Lewis Hamilton - Valtteri Bottas - Mercedes - GP China 2019 - Qualifiying xpb

Mercedes-Übermacht in Shanghai

Hamilton drückt die richtigen Knöpfe

Mercedes entzauberte Ferrari in der Qualifikation zum GP China. Valtteri Bottas startet von der Pole-Position. Der Finne beherrschte bis zum dritten Teil den Teamkollegen. Dann rückte Lewis Hamilton ihm bedrohlich nah.

Es ist bisher eine Saison, die in Wellenbewegungen abläuft. In Australien surfte Mercedes oben. Ferrari hinkte deutlich hinterher. Zwei Wochen später in Bahrain wendete sich das Kräfteverhältnis. Plötzlich zog Ferrari seinem Rivalen auf und davon. Weitere zwei Wochen später ist wieder Mercedes obenauf. Und Ferrari drei Zehntel zurück.

Valtteri Bottas und Lewis Hamilton lieferten sich einen spannenden Kampf um die Pole-Position für das 1.000 Rennen der Geschichte. Mit dem besseren Ausgang für den WM-Führenden. Bottas lag nach dem ersten Schlagabtausch im dritten Quali-Durchgang um sieben Tausendstel vor Hamilton. Beim zweiten Schuss knabberte der Finne 16 Tausendstel ab. Hamilton hingegen verbesserte sich nicht.

Ein Auf und Ab

Bei den Fahrern ist es wie bei den Autos. Es ist ein Auf und Ab. Der Saisonauftakt war an Bottas gegangen. In Bahrain brummte Hamilton seinem Teamkollegen im Rennen über eine halbe Minute auf. In China wiederum hat Bottas die Oberhand. Bis jetzt. „Es hängt vom Streckenlayout, den Temperaturen und den Reifen ab“, erklärt Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

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Melbourne, Bahrain und Shanghai sind drei grundverschiedene Rennstrecken: andere Asphaltoberflächen, andere Kurvenradien, andere Anforderungen an die Reifen. „In Bahrain belastest du die Hinterreifen. In China ist es der linke Vorderreifen“, sagt Wolff. Sie werden einwerfen: Das war auch in der Vergangenheit so. Allerdings hat sich das Reglement für 2019 verändert. Die Autos sind sensibler. „Es ist schwieriger geworden, den Sweet-Spot beim Setup zu treffen“, berichtet der Mercedes-Teamchef. „Auch die Reifen sind anders und schwerer zu begreifen.“

Fahrer und Ingenieure lernen ihr Auto erst noch kennen. „In den ersten Rennen einer neuen Saison ist es immer schwierig mit einem neuen Auto“, sagt Hamilton. „Das wird sich im Verlauf der Saison bessern.“ Der Titelverteidiger haderte das gesamte Wochenende mit seinem Silberpfeil. Die Balance schmeckte dem 34-jährigen Engländer nicht, der eigentlich ein Spezialist für den Shanghai International Circuit ist. Hamilton gewann hier fünf Mal und sammelte sechs Pole-Positions.

Valtteri Bottas - Mercedes - GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019
Wilhelm
Valtteri Bottas setzte sich um 23 Tausendstel durch.

Hamilton gehören alle Sektoren

Bis zum dritten Teil stand der WM-Zweite auf Kriegsfuß mit seinem Mercedes. Dann kam der fünfmalige Weltmeister endlich in Tritt. „Ich habe verschiedene Linien ausprobiert. Vor allem im ersten Streckenabschnitt, wo ich viel Zeit auf Valtteri verlor. Und ich habe die richtigen Knöpfe am Lenkrad gedrückt.“ Da kann der Pilot die Bremsbalance verschieben, das Differential verändern und ein bisschen mit den Einstellungen für die Federn und Dämpfern spielen.

Beinahe hätte er Bottas geschluckt. Hätte er alle Sektoren zusammengebracht. Hamilton war in den drei Streckenabschnitten der schnellste Mann, allerdings auf verschiedenen Runden. Bottas war mit seinen beiden Runden in Q3 nicht ganz zufrieden. „Ich habe sie nicht so hinbekommen, wie ich wollte. Zum Glück hat es trotzdem gereicht“, sagte der 29-Jährige, der zum siebten Mal in seiner Laufbahn von der besten Startposition startet.

Dreieinhalb Zehntel Verlust auf Geraden

Mercedes hängte Ferrari und Red Bull ab. Sebastian Vettel als erster Verfolger büßte drei Zehntelsekunden ein. „Wir haben das Auto gegenüber gestern verbessert. Wir kommen dem näher, was ich vom Auto verlange. Es war trotzdem nicht schnell genug. Wenigstens starten wir direkt hinter den Mercedes“, äußerte sich der Schnellere der beiden Ferrari-Piloten.

Das rote Auto ist auf den Geraden weiterhin überlegen. Beim Topspeed hinkt Mercedes um fünf km/h zurück. „Sie hängen uns auf den Geraden zusammengerechnet um dreieinhalb Zehntelsekunden ab“, berichtet Wolff. Damit hat Mercedes den Abstand gegenüber dem Freitagstraining immerhin halbiert. „Ferrari kann in den Trainings höhere Leistungsstufen abrufen als wir. Das hat mit der Kalibrierung des Motors zu tun.“ Wir hören, Mercedes hat ein Kühlproblem, das man erst bis Barcelona gelöst bekommt. Die Fahrer können die maximale Leistung nur für zwei Runden abrufen. Das machen sie logischerweise im dritten Qualifikationsteil. Was man auf den Geraden einbüßt, macht Mercedes in den Kurven doppelt gut. Ferrari ist besonders in langsamen Kurven zu langsam.

Für das Rennen erwartet das Weltmeister-Team einen Dreikampf. „Wir brauchen einen guten Start und müssen dann überleben“, sagt Wolff. Noch ist unsicher, ob der GP China ein Ein- oder Zweistopprennen wird. „Unsere beiden Jungs wollen gewinnen. Hinter uns tobt der Kampf der Generationen bei Ferrari zwischen Vettel und Leclerc. Und Verstappen wird uns alle aufmischen wollen.“

GP China 2019: Die Bilder der Qualifikation

Alexander Albon - Toro Rosso - GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019
Alexander Albon - Toro Rosso - GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019 Valtteri Bottas - Mercedes - GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019 Valtteri Bottas - Mercedes - GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019 Fans - GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019 35 Bilder
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