Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Monaco - 23. Mai 2019 Motorsport Images

Mercedes wieder unschlagbar

Verstappen hadert mit letztem Versuch

Lewis Hamilton widmete seine Pole Position Niki Lauda. Mercedes war erneut haushoch überlegen. Red Bull fehlten fünf Zehntel. Der Abstand hätte geringer ausfallen können, wäre Max Verstappen in seiner Aufwärmrunde nicht in Verkehr geraten.

Die Formel 1 erwartet einen weiteren Mercedes-Doppelsieg. Die erste Startreihe gehört den Silberpfeilen. Lewis Hamilton schlug Valtteri Bottas um 86 Tausendstel. Während dem Engländer eine saubere Runde gelang, vermisste Bottas in der entscheidenden Runde Reifentemperatur. „Ich konnte die Aufwärmrunde nicht mein Tempo fahren, weil ich in Verkehr geraten bin.“ Beim ersten Q3-Versuch hatte der WM-Zweite das Gefühl, dass da mehr drin war als seine Zeit von 1.10,252 Minuten: „Ich habe auf der ersten Q3-Runde zwei, drei Zehntel liegengelassen und war zuversichtlich, dass ich mich zum Schluss noch steigern kann. Deshalb dachte ich, die Pole gehört mir.“

Lewis Hamilton dagegen erkannte sein Auto nicht wieder: „Im dritten Training fühlte sich das Auto nicht mehr so wie am Donnerstag an. Ich war nicht mehr in der Lage, sofort eine schnelle Runde zu fahren. Deshalb haben wir für die Qualifikation noch einige Dinge umgebaut.“ Es brachte Hamilton zurück in die Spur, aber nicht so weit, als dass er seinen Teamkollegen hätte herausfordern können. Da brauchte es schon wieder den Hamilton-Faktor kurz vor Torschluss, als er wieder mal eine Runde jenseits von Gut und Böse auf das Monte Carlo-Parkett zauberte. „Die Pole gehört Niki“, meinte der Champion erleichtert. „Es war für mich unheimlich schwierig, nach Nikis Tod wieder zur Tageordnung zurückzukehren, aber ich weiß, dass er genau das von uns erwartet hätte.“

Abstimmungsfenster des Red Bull zu klein

Mercedes hatte im Kampf um die besten Startplätze nicht wirklich Konkurrenz, auch wenn das Q1 an Sebastian Vettel und das Q2 an Max Verstappen ging. Die Fahrer in den Silberpfeilen drehten erst in der letzten K.O.-Runde der Qualifikation an der Power-Schraube. Und schon war der alte Abstand wieder hergestellt. Verstappen fehlten am Ende 0,475 Sekunden auf Hamiltons Bestzeit. Bei Vettel waren es 0,781 Sekunden. Angesichts der Kürze der Rundenzeit wieder ein Klassenunterschied.

Red Bull-Sportchef Helmut Marko ärgerte sich trotz des 3. Platzes vor dem schnellsten Ferrari. „Wir hätten einen der beiden Mercedes schlagen und vielleicht in die erste Reihe fahren können.“ Verstappen hätte dafür eine freie Aufwärmrunde gebraucht, die er nicht bekam. „Unser Auto reagiert da unheimlich empfindlich, wenn die Reifentemperatur nicht genau passt. Das Abstimmungsfenster ist einfach noch zu klein“, bedauert Marko. Verstappen brach die letzte Runde vorzeitig ab, nachdem er schon in der ersten Kurve nicht genug Grip spürte.

Die optimistische Rechnung von Red Bull geht allerdings nicht ganz auf. Bottas hatte das gleiche Problem wie Verstappen. Er wäre bei einem optimalen Aufwärmprozess der Reifen auch noch ein gutes Stück schneller gefahren. Das zeigen auch die Idealzeiten aus der Addition der persönlichen Sektorbestzeiten.

Idealzeiten aus Sektorbestzeiten

Hamilton 1.10,043 min
Bottas 1.10,065 min
Verstappen 1.10,540 min
Vettel 1.10,882 min

Red Bull wartet auf mehr Power

Red Bull gibt den Kampf gegen Mercedes noch nicht ganz verloren. „Wir verlieren noch zu viel Zeit im ersten Sektor. Da fehlt uns noch etwas Power im Qualifikations-Modus“, gibt Marko zu. Honda hat für die zweiten Saisonhälfte den entscheidenden Power-Sprung angekündigt. „Wir hoffen auf Spa“, heißt es bei Red Bull. Das Auto dagegen komme langsam ins Lot. „Die Zwischenzeiten in den Sektoren 2 und 3 zeigen, dass wir bei unseren alten Tugenden wieder aufholen. Die Traktion passt jetzt wieder.“ Ferrari dagegen rutscht in den langsamen Kurven immer weiter ins Elend. Vettel fehlten im zweiten Sektor vier, im dritten drei Zehntel. Ihn rettete nur die Motorleistung im Bergaufstück.

Mercedes wird am Sonntag nur durch einen unerwarteten Regenguss oder ein Safety Car zur falschen Zeit zu schlagen sein. Oder durch eine Kollision bei der Vorfahrtsregelung in der ersten Kurve. Hamilton und Bottas wissen, dass danach das Rennen praktisch gelaufen ist. „Dann kannst du nur noch abwarten und auf deine Chance hoffen“, meint Bottas. Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist überzeugt, dass bei dem 113-Meter-Spurt in die erste Kurve alles ruhig bleibt: „Unsere Fahrer gehen respektvoll miteinander um, und sie kennen ihre Verantwortung für das Team. Sie brauchen für den Start keine extra Instruktionen, höchstens eine Erinnerung.“

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