Michael Schumacher

"Uns ernst zu nehmen, ist nicht verkehrt"

Michael Schumacher Foto: xpb 52 Bilder

Nach der guten Vorstellung beim Test in Barcelona steigt der Optimismus bei Mercedes. Michael Schumacher peilt einen Podiumsplatz beim Formel 1-Saisonauftakt in Australien an.

Mercedes ist in diesem Testwinter schon oft totgesagt worden. Überraschende Bestzeiten wechselten sich zuletzt häufiger mit schwachen Zeiten ab. Die Silberpfeile waren selbst für Experten nur schwer zu lesen. Nach der Barcelona-Woche weiß aber mittlerweile auch die Konkurrenz: Mercedes gehört in den Kreis der Titelkandidaten.

Schumi: "Sehen uns nicht als Favorit"

"Uns ernst zu nehmen, ist nicht allzu verkehrt", gibt sich Schumacher selbstbewusst. "Ob man uns als Favoriten sehen muss? Wir haben glaube ich schon am Anfang gesagt, dass wir uns nicht in dieser Position sehen."

Mit der absoluten Bestzeit am Freitag (11.3.) kann sich der Silberpfeil aber zumindest schon als Testmeister fühlen. Schumacher war in der Früh drei Zehntel schneller als Fernando Alonso und hatte dabei noch die langsameren Reifen drauf. "Die Zeit, die wir gefahren sind, war nicht so schlecht. Das muss man mal festhalten", grinste Schumacher anschließend zufrieden.

Rosberg von Heckflügel-Problem gebremst

Teamkollege Nico Rosberg bestätigte die Konkurrenzfähigkeit des Silberpfeils am Nachmittag. Er blieb zwar eine halbe Sekunde langsamer als der Teamkollege, die Strecke war dabei aber sicher nicht schneller. Außerdem funktionierte der verstellbare Heckflügel nicht. Unter gleichen Bedingungen kann der Youngster sicher genauso schnell fahren.

"Das Auto hat sich deutlich besser angefühlt", freute sich Rosberg anschließend. "Ich bin sehr zufrieden mit der Situation." Teamkollege Schumacher pflichtet bei. "Das Auto hat sich stetig weiterentwickelt. Wir haben ja auch vorausgesagt, dass wir Schritt für Schritt zulegen können. Das haben wir hiermit bestätigt."

Schumacher "definitiv optimistischer"

Ganz sicher konnte man sich aber auch bei Mercedes bis zuletzt nicht sein, dass die Zahlen des Simulators auch auf der Strecke ankommen. "Das war ja im letzten Jahr nicht immer der Fall", erinnert Schumacher. "Also arbeiten wir auch was die Entwicklung angeht in die richtige Richtung. Das macht mich sehr zuversichtlich."

Schumacher gibt zu, dass er nun "definitiv optimistischer" in den Flieger nach Australien steigt. Als Siegkandidat sieht er sein Auto aber noch nicht. "Ich gehe mal davon aus, dass nicht alle die Karten völlig aufgedeckt haben. Wenn wir in Australien vorne ein Wörtchen mitreden, dann wären wir nicht unzufrieden."

"Podium wäre tolles Resultat"

Schumacher lässt sich nicht unter Druck setzen. Der 42-Jährige ist vorsichtiger als noch im Vorjahr, obwohl die Ausgangslage ungleich besser erscheint. "Unser realistisches Ziel ist nach wie vor unverändert. Wenn wir ums Podium fahren können, dann sind wir schon sehr weit mit dem, was wir uns vorgenommen und erarbeitet haben. Das wäre ein tolles Resultat. Bis dahin ist aber noch ein weiter Weg. Da liegt noch viel Arbeit vor uns."

Nachdem Rosberg am Freitag außerplanmäßig noch eine Stunde im Trockenen fahren durfte, wird Schumacher nun dafür am Samstag ebenfalls noch einmal im Auto sitzen. Der Rekordchampion will sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Fahrpraxis im Regen zu sammeln. Immerhin könnte es in Australien oder Malaysia auch feucht werden.

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