auch über die Strategie aus. Obwohl alles für ein Einstopp-Rennen spricht. „Die Reifen verschleißen wenig. Das Fenster für den Boxenstopp liegt bei etwa zehn Runden. Das ist riesig. Man kann es über einen Undercut- oder Overcut versuchen.“

Ferraris Reifentaktik macht Mercedes stutzig. Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen verheizten im dritten Training und im Qualifying ihre beiden frischen Supersoft-Sätze. Für das Rennen hat Ferrari jetzt nur noch eine neue Garnitur der Soft- und Ultrasoftmischung. Das bestimmt im Prinzip die Strategie. Ein Reifenwechsel von Ultrasoft auf Soft. Mercedes und Red Bull sind variabler. Beide Teams haben jeweils einen neuen Supersoft und Soft im Aufgebot. Für Niki Lauda ist der Sieg morgen zweitrangig. „Lewis muss Fünfter werden, um den Titel zu gewinnen. Ich bin entspannt. Die WM hat Priorität.

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