Lewis Hamilton - F1-Test Barcelona 2018 Wilhelm
Marcus Ericsson - Sauber - Formel 1 Test - Barcelona - Tag 4 - 1. März 2018
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Duell Mercedes vs. Ferrari

Hamilton hofft auf starke Konkurrenz

Das Duell Mercedes vs. Ferrari ging in der ersten Testwoche nach Zahlen an das Silberpfeil-Team. Die widrigen Bedingungen lassen aber noch kein klares Bild erkennen. Trotzdem strotzte Lewis Hamilton nur so vor Selbstvertrauen.

Blickt man nur auf das Klassement des finalen Testtags von Barcelona, dann scheint die Sache eindeutig: Lewis Hamilton sicherte sich am Ende klar die Bestzeit. Der Weltmeister umrundete den Grand Prix-Kurs auf härteren Medium-Reifen fast eine Sekunde schneller als Titel-Rivale Sebastian Vettel auf den weicheren Soft-Gummis. Doch so einfach sollten es sich die Fans nicht machen.

Sowohl bei Mercedes als auch bei Ferrari geht man in Melbourne von einem ganz engen Kampf aus. „Wenn unsere Simulationen stimmen, dann sollte der Dreikampf zwischen Ferrari, Red Bull und uns richtig brennen“, machte Mercedes-Teamchef Toto Wolff den Fans Hoffnung auf spannende Rennen.

Vettel mit vielen Fragezeichen

Vettel & Bottas - Ferrari & Mercedes - F1-Test - Barcelona - Tag 2 - 27. Februar 2018
Wilhelm
Wer hat die Nase vorn? Noch kann es keiner sagen!

Doch die Aussagekraft der ersten Testwoche ist durch die widrigen Wetterbedingungen noch mehr als begrenzt. „Wir konnten nicht viel lernen“, winkte Vettel ab. „Bei der Kälte bekommt man die Reifen nicht zum Arbeiten. Und dann rutscht man nur noch herum. Wir hätten gerne noch mehr mit dem Setup ausprobiert. So gehen wir mit vielen Fragezeichen in die zweite Testwoche.“

Auch Rivale Hamilton zeigte sich kurz angebunden, was die Erfahrungswerte aus der ersten Woche angeht. „Normalerweise habe ich fast 300 Runden auf dem Buckel, wenn es in den vierten Testtag geht. Heute hatte ich vielleicht 20. Es ist noch viel zu früh, etwas zu sagen. Ich erwarte aber, dass Ferrari und Red Bull wieder stark sind.“

Hamilton ist bekanntlich kein Freund von Testfahrten. Durch die begrenzten Kilometer war das am letzten Tag von Barcelona aber etwas anders: „Ich wollte unbedingt ins Auto steigen. Ich wollte sehen, wie es sich anfühlt und wie die Reifen funktionieren.“ Die Konkurrenz hat der Weltmeister noch nicht im Blick. „Ich weiß, dass der Ferrari rot ist. Aber sonst habe ich noch gar nichts mitbekommen.“

Mercedes und Ferrari zuverlässig

Sowohl im roten als auch im silbernen Lager konnte man zumindest mit der gezeigten Zuverlässigkeit zufrieden sein. Vettel brachte es am Donnerstag auf 120 Runden, Hamilton und Bottas gemeinsam auf 129. Laut Vettel passt das erste Gefühl in seinem SF71H: „Wir sind soweit zufrieden. Das Auto funktioniert. Was wir uns erhofft haben, scheint eigetroffen zu sein. Der erste Eindruck ist gut.“

Zu weit wollte sich der Heppenheimer aber nicht aus dem Fenster lehnen: „Ich denke, Mercedes ist der Favorit. Es wäre natürlich schön, wenn wir näher dran sind als letztes Jahr. Und wenn Red Bull aufschließen kann, dann wird es richtig interessant. Wo wir momentan stehen, ist noch schwer einzuschätzen. Das wird man wohl auch bis Ende nächster Woche nicht wissen. Aber das macht ja auch den Reiz aus: Wir fahren nach Australien und da müssen dann alle die Hosen runterlassen. Und dann schauen wir, wo wir stehen.“

Auch Kollege Hamilton denkt schon an den Saisonauftakt. Auf die Frage, ob die eine verbleibende Testwoche als Vorbereitung reicht, antwortete der Brite überraschenderweise: „Es reicht immer. Von mir aus können wir auch sofort das erste Rennen starten. Testen macht nur am ersten halben Tag Spaß. Aber eigentlich will man als Fahrer doch immer den Wettkampf.“

Hamilton freut sich über stärkere Konkurrenz

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 Test - Barcelona - Tag 4 - 1. März 2018
ams
Lewis Hamilton freute sich ausnahmsweise über den Test am Freitag.

Hamilton überraschte auch mit der Aussage, dass er sich dieses Jahr noch mehr Gegenwehr von seinen Rivalen wünscht: „Je größer die Konkurrenz, desto besser ist das Gefühl, wenn man am Ende gewinnt. Man will, dass die Ausgangslage so ausgeglichen wie möglich ist, damit man als Fahrer auch zeigen kann, dass man ein Quäntchen besser ist.“

Dem vierfachen Champion mangelt es bekanntlich nicht an Selbstbewusstsein: „Meine Einstellung ist: Wenn ich meine Bestleistung abrufen kann, dann sollte es keine Probleme geben. So muss aber jeder Fahrer denken. Davon muss man sich selbst überzeugen. Ich möchte auch nicht, dass meine Gegner Probleme haben, von denen ich profitieren kann. Ich möchte sie in Top-Form schlagen, denn dann ist die Niederlage für sie noch schmerzhafter.“

Und auch die Konkurrenz aus dem eigenen Team fürchtet der 62-fache Grand-Prix-Sieger nicht. Auf die Frage, ob Valtteri Bottas dieses Jahr schwerer zu schlagen sein wird, antwortete Hamilton mit einem klaren „Nein“, was der Finne aber nicht persönlich nehmen sollte. „Das würde ich über jeden sagen. Das hat nichts mit Valtteri zu tun. Er hat in den letzten Rennen einen super Eindruck hinterlassen und ich erwarte ihn in Top-Form. Aber das bin ich auch.“

Neuer Asphalt nimmt Barcelona den Charakter

Hamilton liebt die Herausforderung. Und das ist nicht nur auf die Gegner beschränkt. Auch von der Rennstrecke erwartet Hamilton, alles abgefordert zu bekommen. Deshalb zeigte er sich auch enttäuscht darüber, dass der Kurs in Barcelona über den Winter neu asphaltiert wurde.

„Die Fahrer beschweren sich im Briefing immer über zu viele Bodenwellen. Aber wenn die Stöße in den Bremsphasen liegen, dann muss man als Fahrer schnell reagieren. Wenn sie in den Kurven liegen, dann versetzt das Auto regelrecht. Da muss man sich als Fahrer daran anpassen. Das macht es schwieriger. Ich mag diese Herausforderung. Und ein alter Asphalt mit Bodenwellen gibt der Strecke ihren Charakter. Wenn man alles glattbügelt, dann wird es natürlich einfacher. Und diese Strecke ist viel einfacher geworden, als ich sie in den letzten 10 Jahren erlebt habe.“

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