Mercedes übertrifft Test-Ziele

"Noch zu früh für Euphorie"

Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1 - Jerez - Test - 31. Januar 2014 Foto: Baldauf / SB-Medien 45 Bilder

Mit 309 Runden hat Mercedes in Jerez die meisten Runden aller Teams abgespult. Am Freitag (31.1.2014) fuhr Nico Rosberg sogar als erster Pilot eine komplette Rennsimulation. Große Freude will bei den Silberpfeil-Fahrern aber noch nicht aufkommen.

Die Stimmung im Mercedes-Lager ist gut. Kein anderes Auto fuhr in Jerez so viele Kilometer wie der Silberpfeil. Bis auf den Crash von Lewis Hamilton zum Auftakt und dem Getriebeschaden am dritten Tag lief die Woche zumindest von außen betrachtet relativ problemlos. Und bei der Konkurrenz qualmt und stottert es noch gewaltig.

 "Das war eine fantastische Woche. Heute sind noch einmal 138 Runden dazugekommen. Wir haben alle gesetzten Ziele erreicht", freute sich Lewis Hamilton. Am Freitag kam der Pilot mit der Startnummer 44 noch einmal außerplanmäßig zum Einsatz. Weil Nico Rosberg bei seinen Einsätzen deutlich mehr zum Fahren kam, gönnte die Teamleitung Hamilton auch noch ein paar Runden. "Jeder Kilometer im Auto zählt – auch für den Fahrer", freute sich der Brite.

Rosberg absolviert komplette Rennsimulation

Mercedes fuhr insgesamt mehr als 10 Mal so viele Runden wie Konkurrent Red Bull. Für die Gegner hat man im Silber-Lager aber zu diesem Zeitpunkt der Saison keinen Blick. "Wir schauen momentan nicht auf die anderen sondern konzentrieren uns nur auf uns selbst", so Hamilton. Auch Teamkollege Nico Rosberg warnt: "Es ist noch zu früh euphorisch zu werden."

Der Wahlmonegasse lieferte am Freitagvormittag eine riesen Show ab. Er schockte die Konkurrenz mit einer kompletten Rennsimulation. 72 Runden fuhr Rosberg am Stück - unterbrochen nur von 3 kurzen Besuchen an der Box. "Wir hätten vor der Testwoche nie gedacht, dass wir schon am vierten Tag eine komplette Rennsimulation ohne große Probleme hinbekommen. Das ist schon ein kleiner Erfolg gewesen", grinste der Pilot.

Auch Mercedes nicht ohne Probleme

Obwohl das Auto schon erstaunlich zuverlässig erscheint, traut Rosberg dem Braten noch nicht. "Gestern haben wir gesehen, dass das Auto zwei Mal kaputtgegangen ist. Aber es ist sicher ein positiver Anfang." Auch die Mercedes-Ingenieure haben bis Bahrain in der Fabrik alle Hände voll zu tun. "Wir haben eine riesige Liste mit Problemen. Das ist aber gut. Wir hätten diese Liste nicht, wenn wir nicht zum Fahren gekommen wären", erklärt Rosberg.

Vor allem die neue elektrische Bremse (Brake-by-Wire) funktioniert noch nicht wie geplant. Der Fahrer klagt über Probleme bei der Abstimmung der Bremsleistung zwischen Vorder- und Hinterachse. Außerdem vibriert der Silberpfeil im Heck. "Das bekommen wir aber hin", ist sich Rosberg sicher.
 
Während es in Sachen Zuverlässigkeit also schon ganz gut aussieht, schwebt über dem Potenzial des Autos noch ein Fragezeichen. "Schnell ist das Auto noch nicht bis jetzt", gibt der gebürtige Wiesbadener zu. "Zumindest wissen wir nicht, wie schnell es sein wird. Unser Ziel war es auch am Anfang nur Runden zu fahren. Da hilft jeder Kilometer."

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