Mercedes ohne Chance

Zur falschen Taktik gezwungen

Nico Rosberg GP Singapur 2013 Foto: xpb 58 Bilder

Mercedes lag in Singapur lange auf Podiumskurs. Dann kam das Safety-Car und wirbelte die Reihenfolge gehörig durcheinander. Die Mercedes-Strategen verteidigten nach dem Rennen die unglückliche Taktik.

Mercedes-Sportchef Toto Wolff versuchte nach dem Rennen gute Miene zum enttäuschenden Ergebnis zu machen. "Im letzten Jahr wären wir noch froh über einen vierten und einen fünften Platz gewesen. Das darf man nicht vergessen." In diesem Jahr sind die Erwartungen nach einigen guten Ergebnissen allerdings gestiegen. Wenn Red Bull, Ferrari und Lotus auf dem Podium stehen, dann kann man bei den Silberpfeilen nicht glücklich sein.

Safety-Car kommt zum falschen Zeitpunkt

"Mit den Plätzen vier und fünf konnten wir den Punkteverlust auf Ferrari in der Konstrukteurs-Wertung in Grenzen halten, aber in unserem Auto steckte heute Potential zu mehr Punkten", erklärte Teamchef Ross Brawn anschließend enttäuscht. Vor dem Crash von Daniel Ricciardo in der 23. Runde sah auch noch alles nach einem weiteren Pokal für die Vitrine in Brackley aus. Doch dann kam das Safety-Car und brachte die Mercedes-Strategen in die Bredouille.
 
"Das Safety-Car kam für uns zum genau falschen Zeitpunkt auf die Strecke. Danach war es ein frustrierendes Rennen. Es war eine knifflige Entscheidung, ob wir die Autos hereinholen sollten, um mehr als die Hälfte der Renndistanz auf einem Reifensatz zurückzulegen. Unserer Ansicht nach war das nicht möglich. Deshalb ließen wir - genauso wie Red Bull - beide Autos weiterfahren, um einen kürzeren Schluss-Stint zu haben", erklärte Brawn die Entscheidung.

Mercedes-Strategie geht nicht auf

Durch die Taktik kamen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen vorbei am Silber-Duo. Mercedes muss sich die Kritik gefallen lassen, dass man zumindest Lewis Hamilton auf die alternative Strategie hätte setzen sollen, um zweigleisig zu fahren und das Risiko zu splitten. "Hinterher ist man immer schlauer", entschuldigte Wolff. "Alonso ist direkt vor Hamilton an die Box gekommen. Wir wollten an ihm vorbeikommen. Also wollten wir etwas anderes machen. Es ist nicht aufgegangen. Wir lernen immer dazu."
 
Nico Rosberg konnte in der Phase nach den Boxenstopps nicht mehr Zeit herausfahren, weil sich Gummischnipsel in seinem Frontflügel verfangen hatten. Das kostete Abtrieb und sorgte für Untersteuern. Mehr als eine Sekunde kostete das Problem, rechneten die Mercedes-Ingenieure aus. "Wir hätten heute vielleicht Zweiter werden können, aber das Rennen verlief nicht nach unseren Wünschen. So gesehen ist der vierte Platz eine kleine Enttäuschung für mich", so Rosberg etwas geknickt.

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