Michael Schumacher vs. Rubens Barrichello

Jetzt gibt es schon wieder Zoff

Michael Schumacher Rubens Barrichello GP Japan Foto: xpb 27 Bilder

Michael Schumacher und Rubens Barrichello werden keine Freunde mehr. Beide trafen sich nach dem Abschlusstraining im Turm der Rennleitung wieder. Schumacher hatte Barrichello blockiert. Die Rennleitung gab Schumacher eine Verwarnung. Wieder bleibt ein Stück Bitterkeit zurück.

Michael Schumacher und Rubens Barrichello ziehen sich an wie zwei Magneten. Nach der Beinahekollision von Budapest trafen sich die beide Ferrari-Piloten nach dem Abschlusstraining schon wieder im Büro des Rennleiters. Williams hatte sich beschwert, dass Schumacher im zweiten Abschnitt der Qualifikation Barrichello behindert hätte.

Williams legte Protest ein

Das Team machte mehr Wind als der Fahrer selbst. Barrichello sah die Sache zwei Stunden später schon wieder entspannt, nachdem er sich am Funk ziemlich echauffiert hatte: "Ich bin direkt hinter Michael auf die Strecke gegangen und ließ mich dann vor Beginn meiner schnellen Runde fünf bis sechs Sekunden zurückfallen. Michael muss eine schlechte Runde gehabt haben, denn in Kurve 8 bin ich auf ihn aufgelaufen. Zu dem Zeitpunkt lag ich eine Zehntel unter meinen persönlichen Bestzeit. Michael blieb trotzdem auf seiner Spur."

Als Barrichello nach dem Training TV-Interviews gab, ließ Schumacher im Vorbeigehen seinen Widersacher wissen: "Das Team hat mich nicht informiert, dass du so dicht hinter mir warst." Trotzdem musste der Mercedes-Fahrer bei der Rennleitung antanzen. Barrichello kleinlaut: "Ich hatte schon vor Michaels Erklärung mit der Rennleitung gesprochen. Das war nicht mehr zurückzunehmen. Andererseits gibt es ja auch Rückspiegel. Michael hätte mich sehen können."

Barrichello fordert Respekt

Dann brach aber doch wieder der alte Frust durch: "Wenn du im Leben Respekt ernten willst, musst du auch anderen gegenüber Respekt aufbringen. Als ich wegen Michael vom Gas musste, kam von hinten Kubica angeflogen. Die TV-Aufnahmen zeigen sehr gut, dass ich sofort zur Seite gegangen bin. Ich mache das auch für Yamamoto, wenn ich weiß, dass er auf seiner schnellen Runde ist. Egal wie langsam sein Auto ist, auch der hat ein Recht auf eine freie Runde."

Michael Schumacher war mit einigen Stunden Abstand der Meinung, dass hier aus einer Mücke ein Elefant gemacht wurde: "Wenn Rubens wirklich auf einer schnellen Runde gewesen wäre und ich ihn blockiert hätte, hätte ich mich entschuldigt. Aber das war unserer Meinung nicht der Fall. Er war in dieser Runde im ersten Sektor vier Zehntel langsamer als in seinem Versuch davor. Wenn jemand auf einer schnellen Runde ist, gehört es zu meinem Selbstverständnis, dass ich aus dem Weg fahre. Ich will auch von niemandem aufgehalten werden." Die Rennleitung sprach ein Kompromiss-Urteil. Es gab nur eine Verwarnung für den Mercedes-Piloten.

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