Formel 1: Michelin als Reifenausrüster

Ja zur Formel 1, aber nur gegen Geld

Michelin Slicks Foto: xpb 17 Bilder

Die Formel 1 steht vor einem Problem. Elf Monate vor dem Start der WM-Saison 2011 gibt es noch keinen neuen Reifenhersteller, der Bridgestone ablöst. Michelin bekundet Interesse, will aber Geld. Die Leidtragenden wären die Teams.

Bei dem Treffen der Formel 1-Teamchefs mit Bernie Ecclestone zwischen den beiden Trainingssitzungen am Freitag in Sepang ging es nur um ein Thema: Die Reifenversorgung für die kommende Saison.

Bridgestone-Rückkehr unsicher

Bridgestone zieht sich Ende 2010 zurück, und hat diese Entscheidung kürzlich auch noch einmal bekräftigt. Auch wenn Insider immer noch daran glauben, dass die Japaner weitermachen könnten, wenn die Teams für die Reifen bezahlen und sich mit deutlich weniger Reifensätzen pro Wochenende zufrieden geben, müssen die Verantwortlichen der Formel 1 nach Ersatz Umschau halten. Auf eine vage Möglichkeit kann man sich nicht verlassen.

Die Rettung könnte von Michelin kommen. Der französische Hersteller, der Ende 2006 ausgestiegen war, hat Interesse bekundet in die Formel 1 zurückzukehren. Allerdings wollen die Franzosen die Konditionen bestimmen. Danach würden auf die Teams empfindlich höhere Kosten und Einschränkungen bei den Einnahmen zukommen.

Michelin: Reifen nur gegen Bezahlung

Ecclestone hat die Teams offenbar darauf vorbereitet, dass Michelin seine Reifen nur gegen Bezahlung bereitstellt. Experten glauben, dass dabei je nach Reifenmenge Kosten zwischen zwei und fünf Millionen Euro pro Team entstehen könnten. Außerdem will die Marke aus Clermont-Ferrand auch Werbeflächen auf den Rennstrecken. Natürlich gratis.

Als Alleinunterhalter kann man seiner Kundschaft die Bedingungen diktieren. Der Betrag, den diese Werbeflächen kosten würden, ginge von den Gesamteinnahmen der Rechteinhaber ab, was im Endeffekt bedeutet, dass die Teams weniger ausbezahlt bekämen. Das Dilemma kann nur durch Wettbewerb gelöst werden. Dann bestimmt der Markt den Preis. Michelin wäre Konkurrenz Recht. Die Franzosen hatten seit Einführung des Reifenmonopols ab 2007 nie großes Interesse an der Ausschreibung gezeigt.

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