Michelin-Motorsportchef

Reifenproblem wieder möglich

Foto: dpa

Michelin-Motorsportdirektor Pierre Dupasquier schließt erneute Reifenprobleme wie beim Skandalrennen von Indianapolis nicht aus. "Wir tun sicherlich alles, dass so etwas nicht wieder vorkommt, aber versprechen kann ich das nicht", sagte der Franzose in einem Interview mit der "Bild am Sonntag".

Er verteidigte zum wiederholten Mal die Anweisung Michelins an seine sieben Teampartner, beim Großen Preis der USA aus Sicherheitsgründen nicht zu starten: "Wenn wir in Indianapolis gefahren wären, dann wären wir Verlierer gewesen. Aber so stand die Sicherheit der Fahrer im Vordergrund." Deshalb sei die Entscheidung richtig gewesen.

Beim USA-Grand-Prix am 19. Juni waren lediglich die drei mit Bridgestone ausgestatteten Teams Ferrari, Jordan und Minardi gefahren. Michael Schumacher (Kerpen) gewann das Rennen. Sein Bruder Ralf hatte im Toyota im Training wegen eines geplatzten Michelin-Reifens einen schweren Unfall. Bei anderen Boliden waren ebenfalls schwere Schäden an den französischen Pneus aufgetreten.

Achtes Team mit Michelin-Reifen

Michelin ist für einen dritten Reifen-Hersteller in der Formel 1. "Wir wollen uns auf oberster Ebene mit den Besten messen", sagte Dupasquier. Dagegen plädiert der Präsident des Internationalen-Automobil-Verbandes (FIA), Max Mosley, für nur noch einen Reifen- Lieferanten, um die Kosten zu senken.

Dupasquier bestätigte, dass kommende Saison ein achtes Team mit Michelin-Reifen fahren wolle: "Ich sage Ihnen aber nicht, welches. Unsere Philosophie geht aber in eine andere Richtung. Es ist möglich, dass wir nächstes Jahr ein oder zwei Teams weniger ausrüsten."

Für die Zukunft kündigte der 68-Jährige luftlose Formel-1-Reifen an. "Wir entwickeln bereits parallel zwei Reifen ohne Luft", sagte er. Es dauere aber noch einige Jahre, bis dieser Typus ausgereift sei. Im Zusammenhang mit der Reglementdiskussion plädierte der Franzose für eine Rückkehr zu breiten Slicks. Profillose Reifen wurden 1998 durch Rillenreifen ersetzt.

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