Mercedes schließt Stallregie nicht aus

Muss Bottas wieder Manndecker spielen?

Vettel & Hamilton - GP USA 2018 Foto: sutton-images.com 70 Bilder

Lewis Hamilton hetzen wird, könnte Valtteri zum Königsmacher werden. Teamchef Toto Wolff schließt eine Stallregie nicht aus. Sie hängt vom Rennverlauf ab.

Ferraris Wiedergeburt macht Mercedes Kopfzerbrechen. Beim GP USA können die Rennstrategie, das Mannschaftsspiel und der Reifenverschleiß wieder über Sieg und Niederlage entscheiden. Vom reinen Rennspeed ist Ferrari plötzlich wieder auf Augenhöhe mit Mercedes. Zumindest auf eine Runde.

Wie es im Rennen aussieht ist nach jeweils knapp über 40 Runden im dritten Training schwer zu prognostizieren. „Wir dürfen es Mercedes nicht mehr so leicht machen wie in den letzten drei Rennen“, fordert Sebastian Vettel.

Hamilton & Vettel - Formel 1 - GP USA - Austin - 20. Oktober 2018 Foto: sutton-images.com
Werden sich Hamilton und Vettel im Rennen begnegnen?

Lewis Hamilton hat das Duell der Königsfiguren mit einem Vorsprung von 0,061 Sekunden gewonnen. Der Shootout entschied sich erst in der letzten Kurve. Die erwischte Hamilton perfekt. Vettel war einen Tick zu früh auf der Bremse. „Dann hat mich der Rückenwind geschoben und ich habe mein Auto nicht perfekt um die Ecke gebracht.“

Hamilton bewies einmal mehr mentale Stärke. „Ferrari ist viel stärker als bei den letzten Rennen. Ich wusste, dass ich eine perfekte Runde brauche, um sie zu schlagen. Ich durfte nicht eine Millisekunde auf der Strecke liegenlassen. Die erste Runde war gut, aber es war noch ein bisschen Luft. Beim zweiten Versuch wusste ich: Es ist kein Platz für den geringsten Fehler.“

Hinterreifen werden entscheiden

Die Konstellation am Start macht dieses Rennen so interessant für die Strategen. Vorne Lewis Hamilton mit Supersoft-Reifen, die fünf Runden auf der Lauffläche haben, darunter zwei heiße am Limit. Dahinter Kimi Räikkönen auf Ultrasoft-Reifen und mit dem besseren Top-Speed. Die zwei Zusatzrunden auf den Supersoft-Sohlen sind im Vergleich zu Vettel ein Nachteil, geben die Ingenieure zu. „Das kann ein bisschen Rundenzeit kosten.“

Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP USA - Austin - 20. Oktober 2018 Foto: xpb
Bottas soll sein eigenes Rennen fahren, aber Hamilton dabei auch abschirmen.

Auf Platz 3 folgt Valtteri Bottas, der wie Hamilton und Vettel auf Supersoft-Reifen auf der besseren Startseite steht. Doch Mercedes sah auf den Supersoft-Gummis im Vergleich zu den Ferrari nicht überzeugend aus. Andererseits: Mercedes hat seine Autos im Vergleich zu Ferrari auf mehr Anpressdruck getrimmt. „Der Schlüssel hier wird sein, seine Hinterreifen am Leben zu halten“, erklärt Teamchef Toto Wolff den Entschluss.

Wolff erwartet einen aggressiven Räikkönen in der Startrunde. „Er hat die weicheren Reifen, dadurch einen Vorteil am Start. Der Ferrari ist schnell auf der Gerade. Er wird in der ersten Runde für Lewis ein starker Gegner sein.“ Doch nicht für lange. Bottas schätzt, dass der Gripvorteil der weicheren Reifen nach zwei bis drei Runden verschwindet. Sein Chef meint: „Es ist wegen der Unsicherheit bei den Reifen noch nicht ganz klar, welche Strategie die beste ist.“´Die Ingenieure geben den Start noch nicht auf: „In den letzten Rennen hat jeweils der härtere Reifen die bessere Performance beim Beschleunigen geliefert.“

Während Räikkönen die Aufgabe hat, Hamilton unter Druck zu setzen oder noch besser von der Spitze weg einzubremsen, soll Bottas zuerst einmal sein eigenes Rennen fahren. Solange der Finne vor Vettel bleibt, hilft das auch Hamilton. „Valtteri hat nichts zu verlieren“, warnt Wolff Vettel. „Er soll das bestmögliche Rennen für sich fahren, und wenn wir am Ende des Rennens wieder die Punkte brauchen, behalten wir uns alle Optionen offen.“

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