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Kein Mercedes-Jubel in Suzuka

„Klopfen uns nicht auf die Schulter“

Mercedes ist nach der Pleite von Malaysia wieder auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Lewis Hamiltons achter Saisonerfolg in Suzuka war aber härter erarbeitet als erhofft. Der Jubel fiel entsprechend verhalten aus.

Bei Mercedes wusste man nach der Zieldurchfahrt nicht, ob man das Ergebnis feiern sollte. Das obligatorische Siegerfoto wurde abgeblasen. Was allerdings nicht daran lag, dass Ferrari dem Silberpfeilteam die 25 Punkte auf dem Silbertablett servierte. Oder dass Red Bull mehr Druck ausübte, als es Lewis Hamilton lieb war. Der enge Zeitplan verhinderte das Partybild mit allen Teammitgliedern, das normalerweise nach jedem Erfolg geschossen wird.

Hamilton noch nicht durch

Teamchef Toto Wolff versuchte den Ball flachzuhalten, obwohl die Aussichten auf den Titel dank 59 Punkten Vorsprung mehr als gut sind. „Die Punkte geben einem natürlich ein gutes Gefühl. Aber wir haben am Fall von Sebastian gesehen, wie schnell es gehen kann, wenn man ein paar Rennen nicht punktet. Wir denken von Rennen zu Rennen. Das hat bisher funktioniert. Diesen Ansatz behalten wir bei.“

Auch Lewis Hamilton traute dem Braten nicht so recht, obwohl er in vier Rennen nur noch 41 Punkte sammeln muss. „Solch ein Vorsprung hätte ich mir nicht einmal erträumen können. Ferrari hat uns das ganze Jahr ordentlich unter Druck gesetzt. Sebastian hat unglaubliches Pech gehabt. Aber der Weg ist noch lang. Es sind noch 100 Punkte zu vergeben. Im Leben kann alles passieren. Ich muss weiter konzentriert bleiben und weiter solche Leistungen abliefern.”

Mercedes im Rennen schwächer als im Qualifying

Nach dem Ausfall des Hauptgegners in der vierten Runde dachten alle an eine gemütliche Spazierfahrt von Hamilton. Doch Max Verstappen sorgte dafür, dass dem Briten an der Spitze nicht langweilig wird. Vor allem auf dem härteren Soft-Reifen schien der Red Bull einen Vorteil zu haben. Weil Überholen in Suzuka aber schwierig ist, gab es nie eine Chance zum Angriff. Nach 53 Runden fehlten dem Verfolger nur 1,2 Sekunden.

Im kühleren Qualifying fuhr Hamilton noch in einer Liga für sich. Am Sonntag präsentierte sich der Silberpfeil dann plötzlich wieder verwundbar. Der WM-Spitzenreiter musste sein ganzes Können auspacken. So gewann er zum Beispiel durch eine clevere Fahrweise 1,5 Sekunden in der ersten VSC-Phase. Doch Verstappen kam nach der zweiten VSC-Phase noch einmal auf. Hamiltons Reifen hatten Temperatur verloren und produzierten Vibrationen. Als Fernando Alonso beim Überrunden dann nicht gleich zur Seite fuhr, wurde es plötzlich noch einmal spannend.

Mercedes rätselt weiter über Diva

Doch Hamilton brachte den Vorsprung souverän über die Distanz. Wie das Rennen ausgegangen wäre, wenn Vettel vorne mitgemischt hätte, werden wir leider nie erfahren. Wolff wusste, dass man in Suzuka auch Glück hatte. “Wir haben vom Pech und den Problemen bei Ferrari profitiert. Es gibt keinen Grund, dass wir uns jetzt auf die Schultern klopfen. Ganz im Gegenteil. Wir haben immer noch eine Diva als Auto. Das müssen wir verstehen.„

Trotz der erneuten Probleme sah man bei Mercedes einen klaren Aufwärtstrend: “Wir haben nach Malaysia am Setup gearbeitet, damit der Reifen besser Grip produziert. Suzuka ist aber eine ganz andere Strecke, mit einem anderen Layout, anderem Asphalt und anderen äußeren Bedingungen. Da muss man neue Daten sammeln und dann die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Klar ist, dass wir wieder unter den wärmeren Bedingungen am Sonntag gelitten haben.„

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