Lewis Hamilton - Mercedes - GP Monaco - Formel 1 - 25. Mai 2017 sutton-images.com
Lance Stroll - Williams - Formel 1 - GP Monaco - 25. Mai 2017
Lance Stroll - Williams - GP Monaco - Formel 1 - 25. Mai 2017
Lance Stroll - Williams - GP Monaco - Formel 1 - 25. Mai 2017
Esteban Ocon - Force India - Formel 1 - GP Monaco - 25. Mai 2017 97 Bilder

Mercedes sucht den Fehler

Die Jagd nach dem perfekten Setup

Die Suche nach dem perfekten Setup ist eine endlose Geschichte. Mercedes bog auf dem Weg falsch ab und sucht jetzt nach dem Fehler. So oder so: Die 90 Minuten Zeitverlust werden Mercedes noch wehtun.

Mercedes war im ersten Training zum GP Monaco Dritter und Vierter. Die Force India-Piloten landeten am Donnerstagmorgen auf den Plätzen 8 und 10. Und trotzdem änderten beide Teams vor der zweiten Trainingssitzung die Abstimmung ihrer Autos. und fielen damit auf die Nase. Mercedes voll. Force India nur halb.

Mercedes war am Nachmittag 4 Zehntel langsamer als am Vormittag. „Netto haben wir eine Sekunde verloren“, rechnet ein Ingenieur vor. Alle anderen Teams wurden schneller. Auch Force India. Sergio Perez drückte seine persönliche Bestzeit um eine halbe Sekunde. Für Technikchef Andy Green nicht genug. Die Toro Rosso wurden um 8 Zehntel schneller. „Wir haben uns auf den Schwachstellen vom Morgen gesteigert, aber anderswo verloren. In Summe haben wir Zeit verloren.“

Nichts zu tun ist ein Verbrechen

Doch warum haben die Ingenieure von Mercedes und Force India überhaupt die Autos angefasst, wenn die Fahrer im Großen und Ganzen zufrieden waren? „Die Strecke wird immer schneller. Wenn du nichts tust, wirst du relativ zu den anderen langsamer“, erzählt ein Mercedes-Ingenieur. Tatsächlich entwickelt sich die Strecke durch mehr Grip vom Reifengummi pro Trainingssitzung fast um eine Sekunde.

Andy Green nennt noch einen anderen Punkt: „Die Fahrer erzählen dir, an welchen Stellen das Auto nicht ganz optimal war. Diese Stellen versuchst du zu verbessern. Dabei sind wir an anderen Stellen über das Ziel hinausgeschossen. Aber gar nichts zu tun wäre ein Verbrechen. Das perfekte Setup gibt es nicht. Es geht immer noch ein bisschen besser.“

Weder Mercedes noch Force India haben ihr Auto radikal auf den Kopf gestellt. Doch es reichte, das Auto so zu verwandeln, dass es ihre Fahrer nicht wiedererkannten. „Kleine Änderungen können große Auswirkungen haben“, erklärt Green. „Dann triffst du das Reifenfenster nicht mehr optimal und das Auto gerät aus der Balance. Das wirft dich gerade in Monte Carlo aus der Bahn, weil hier mechanische Grip alles ist.“

Während einer Trainingssitzungen sind die Möglichkeiten beschränkt, die Abstimmung zu korrigieren. „Frontflügeländerungen, die Bodenfreiheit, vielleicht eine Dämpfereinstellung vorne. Das war‘s. Für alles andere fehlt dir die Zeit“, bedauert Green. Gerade in Monte Carlo ist Zeit kostbar. „Die Fahrer sollen so viel fahren wie möglich. Das bringt Vertrauen. Gerade für Ocon, der hier noch nie gefahren ist.“

Mercedes tappt mit Kühlung und Bremsen im Dunkeln

Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer beruhigt: „Wir können immer noch zum Ausgangs-Setup zurück, wenn wir uns verlaufen haben.“ Genau das kann Mercedes nicht mehr, will man am Samstag mit Ferrari und Red Bull um die Pole Position kämpfen.

„Wenn wir zum Setup des ersten Trainings zurückgehen, ist das zu wenig. Weil die Strecke am Samstag eine andere sein wird. Wir müssen also zurück zu dem, was funktioniert hat, und noch ein bisschen weiter“, heißt es bei Mercedes.

Zuerst einmal muss Mercedes den Fehler finden. Am Donnerstagabend, Stand 20 Uhr war das noch nicht der Fall. Die Reifen an den Autos von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas wurden zu heiß. Keiner fand eine Erklärung warum. Mercedes schüttete nicht einmal viel Benzin in den Tank.

Nachdem man merkte, dass man auf dem Holzweg war, ging es nur noch darum, den Ausweg aus dem Irrgarten zu finden. Longruns waren egal. Ob das Auto jetzt im Rennen 2 Zehntel schneller oder langsamer ist, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass es in der ersten Startreihe steht. Oder im Fall von Force India vor den direkten Konkurrenten Toro Rosso, Renault, HaasF1 und Williams. „Wenn wir alles hinkriegen, können wir Toro Rosso schlagen“, glaubt Szafnauer. Und im Brustton der Überzeugung sagt er: „Meistens kriegen wir alles hin.“

Bei Mercedes herrscht ähnliche Zuversicht. „Wir haben ein schnelles Auto in Monte Carlo. Das wissen wir vom ersten Training. Was uns fehlt, ist das richtige Setup. Normalerweise schaffen wir das. Unsere Truppe ist gut in der Analyse und darin, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.“

Mit einem Nachteil aber muss Mercedes schon jetzt leben. „Wir haben eineinhalb Stunden Zeit verloren. Und die holen wir nicht mehr auf. Wir wissen anhand der Funksprüche von Ferrari und Red Bull, dass die Motortemperaturen und Bremsen hier am Limit sind. Das konnten wir nicht ausprobieren, weil wir keine Longruns gefahren sind. Das können wir im dritten Training nicht mehr nachholen.“

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