Mercedes unter Druck

Wo liegen die sieben Tausendstel?

Rosberg & Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Singapur - 20. September 2014 Foto: xpb 72 Bilder

Mercedes machte es spannend. Lewis Hamilton und Nico Rosberg trennten nur 0,007 Sekunden. Aber auch Red Bull, Ferrari und Williams kamen den Silberpfeilen näher als üblich. Theorien gab es viele. Eine schlüssige Erklärung fehlte.

So hart musste Mercedes noch nie um eine Pole Position kämpfen. Sieht man einmal vom GP Österreich ab, als Williams die erste Startreihe besetzte. Doch dafür gab es Gründe. Mercedes fuhr damals die Leistung der Elektromaschinen zurück, um eine Wiederholung des Problems von Montreal zu verhindern.

Diesmal gab es keine schlüssige Erklärung dafür, warum Red Bull nur 0,173 Sekunden, Ferrari 0,226 Sekunden und Williams 0,319 Sekunden fehlten. Und das bei einer Rundenzeit von 1.45,681 Minuten für den Trainingsschnellsten Lewis Hamilton.

Teamchef Toto Wolff bot eine Theorie an: "Singapur ist keine Power-Strecke." Soll heißen: Da ist der Nachteil von Red Bull und Ferrari geringer. Nico Rosberg hatte die zweite Antwort für das Singapur-Rätsel parat: "Die Supersoft-Reifen sind heikel. Man kann sie leicht überhitzen. Dann verlierst du in jeder Kurve ein bisschen. Vielleicht hat uns das mehr betroffen als andere." Hamilton vermutete: "Die anderen müssen Upgrades gebracht haben. Wir nicht."

Niki Lauda führte noch an: "Die Temperaturen sind im Vergleich zum Freitag gesunken. Deshalb haben die Reifen anders reagiert. Heute haben wir es unseren Fahrern zu verdanken, dass wir in der ersten Reihe stehen. Ihr Duell hat sie zu Höchstleistungen angetrieben."

Beide Mercedes mit neuen Bremsen in die Qualifikation

Mercedes hatte sich selbst das Leben schwer gemacht. Beide Fahrer bekamen wie in Österreich und in Deutschland neue Bremsen mit auf die Reise. Weil die Strecke eine der härtesten für die Bremse ist. "Ich habe bis zu meinem zweiten Versuch im Q2 gebraucht, bis ich meinen Rhythmus gefunden hatte", verrät Rosberg. Im Detail erzählt er: "Neue Bremsen beißen anfangs besser zu. Das musst du antizipieren. Du musst weicher reinsteigen und die Balance nach hinten verschieben. Es hat ein paar Versuche gekostet, bis die Balance richtig gepasst hat."

Mit seiner letzten Runde im Q3 war Rosberg zufrieden. "Es war eine gute Runde. Ich könnte nicht sagen, wo ich die sieben Tausendstel liegengelassen habe. Es könnte in jeder Kurve passiert sein."

Lewis Hamilton startete mit einem Fehler in die entscheidende Runde. "Links vorne war der Reifen zu kalt. Die Aufwärmrunde hat nicht gepasst. Ich musste Abstand zu Vettel und Alonso schaffen. Deshalb hat das Rad in Kurve 1 blockiert. Das Delta zu meiner Runde davor lag bei 0,18 Sekunden. Da dachte ich, dass ich die Pole Position vergessen kann. Ich bin trotzdem auf dem Gas geblieben. Im zweiten Sektor hatte ich die verlorene Zeit schon wieder aufgeholt. Da kam ich im Gegensatz zum ersten Versuch fehlerlos durch."

Rosberg zwingt sich positiv zu denken

Hamilton prophezeit wegen der knappen Abstände ein spannendes Rennen mit ungewissem Ausgang: "Die Reifen könnten es entscheiden. Nach dem Regen Samstagnacht wird die Strecke grün sein. Das könnte die Balance verschieben und für mehr Boxenstopps sorgen."

Rosberg dagegen malt die Welt in rosa. Jedes mögliche Problem wird ins Positive gedreht. Die Startposition auf der schmutzigen Seite: "Ich bin letztes Jahr vom gleichen Startplatz aus an Vettel vorbei in Führung gegangen." Die unerwartete Konkurrenz von Red Bull, Ferrari und Williams. "Das hatten wir in Österreich im Training auch so und haben trotzdem das Rennen gewonnen." Die Atmosphäre im Team: "Die ist so gut wie sie sein kann." Und die knappe Trainingsniederlage: "Lewis hat einen Job gemacht, der um sieben Tausendstel besser war."

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