Michael Schumacher im Montreal

Schumi im Quali auf verlorenem Posten

Michael Schumacher Foto: xpb 22 Bilder

Mit Rang 13 im Qualifying fuhr Michael Schumacher in Montreal den schwächsten Startplatz der ganzen Saison ein. Die Reifen geben dem 257-fachen GP Teilnehmer Rätsel auf. Für das Rennen ist allerdings noch nicht alle Hoffnung verloren.

Man sah Michael Schumacher den Frust an, als er schon nach der zweiten K.O.-Runde seinen Silberpfeil verlassen musste. Mit Platz 13 hatte er die schlechteste Startposition in diesem Jahr eingefahren. Strecke, Reifen, Auto und Fahrer wollten an diesem Nachmittag einfach nicht harmonieren.

"Ich habe es mit beiden Mischungen probiert", erklärte Schumacher anschließend. "In meinem letzten Run habe ich aber einfach nicht die Zeiten zusammenbekommen. Am Ende habe ich es auch noch mit Gewalt probiert, aber etwas zu viel gepusht. Die einzelnen Sektorzeiten hätten wohl für Q3 ausgereicht."

Teamkollege Nico Rosberg war in dieser Phase immerhin eine halbe Sekunde schneller als der Rekordchampion, was relativ komfortabel für den Einzug in die letzte Runde reichte. Dort waren die Möglichkeiten für den zweiten Mercedes allerdings schnell ausgeschöpft. Rosberg fuhr mit Rang zehn ebenfalls sein schlechtestes Quali-Ergebnis der Saison ein.

Reifen fallen aus dem Fenster

Das große Problem bei Mercedes war schwarz und rund: "Die Reifen haben sich für uns einfach nicht so gut entwickelt, wie bei den anderen Teams", analysierte Schumacher anschließend frustriert. "Die anderen Teams konnten sich teilweise deutlich steigern im Vergleich zum Freitag." Dabei sah es sogar noch am Vormittag im Training ganz gut aus für die Silberpfeile: "Die Bedingungen haben sich geändert, deshalb sind wir gar nicht in das Fenster reingekommen, in dem die Reifen funktionieren." Dabei seien die Probleme mit beiden Mischungen die gleichen. "Einfach kein Grip."

So schwierig wie momentan habe er die Reifensituation in seiner ganzen Karriere nicht erlebt, gibt Schumi offen zu. "Die Reifen sind manchmal ein echtes Rätsel. Wenn man sich mal die anderen Teams anschaut, dann weiß keiner so genau, wann die Reifen funktionieren. Wir hatten solche Probleme schon vorher in der Saison. Aber nicht in dem Umfang."

Schumacher hofft auf gute Race-Pace

Für das Rennen hat Schumacher die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben. "Mit wenig Sprit müssen wir noch mehr kämpfen als mit mehr Gewicht an Bord. Mit einem schweren Auto waren unsere Zeiten sehr konkurrenzfähig. Da waren wir mit die Schnellsten. In puncto Race-Pace sollten wir deutlich stärker aussehen."

Schumi weiß aus seiner langen Erfahrung, dass auf dem Stadtkurs von Montreal viel passieren kann. "Es ist ein schwieriges und langes Rennen. Safety-Cars kommen hier öfter zum Einsatz. Es ist noch nichts vorbei, aber unser Startplatz hilft natürlich nicht gerade." Auf Platz 13 kann er sich immerhin die Reifenmischung aussuchen, mit der er das Rennen angehen will. "Die freie Reifenwahl gibt mir eine zusätzliche Option. Ob es zum Joker wird, müssen wir erst herausfinden."

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