Lewis Hamilton - Mercedes - GP Bahrain 2020 - Sakhir xpb
Alexander Albon - Red Bull - Formel 1 - GP Bahrain - Sakhir - Qualifikation - Samstag - 28.11.2020
Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - Sakhir - Qualifikation - Samstag - 28.11.2020
Carlos Sainz - McLaren - Formel 1 - GP Bahrain - Sakhir - Qualifikation - Samstag - 28.11.2020
Carlos Sainz - McLaren - Formel 1 - GP Bahrain - Sakhir - Qualifikation - Samstag - 28.11.2020 36 Bilder

Mercedes trotz Rumpfprogramm auf Bahrain-Pole

Mercedes geschlossen in Reihe eins Ein harter Reifensatz weniger als Red Bull

Obwohl Mercedes am Freitag mehr Zeit als andere in die Reifentests für 2021 investiert hat, stehen zwei Silberpfeile in der ersten Startreihe. Es gibt aber noch Fragezeichen zur Rennabstimmung. Max Verstappen hofft, dass Red Bull wenigstens besser für das Rennen vorbereitet ist.

Den Freitag hat Mercedes an seine Gegner verschenkt. Dem Weltmeister war die Zukunft wichtiger als die Gegenwart. Wegen ausgedehnter Reifentests musste die Vorbereitung auf das Rennen leiden. Mercedes hat sich bei den Rennsimulationen im zweiten Teil der zweiten Trainingssitzung hauptsächlich auf den Reifen konzentriert, den man am Sonntag am liebsten gar nicht fahren würde. Trotzdem war den Ingenieuren die Information über den Soft-Reifen wichtig. Man brauchte ihn ja, um gegen einen starken Red Bull in die erste Startreihe zu fahren. Dafür hat man zur Not auch noch Lewis Hamilton. Der Weltmeister ließ vom Q1 an keinen Zweifel, wer der Chef im Ring sein würde.

Hamilton hängte seine Verfolger im Q1 um 0,424 Sekunden ab, im Q2 um 0,439 Sekunden und im letzten Abschnitt der Qualifikation um 0,289 Sekunden. So klar dominierte der Weltmeister schon lange nicht mehr ein Wochenende. Zum einen lag es daran, dass die Ingenieure die Autos über Nacht perfekt für die Jagd nach der schnellsten Runde abgestimmt haben. Am Freitag hatten die Fahrer noch über Untersteuern am Scheitelpunkt und Übersteuern am Kurvenausgang geklagt. Bei Hamilton konnte man sehen, dass er nun befreit von allen Verpflichtungen fährt. "Beide Weltmeisterschaften sind im Kasten. Das Team und ich können relaxter an die Sache herangehen."

Statistiker legten Hamilton nach dessen 98. Pole Position nahe, dass er in diesem Jahr noch die 100er Marke knacken könnte. Der siebenfache Weltmeister winkte ab. "So weit denke ich noch gar nicht. Irgendwann werden die 100 schon kommen. Es ist nicht notwendig, dass es in den nächsten zwei Rennen passiert. Dieses Jahr war auch so unglaublich. Alles was jetzt noch kommt, ist ein Bonus."

Valtteri Bottas - Mercedes - GP Bahrain 2020 - Sakhir
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Valtteri Bottas war in der Qualifikation chancenlos gegen Lewis Hamilton.

Bottas versteht die Welt nicht mehr

Valtteri Bottas fand erst im Q3 seinen Speed. Der Finne war eigentlich der Meinung, eine fast perfekte Runde gefahren zu sein. "Die letzte Runde war wirklich sauber und gut. Ich konnte keinen Fehler entdecken. Deshalb war ich überrascht, wie weit Lewis vorne war. Es müssen kleine Unterschiede überall sein, die sich am Ende zu etwas Großem addieren. Genau das ist das größte Problem, das du haben kannst. Du fühlst dich schnell, bist es aber nicht." Der Finne gibt trotzdem nicht auf, Hamilton davon abzuhalten, das fünfte Rennen in Folge zu gewinnen. "Wir fahren unterschiedliche Setups. Vielleicht macht das im Rennen den Unterschied aus."

Während Bottas noch grübelte, wo er das ein oder andere Hundertstel auf seinen Teamkollegen verloren habe könnte, wusste Hamilton ziemlich genau, an welchen Stellen er beim nächsten Mal etwas anders machen würde. "Ich habe in Kurve 1 am Scheitelpunkt ein bisschen verloren. Auch Kurve 6 war nicht optimal. Aber wenn ich die Runde noch einmal fahren könnte, wäre ich vielleicht in diesen Kurven besser und würde anderswo verlieren."

Beide Mercedes-Piloten warnten vor den guten Longruns ihres einzigen echten Rivalen. Max Verstappen war auf den Soft-Reifen im Schnitt eine halbe Sekunden schneller als Hamilton. Der Holländer ist auch auf den Medium-Reifen eine Rennsimulation gefahren. Mercedes verzichtete im zweiten Training komplett auf die härteren Reifen. Doch die Datenbank in Brackley ist gut gefüllt. Man traut sich zu, auch auf den Mischungen Medium und Hart Red Bull in Schach halten zu können.

Mit viel Abtrieb ins Rennen

Mercedes ist bei der Fahrzeugabstimmung wegen der knappen Zeit auf Nummer sicher gegangen. Bahrain ist ein Kurs, der die Reifen frisst. Vor allem die Hinterreifen haben ein hartes Leben. Am besten schützt man die Reifen mit Anpressdruck. Die schlechten Topspeeds der Silberpfeile dokumentieren, dass die Ingenieure offenbar genau so kalkuliert haben. Mit 320,9 und 319,9 km/h lagen Bottas in der Topspeed-Tabelle auf den Plätzen 15 und 17. Max Verstappen war allerdings noch langsamer auf der Zielgerade. Red Bull hat also auch Reifenschonen im Blick.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff sieht zumindest auf dem Papier einen kleinen Vorteil für den ewigen Gegner: "Red Bull hat zwei Garnituren der harten Reifen in der Hinterhand und wir nur eine. Sie können jetzt ein Rennen mit der Reifenfolge medium-hart-hart fahren, was in der Theorie die schnellste Taktik ist."

Auch Chefingenieur Andrew Shovlin sieht in der Reifenwahl der Gegner ein Spannungsmoment: "Wir werden morgen eine paar unterschiedliche Strategien auf einer Strecke erleben, auf der man Überholen kann, auf der ein Undercut funktioniert und wo die Reifenabnutzung eine entscheidende Rolle spielt. Unsere Longruns am Freitag waren nur Durchschnitt. Wir haben aber einige Änderungen am Auto vorgenommen, um die Reifentemperaturen unter Kontrolle zu halten."

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