Mercedes-Pleite

Zetsche mit körperlichen Schmerzen

Lewis Hamilton GP Spanien 2013 Foto: xpb 54 Bilder

Mercedes hat seine Reifenmisere immer noch nicht in den Griff bekommen. Aus der ersten Startreihe ging es für Nico Rosberg und Lewis Hamilton im Rennen rückwärts. "Wir müssen nach neuen Denkansätzen suchen", fordert Sportchef Toto Wolff.

Mercedes ist ratlos. Das Reifenrätsel wird für die Silberpfeil-Ingenieure zur unendlichen Geschichte. Nach der Pleite von Bahrain erlebten Nico Rosberg und Lewis Hamilton auch in Barcelona eine herbe Enttäuschung. Kaum ist der Silberpfeil mit mehr Sprit befüllt und über mehrere Runden unterwegs, ist man gegen die Konkurrenz machtlos.

Mercedes will Prozesse überdenken

"Wir haben das ganze Wochenende nur für das Rennen gearbeitet. Und trotzdem ging es wieder nur rückwärts", verzweifelt Sportchef Toto Wolff. "Wir haben im Qualifying gesehen, dass unser Auto pfeilschnell ist. Die Leistung stimmt. Wir können es nur nicht im Rennen umsetzen. Irgendwo ist da der Hund drin."

Rosberg selbst gibt sich ebenfalls frustriert: "Eine große Verbesserung gegenüber Bahrain hat man leider nicht gesehen. Das Problem ist schwer zu verstehen. Wir dürfen aber nicht über die Reifen klagen. Jedes Team hat die gleichen Möglichkeiten. Wir sind Sechster geworden, weil das Auto einfach nicht schneller ist als Platz sechs."

Von der Lösung des Problems scheint man weiter entfernt als je zuvor. Schon in der vergangenen Saison hat das Reifenthema die Weiterentwicklung des Silberpfeils eingebremst. "Das Thema ist nicht neu", gibt auch Wolff zu. "Deshalb müssen wir jetzt ganz neue Lösungsansätze finden. Wir müssen out of the box denken. Die Prozesse und die Denkweise müssen sich komplett ändern."

Rosberg besser als das Auto

Nach den Longruns am Freitag war schon abzusehen, dass es kein leichtes Rennen für die Silberpfeil-Piloten werden würde. Dass es am Ende so schlimm ausgeht, hatte man aber nicht gedacht. Verzweifelte Funksprüche von Hamilton gaben einen Einblick in die Silberpfeil-Seele. "Ähm... ich wurde gerade von einem Williams überholt", meldete der Brite ungläubig an den Kommandostand. Die wiederholte Aufforderung zum Reifenschonen quittierte der Neuzugang mit einem genervten: "Ich kann aber nicht langsamer fahren."

Von Wolff gab es hinterher auch noch eine kleine Watsche für den Neuzugang. Der Unterschied der beiden Autos lag an den Fahrern, erklärte der Co-Teamchef. "Nico hat uns heute besser aussehen lassen, als es die Leistung des Autos eigentlich erlaubt hat. Der sechste Platz war eine Nico-Rosberg-Platzierung."

Besonders ärgerlich für Mercedes: Die Barcelona-Pleite fand auch noch unter den Augen von Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche statt. "Das bereitet ihm natürlich genauso körperliche Schmerzen wie uns allen", erklärte Wolff. In Monaco erwartet die Fans ein kurioses Rennen, wenn Mercedes wieder einbricht und die Konkurrenz in den engen Gassen keinen Weg vorbeifindet. "Das könnte einen D-Zug geben", grinst Rosberg gequält.

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