Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Steiermark - Spielberg - 27. Juni 2021 Motorsport Images
Pierre Gasly - Formel 1 - GP Steiermark - Spielberg - 27. Juni 2021
Verstappen, Sainz & Leclerc - Formel 1 - GP Steiermark - Spielberg - 27. Juni 2021
Max Verstppen - Formel 1 - GP Steiermark - Spielberg - 27. Juni 2021
Impressionen - Formel 1 - GP Steiermark - Spielberg - 27. Juni 2021 50 Bilder

Mercedes: WM-Wende ohne Upgrades

Red Bull pokert mit Upgrades Mercedes stoppt Entwicklung

GP Steiermark

Nach sieben Jahren Mercedes-Dominanz hat Red Bull endlich die Wende geschafft. Toto Wolff hat angekündigt, den Titel nicht um jeden Preis verteidigen zu wollen. Eine Weiterentwicklung des Silberpfeils mit Upgrade-Teilen soll es nicht geben. Das neue Auto für 2022 wird nicht geopfert.

Der Sieg von Max Verstappen in Spielberg war mehr wert als nur 25 WM-Punkte. Red Bull hat bewiesen das man Erzrivale Mercedes auf einer Power-Strecke aus eigener Kraft in die Knie zwingen kann. Sowohl im Qualifying als auch im Rennen fehlten Lewis Hamilton gut zwei Zehntel auf den WM-Konkurrenten. Schon in Le Castellet hatte sich der bevorstehende Machtwechsel angekündigt.

Mit dem zweiten Sieg in Folge baute Verstappen seine Führung in der WM-Wertung auf 18 Punkte aus. Im Konstrukteurspokal beträgt der Rückstand des Teamweltmeisters der letzten sieben Jahre bereits 40 Zähler. Innerhalb von nur acht Rennen verwandelte sich Mercedes vom Favoriten zum Außenseiter, was die Vergabe der Titel angeht.

In den letzten Jahren schwankte das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Top-Teams schon öfter hin und her. Je nach Größe der Entwicklungsschritte schlug das Pendel mal in die eine und mal in die andere Richtung aus. Doch in dieser Saison könnte schon nach acht Rennen eine Vorentscheidung gefallen sein.

Max Verstappen - Red Bull - GP Steiermark - Spielberg - Formel 1 - 25. Juni 2021
Motorsport Images
In Spielberg rückte Red Bull mit einem neuen Unterboden aus.

Red-Bull-Strategie mit Erfolg

Wie aus dem Mercedes-Lager zu hören ist, kommt bis zur Sommerpause nur noch Kleinkram ans Auto, der bereits vor einigen Wochen die letzte Windkanalschleife gedreht hat. Teamchef Toto Wolff bestätigte, dass in der Fabrik nun schon alle Ingenieure mit voller Kraft am 2022er Auto arbeiten. "Das ist natürlich keine einfache Entscheidung. Nächstes Jahr gibt es ein komplett neues Autokonzept. Da muss man die richtige Balance finden."

Mercedes will beobachtet haben, wie Red Bull über das Spielberg-Wochenende fünf Lieferwägen voll mit neuen Teilen an die Strecke gekarrt hat. Im Freien Training probierten Verstappen und Perez verschiedene Frontflügel-Versionen durch. Auch ein neuer Unterboden mit modifiziertem Diffusor wurde am Steiermark-Wochenende an den RB16B geschraubt.

"Diese Strategie muss man respektieren. Bis jetzt hat sie ja auch Erfolg. Von der Pace waren sie im Rennen in einer eigenen Liga", so Wolff. "Aber es wird sich erst in ein paar Jahren zeigen, was die richtige Entscheidung war." Mercedes will seine Zukunft nicht für den kurzfristigen Erfolg opfern. "Es würde auch keinen Sinn machen, jetzt nochmal das alte Auto in den Windkanal zu schieben. Mit dem 2022er Modell sind die Fortschritte viel größer."

Hamilton forderte nach der Niederlage am Sonntag neue Teile von seinem Team. Doch da kann der siebenfache Champion lange warten. "Wir haben mit den Fahrern darüber gesprochen und einen rationalen Ansatz gefunden. Mögliche Upgrades würden uns jetzt nicht so viel bringen wie sie uns nächstes Jahr kosten würden. Red Bull wird auch nicht bis September neue Teile bringen, sonst werden sie nächstes Jahr zwei Sekunden hinten sein", prognostizierte Wolff.

Max Verstppen - Formel 1 - GP Steiermark - Spielberg - 27. Juni 2021
Red Bull
Red-Bull-Sportchef Helmit Marko will jetzt zuschlagen, wo Mercedes verwundbar ist.

No risk, no Fun!

Doch da könnte sich der Österreicher täuschen. Red-Bull-Sportchef Helmut Marko ist fest entschlossen, jetzt die Chance beim Schopf zu packen: "Wir wollen nicht den gleichen Fehler machen wie BMW im Jahr 2008. Da hatte Kubica eine realistische Chance auf die Meisterschaft, aber der Businessplan hat besagt, dass man frühzeitig auf die nächste Saison umschwenkt." Auf die Frage, ob man für diese Strategie nicht 2022 einen hohen Preis bezahlen könnte, grinst der Doktor aus Graz nur verschmitzt: "No risk, no fun! Das müssen wir dann irgendwie hinkriegen."

Teamchef Christian Horner ist noch nicht ganz davon überzeugt, dass der Titelrivale jetzt schon abschenkt: "Was Mercedes macht ist ihre Sache. Wir konzentrieren uns nur auf uns selbst. Ich kann aber nicht ganz glauben, dass sie bis zum Ende des Jahres nicht ein einziges neues Teil ans Auto schrauben werden. Natürlich wird das ein Balanceakt. Wenn es am Ende bedeutet, dass wir hier alle etwas härter arbeiten müssen, dann ist unser Team dazu bereit."

Bei Mercedes hofft man, den Titelkampf auch ohne Upgrades so lange wie möglich offen zu halten. "Die Meisterschaft wird nicht nur durch das Hinzufügen von Aeroteilen entschieden. Irgendwann muss auch Red Bull die Entwicklung auf die nächste Saison verlagern. Dann wird es sehr wichtig werden, wie gut man das bestehende Paket optimiert. Ich bin mir sicher, dass wir weiter Poles und Siege holen werden. Die WM ist noch nicht verloren. Wir geben nicht auf."

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