Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021 Motorsport Images
Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021
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Mick Schumacher: Steile Lernkurve bei Bahrain-Test

Steile Lernkurve bei Mick Schumacher „Könnte schon morgen Rennen fahren“

Mick Schumacher zeigte sich nach seinem ersten richtigen Testtag geradezu euphorisch. Der Rookie fühlt sich schon bereit für sein Renndebüt. Nur ein kleiner Patzer beim Boxenstopp am Ende der Session trübte die Freude.

Wegen eines Problems mit der Hydraulik musste Mick Schumacher beim Auftakt am Freitag nach nur 15 Runden wieder aus dem Auto steigen. Beim zweiten Anlauf am Samstag (14.3.) konnte der Youngster seinen neuen Dienstwagen nun endlich einmal richtig kennenlernen. Am Ende der Session standen satte 87 Runden auf dem Zähler.

Teamchef Guenther Steiner zeigte sich entsprechend zufrieden: "Wir haben das geplante Programm voll durchbekommen. Wir wollten beiden Piloten so viele Runden wie möglich geben. Eigentlich hatten wir mit deutlich mehr Problemen oder kleinen Fehlern gerechnet. Aber die beiden Jungs sind perfekt vorbereitet. Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht. Und auch das Feedback in den Briefings ist sehr gut."

Nikita Mazepin begann den Tag in der Früh mit ein paar kurzen Runs, um das Setup nach seinen Wünschen zu verfeinern. Dann stand eine Quali-Simulation auf dem Programm, gefolgt von einer Rennsimulation und Boxenstopp-Übungen. Nach der Mittagspause kopierte Schumacher einfach den Plan des Teamkollegen.

"Die meisten Fortschritte machen wir aktuell, in dem wir die Piloten einfach fahren lassen. Wir müssen ihnen so viele Kilometer wie möglich im Cockpit geben. Sie müssen sich an die Reifen gewöhnen und wissen, wie man das meiste rausbekommt", erklärt Steiner die Taktik.

Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021
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Mick Schumacher war bei einem vergleichbaren Programm schneller als sein Teamkollege. Allerdings musste Mazepin am Vormittag ran, als die Strecke weniger Grip bot.

Rückstand beim Test zweitrangig

Dass am Ende mehr als 2,5 Sekunden Rückstand auf die Tagesbestzeit von Valtteri Bottas im Ergebnisblatt stand, kümmerte den Teamchef wenig. "Unser Programm war vom Timing her genau das Gegenteil von dem, was alle anderen gefahren sind. Man muss unterschiedliche Spritmengen, unterschiedliche Streckentemperaturen und unterschiedliche Motoreinstellungen einberechnen. Ich weiß nicht, was die anderen gemacht haben. Deshalb lässt sich nicht einschätzen, wie gut wir im Vergleich sind. Die zweieinhalb Sekunden bedeuten mir aktuell nichts."

Auch sein Schützling wollte den Abstand nicht überbewerten. Stattdessen genoss Schumacher seinen ersten richtigen Testtag in vollen Zügen. "Ich habe die Formel 1 ganz neu kennengelernt. Der Unterschied zur Formel 2 ist ziemlich groß. Ich bin richtig happy mit den Longruns. Der Reifen hat besser gehalten als in der Formel 2. Man kann als Fahrer richtig attackieren", schwärmte der Neuling.

Auch die Runs mit wenig Sprit und weichen Reifen klappten für den ersten Versuch schon ganz ordentlich: "Die Qualifying-Runden waren sehr spannend. Weil ich gestern nicht so viel gefahren bin, habe ich mich etwas schwer getan, direkt den Rhythmus zu finden. Aber am Ende konnte ich die Zeiten ganz gut runterdrücken."

Zeiten standen an diesem Samstag aber wie erwähnt nicht im Mittelpunkt. Für Schumacher ging es einfach darum, sich möglichst schnell an sein neues Auto zu gewöhnen. "Es ist einfach erstaunlich, wie schnell diese Autos sind, vor allem was die Kurvengeschwindigkeiten angeht", strahlte der 21-Jährige. "Mit der Servolenkung ist es deutlich weniger anstrengend als in der Formel 2 und man kann sich besser auf das Fahren konzentrieren. Es macht auch Spaß mit den vielen Einstellmöglichkeiten am Lenkrad zu spielen, die sich direkt auf das Verhalten des Autos auswirken. In der Formel 2 musste man mit dem auskommen, was man hatte. Da konnte man nichts am Lenkrad verstellen."

Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021
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Schumacher zeigte sich geradezu euphorisch. "So schnell wird mir die Formel 1 sicher nicht langweilig."

Schumacher bereit für Renndebüt

Große Baustellen gebe es nicht mehr. Der Sitz könnte noch etwas gemütlicher sein. Und der Helm muss noch einmal angepasst werden. Aber sonst fühlt sich Schumacher bereits wohl hinterm Lenkrad: "Wenn morgen das erste Rennen wäre, dann wäre ich sofort bereit dafür. Das kann für mich gar nicht schnell genug kommen. Aber ich freue mich auch auf weitere Tests. Von mir aus könnten wir bis zum ersten Rennen einfach jeden Tag weiter testen."

Eine interessante Beobachtung machte der Rookie bei seinen ersten Runden im Verkehr: "Wenn man hinter einem anderen Auto herfährt, hat man einfach keinen Grip. Selbst wenn man zehn Meter früher bremst, hat man sofort ein stehendes Rad. Daran muss man sich gewöhnen. Und dann gibt es auch noch Unterschiede, hinter welchem Auto man liegt. Ich bin am Ende mal einem Mercedes hinterhergefahren, auch um mal zu schauen, was die so machen, dabei habe ich gemerkt, dass es einfacher war ihnen zu folgen als einem Williams."

Der Testtag hätte als voller Erfolg abgeschlossen werden können, wenn es am Ende nicht noch zu einer kurzen Schrecksekunde gekommen wäre. Beim Boxenstopp-Training in den Abendstunden erhielt Schumacher die Freigabe zur Abfahrt, obwohl an einem Rad noch gearbeitet wurde und sich der vordere Wagenheber vor dem Auto befand.

Der Haas kollidierte mit dem Wagenheber, der daraufhin einige Meter durch die Luft geschleudert wurde. Zum Glück kam keiner der Schrauber zu Schaden. "Der Mechaniker dachte, dass die Radschraube verkantet war und trotzdem wurde das grüne Licht angeschaltet. Zum Glück ist nichts passiert. Mick hat sehr schnell reagiert, als wir ihn über Funk zum Anhalten aufgefordert haben." Steiner konnte am Ende sogar scherzen: "Wir hatten in der Vergangenheit so viele verpatzte Boxenstopps, da war es gut, ihn darauf vorzubereiten."

Am Ende stellte Schumacher auch noch ein Detail klar, das ihm vor dem Einstieg in die Königsklasse offenbar sehr wichtig war. In der Namensliste am Rand des TV-Bildes wird der Haas-Pilot künftig unter dem Kürzel "MSC" antreten – genau wie früher sein Vater. "Ich wollte das Kürzel MSC unbedingt haben. Ich habe dazu eine sehr emotionale Verbindung. Und ich denke, dass es auch für viele Fans schön ist, wenn das alte Kürzel wieder in der Zeitenliste auftaucht."

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