Schumacher-Crash in Spa

Überdrehte Radmutter ist schuld

Michael Schumacher - GP Belgien - Qualifying - 27.8.2011 Foto: xpb 62 Bilder

Update ++ Das Qualifying von Michael Schumacher war bereits nach einer halben Runde beendet. Kleiner Fehler - große Wirkung. Eine überdrehte Radmutter sorgte für einen heftigen Einschlag in der Rivage-Kurve. Vom letzten Platz will Schumi im Rennen eine gute Show liefern.

Früher war Michael Schumacher in aussichtslosen Situationen immer besonders gefährlich. Man denke nur an den Belgien-Sieg von Platz 16 in der Saison 1995. Doch in dieser Saison muss schon ein mittleres Wunder her, wenn es für den Jubilar 20 Jahre nach der Premiere in Spa mal wieder aufs Podium gehen soll.

Immerhin hatte Schumacher seinen Humor nicht verloren, nachdem er in der Einroll-Runde das rechte Hinterrad verloren hatte und in die Reifenstapel eingeschlagen war. "Ich habe ja schon einige Erfahrung in Spa auf drei Rädern. Aber das war heute anscheinend nicht genug." Schumi sprach dabei auf die Kollision mit David Coulthard 1998 an, bei der der damalige Ferrari-Pilot in Führung liegend das rechte Vorderrad verlor und auf drei Rädern an die Box zurückhumpelte.

Rechtes Hinterrad macht sich selbstständig

Im Qualifying kam der Mercedes nicht mehr an die Box zurück. Eine Vorankündigung gab es nicht für den Crash. "Wir haben auf die Daten geschaut. Das ist ganz plötzlich innerhalb von einer Sekunde passiert." Schumacher hatte keine Zeit zu reagieren und war nur noch Passagier in seinem Silberpfeil. Ross Brawn konnte sich den Zwischenfall am Abend immer noch nicht erklären. "Die Untersuchung läuft immer noch. Klar ist, dass das Rad nicht richtig auf der Achse befestigt war."

Am Sonntagmorgen lieferte man eine erste Erklärung für den Unfall. Die Radmutter sei beim Befestigen des Rades überdreht worden. Wenn die Mechaniker die Schlagschrauber nicht mit dem exakten Drehmoment anziehen, kann das Gewinde beschädigt werden. Bei den hohen Kräften beim Bremsen und in den Kurven, ist ein Lockern des Rads die logische Folge.

In so einem Fall darf sich das Rad aber eigentlich nicht vom Auto lösen. Im Fall Schumachers flog der Gummi jedoch samt Felge in hohem Bogen durch die Gegend. Wie gefährlich so etwas sein kann, zeigte zuletzt der Fall Henry Surtees. Der Sohn von Rennlegende John Surtees war 2009 bei einem Formel 2-Unfall von einem herumfliegenden Rad tödlich am Helm getroffen worden.

"Es gibt einen Sperrmechanismus", erklärt Brawn. "Wir hatten im letzten Jahr ein paar Probleme damit, aber mit dem neuen System gab es bisher noch keine Probleme. Wir haben das System mit unseren DTM-Teams entwickelt. Es muss eine Erklärung dafür geben und ich bin sicher, dass wir sie finden." 2010 war Schumacher in Malaysia schon einmal mit einem lockeren Rad stehengeblieben. In Japan erwischte Nico Rosberg ein ähnlicher Defekt.

Schumacher denkt bereits ans Rennen

Schumacher selbst nahm die ganze Angelegenheit locker: "Es gibt Dinge, die man einfach nicht ändern kann. Ich kann niemandem die Schuld geben. So etwas kann immer passieren", sagte Schumi mit der Reife eines 42-Jährigen. Am Sonntag will er nun eine Aufholjagd starten. "Das wird sicher ein aufregendes Rennen. Eine gute Show für die Fans und viel Spaß für mich."

Am liebsten hätte der Rekordchampion Regen, wenn die Startampel ausgeht. "Im Trockenen ist es sicher schwieriger nach vorne zu kommen. Letztes Jahr bin ich ja auch von hinten gestartet. DRS sollte sicher etwas helfen."

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