Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - 13. Mai 2017 Wilhelm
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - 13. Mai 2017
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Mercedes mit Renn-Setup zur Pole Position

Trotz Monster-Upgrade nur knapper Sieger

Mercedes hat das Training gegen Ferrari um die Winzigkeit von 51 Tausendstel gewonnen. Hat das Monster-Upgrade seine Wirkung verfehlt? Dafür gibt es zwei Antworten. Wir verraten sie Ihnen.

Das war knapp. Lewis Hamilton konnte sich im Q3 im zweiten Versuch nicht verbessern, weil er im dritten Sektor zu viel Zeit verlor. Sebastian Vettel lag nach zwei Sektoren bereits zwei Zehntel unter Hamiltons Bestzeit, bremste dann aber die Schikane zu spät an. Am Ende trennten den Ferrari-Piloten nur 51 Tausendstel von Hamilton, der mit seiner 64. Pole Position nur noch eine Trainingsbestzeit unter Ayrton Sennas magischem Wert liegt. Auch Michael Schumachers Rekord von 68 Bestzeiten ist nicht mehr fern.

Gemessen am Mercedes hatte Ferrari nur ein bescheidenes Aero-Paket aufgeboten. Und Vettels Samstagsprogramm lief mit einem unplanmäßigen Motorwechsel und erneutem Motoralarm im Q1 alles andere als rund. Hamilton dagegen schwärmte: „Das Auto fühlte sich toll an, nachdem wir das Setup nach dem dritten Training leicht geändert hatten. Ich hatte nur beim letzten Qualifikationsversuch Probleme. Der dritte Sektor herrschte ziemlich starker Wind. Du bremst am gleichen Punkt, aber plötzlich hast du Untersteuern.“

Mercedes erhöht den Abtrieb

Nach dem Freitag hatte man sich von Mercedes einen deutlicheren Trainingssieg erwartet. Doch Ferrari fand am Samstag zu alter Stärke zurück. Hat das große Aero-Upgrade am Ende seine Wirkung verfehlt, wenn Ferrari mit ein paar Modifikationen am Unterboden und den Leitblechen ausgleicht? Hamilton widerspricht: „Ferrari hat ja schon in Sotschi was Neues gebracht. Wir nicht.“

Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff sieht sich in der Fleißaufgabe der Ingenieure bestätigt: „Ich bin happy mit dem Update. Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass wir die Pole Position holen und zwei Autos haben, die in der Lage sind die Pole zu holen, hätte ich sofort zugegriffen.“

Die Pattstellung zwischen Mercedes und Ferrari im Training hat möglicherweise ganz andere Gründe. Die Mercedes-Ingenieure schließen nicht aus, dass Ferrari von der Luftdruckabsenkung mehr profitiert hat als man selbst. Pirelli senkte gegenüber Freitag vorne den Luftdruck um ein halbes und hinten um eineinhalb PSI.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ferrari entweder besser darauf reagiert oder die Aerodynamik des SF70H weniger sensibel auf das stärkere Walken der Reifen bei weniger Luftdruck reagiert. Bahrain bot ein ähnliches Bild. Eine Luftdruckabsenkung brachte Ferrari auch dort ab Samstag wieder ins Spiel.

Es gibt noch einen zweiten Grund, warum Mercedes auf eine Runde nicht die von allen erwartete Dominanz gezeigt hat. Mercedes erhöhte den Abtrieb und verschenkte auf der Zielgeraden im Vergleich zum Freitag trotz längerer DRS-Zone 6 km/h. Ferrari war im Topspeed plötzlich um 4 km/h schneller. Mercedes wollte unter allen Umständen vermeiden, im Rennen wieder in Probleme mit zu hohen Reifentemperaturen zu laufen.

Ein Indiz dafür, dass Mercedes mehr auf die Rennabstimmung geschielt hat als auf die Pole Position um jeden Preis zeigen die Zwischenzeiten in Sektor 3, in dem guter mechanischer Grip gefragt ist. Da gewinnt Hamilton auf Vettel 0,459 Sekunden. „Das zeigt, dass wir für das Rennen gearbeitet haben“, bestätigt Wolff und ergänzt: „Wir haben einen guten Kompromiss zwischen Höchstgeschwindigkeit und Kurvengeschwindigkeit gefunden.“

300 Meter weniger Anlauf in die erste Kurve

Lewis Hamilton muss vom besten Startplatz 740 Meter lang zittern. 300 Meter weniger als in Sotschi, wo sich der dritte Startplatz als besser erwies als der erste. Valtteri Bottas glaubt deshalb, dass es nicht so einfach wird, seinen Coup vom GP Russland zu wiederholen. Sein Teamchef sieht die Chance bei 30 Prozent. „Es ist nicht unmöglich, wie die Geschichte dieses Rennens zeigt. Aber der Anlauf ist deutlich kürzer“, relativiert Bottas. Hamilton sieht noch einen Vorteil für sich: „Die linke Spur bietet mehr Grip als die rechte, wo Vettel steht.“

Valtteri Bottas verschenkte die Chance auf einen besseren Startplatz im zweiten Sektor. „Bis zum Q3 war ich ganz nah dran, aber dann fühlte sich das Heck immer instabiler an. Jede Runde benahm sich das Auto ein bisschen anders.“ Der Finne war durch einen Motorwechsel ins Hintertreffen geraten. Sein Auto wurde in dritten Training so spät fertig, dass es nur noch zu 7 Runden reichte.

Bottas wollte das aber nicht als Ausrede sehen. Motor Nummer 1 hat nicht weniger Leistung als Motor Nummer 2. Nur eine geringere Lebenserwartung. Das sieht auch Toto Wolff so: „Es könnte Valtteris Rennen etwas beeinträchtigen, aber nicht viel. Er hätte ja sowieso fünf Rennen halten müssen. Aber sein Tag war definitiv davon beeinflusst, weil er Zeit auf der Strecke verloren hat.“

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