Mercedes zieht Getriebejoker

12 Rennen mit falscher Übersetzung

Lotus-Getriebe - GP Italien 2014 - Danis Bilderkiste Foto: Dani Reinhard 28 Bilder

Keine guten Nachrichten für die Gegner von Mercedes. Das dominierende Team der Saison zieht beim GP Singapur seinen Getriebejoker. Es wird kürzer übersetzt. Damit kann der Mercedes V6-Turbo seine Power noch besser entfalten. Bis Monza ist Mercedes mit einem viel zu langen achten Gang gefahren.

Toro Rosso, McLaren, Red Bull und Ferrari haben es schon gemacht. Die vier genannten Teams zogen im Lauf des Jahres ihren Getriebejoker. Toro Rosso in Monte Carlo, McLaren in Hockenheim, Red Bull in Spa, Ferrari in Monza. Mercedes wird es vor dem GP Singapur tun.

Das Reglement erlaubt den Teams, ein Mal im Jahr die Übersetzung zu ändern. Mangels Erfahrung mit den neuen Antriebseinheiten haben viele Teams zu Saisonbeginn eine zu konservative Getriebeabstufung gewählt. Red Bull zu kurz, Mercedes zu lang. Lewis Hamilton und Nico Rosberg haben ihren achten Gang zum ersten Mal in Monza benutzt.

Mercedes verschenkt Rundenzeit

"Er war für alle anderen Strecken zu lang", gibt Chefdesigner Aldo Costa zu. "Mit der Wahl der Übersetzung wollten wir uns Luft nach oben lassen, haben aber relativ bald gemerkt, dass wir besser kürzer übersetzt hätten. Wir haben mit dem Wechsel der Übersetzung dann aber doch bis Singapur gewartet, weil wir in Monza den achten Gang gut gebrauchen konnten."

Costas Geständnis heißt, dass der Mercedes in den ersten 13 Rennen mit Ausnahme von Monza nicht optimal übersetzt war und Rundenzeit verschenkt hat. Das Team konnte wegen der großen Überlegenheit der Autos damit leben.

Red Bull verfuhr genau anders herum. Adrian Newey ließ die beiden unteren und die beiden oberen Gänge zu kurz übersetzen. Da spielten wohl die guten Erfahrungen mit einer kurzen Übersetzung aus der Vergangenheit eine Rolle. Seit Spa sind der erste, zweite, siebte und achte Gang länger.

Fünfgang-Getriebe wäre optimal für V6-Turbos

Williams wird seiner Übersetzung treu bleiben. Technikchef Pat Symonds wunderte sich von Anfang an über die Wahl seiner Kollegen von Mercedes: "Wir wurden etwas nervös, weil wir uns dachten: Wissen die mehr als wir? Sie kennen ihren Motor ja in- und auswendig. Nach ein paar Rennen war ich beruhigt. Wir sind mit unserer Übersetzung zufrieden, werden höchstens bei Testfahrten nach der Saison mal probieren, welche Auswirkung eine längere Übersetzung hätte."

Für Symonds ist der achte Gang völlig überflüssig. "Die Motoren haben so viel Drehmoment, dass wir auch mit einem Fünfgang-Getriebe auskommen würden. Das würde viel Gewicht und Platz sparen. Leider schreibt das Reglement den achten Gang vor. Früher hieß es mindestens sieben Gänge. Der Passus wurde gestrichen. Sonst hätten wir nie einen achten Gang eingebaut."

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