Mercedes verzichtet auf Fric

"Wir wollen zeigen, dass es auch ohne geht"

Lewis Hamilton - GP England  - 2014 Foto: xpb 117 Bilder

Das Fric bei Mercedes bleibt ausgebaut. Der WM-Spitzenreiter will auch nicht die Sportkommissare um Klarstellung bitten. Die Devise im Lager von Mercedes lautet: Jetzt erst recht. Wir fahren ohne Fric und zeigen euch, dass wir trotzdem schneller sind.

Es ist so ein Fall, bei dem jeder jeden verdächtigt. Red Bull behauptet, dass Mercedes das beste Fric-System an Bord hatte. Mercedes schiebt den schwarzen Peter zu Red Bull. Aus dem silbernen Lager hört man, dass keiner für das Verbot von Fric so hart bestraft würde wie die Titelverteidiger. Weil sie ihr Auto mit einem so starken Anstellwinkel fahren und darauf angewisen sind, dass die Vorderachse tief liegt. Wieder andere glauben, dass Lotus das größte Opfer bringen muss. Weil sie die Erfinder des Systems waren.

Verluste laut Mercedes gering

Dann ist da noch die Frage: Wer steckt dahinter? Die einen sagen, dass Caterham den Hardliner spielt. Weil sie am wenigsten zu verlieren haben. Das vernetzte Fahrwerk im Caterham war offenbar das simpelste. Im letzten Jahr operierte man noch mit einer Stahlfeder. Wenn man den Ingenieuren aus verschiedenen Teams glauben darf, dann war das Mercedes-System das komfortabelste. Es hat den Niveau-Ausgleich in alle Richtungen geschafft. "Wenn das stimmt", sagt Lotus-Einsatzleiter Alan Permane, "dann sind sie besser als wir."

Trotzdem geht Mercedes kein Risiko ein. Teamchef Toto Wolff bestätigte: "Wir fahren ohne Fric." Mercedes will den Fall auch nicht weiter verfolgen. Man plant, weder bei der FIA noch bei den Sportkommissaren eine Klarstellung einzuholen. Wolff geht in die Offensive: "Nicht klagen, sondern zeigen, dass es auch ohne geht." Er traut dem Braten nicht, auch wenn die Sportkommissare in Deutschland das vernetzte Fahrwerk für legal erklären sollten. "Und wer garantiert uns, dass am Sonntag nicht doch einer protestiert? Oder bei irgendeinem anderen Grand Prix?"

Budapest und Singapur ideal für Fric

Laut Mercedes sind die Verluste gering. Auf keinen Fall im Bereich von einer halben Sekunde. Der Grund? "Wir haben einen Frontflügel, der auf unterschiedliche Bodenfreiheiten sehr unsensibel reagiert." Hockenheim sei sowieso eine Strecke, auf der das System seine Vorteile nicht ausspielen könne, heißt es. Der Hungaroring und Singapur sind die perfekten Fric-Strecken. Aber dort werden alle Zeit verlieren, weil ja jeder Fric an Bord hatte. Der eine etwas mehr als der andere, was aber die Reihenfolge nicht durcheinanderbringen wird. Im Lager der Silberpfeile dominiert die Meinung: "Wir zeigen euch, dass wir auch ohne Fric schneller sind."

Neues Heft
Top Aktuell F1-Tagebuch - GP Japan 2018 - Suzuka F1-Tagebuch GP Japan Saisonhighlight mit Ferrari-Pannen
Beliebte Artikel Sebastian Vettel - Red Bull - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 21. Juni 2014 Abwarten im FRIC-Streit Fünf Teams gegen FRIC Nico Rosberg - Helm - GP Deutschland 2014 FIFA ärgert Rosberg Verbot für den WM-Helm
Anzeige
Sportwagen Jaguar Land Rover Fahrdynamik Advertorial Auf Knopfdruck: Sport Mehr Fahrspaß durch Technik Porsche 911 (992) Cabrio Erlkönig Erlkönig Porsche 911 Cabrio (992) Offener Elfer startet 2019
Allrad Toyota RAV 4 2018 New York Sitzrobe Toyota RAV4 (2018) SUV-Neuauflage ab 29.990 Euro Porsche Macan, Facelift 2019 Porsche Macan (2019) Facelift Scharfes Heck, starke Motoren
Oldtimer & Youngtimer Porsche 911 (996) Carrera Coupe Porsche 911 (996) Kaufberatung Probleme des Schnäppchen-Elfer Aston Martin Heritage EV Concept Aston Martin Heritage EV Concept Elektroantrieb für Klassiker