Midland F1

Die Russen kommen

Foto: Midland 9 Bilder

Er trägt den gleichen Namen wie ein amerikanisches Maschinengewehr, aber der Midland M16 ist offiziell der erste russische Formel 1-Bewerber in der Motorsportgeschichte.

Midland startet auf Wunsch von Teambesitzer Alex Shanider, einem Kanadier mit russischen Wurzeln, mit russischer Lizenz. Nichtsdestotrotz wurde der neue M16 von britischen Ingenieuren im englischen Silverstone entwickelt. Teamchef Colin Kolles betont, dass beim neuen Renner nichts aus dem Nachlass des Ende 2004 aufgekauften Jordan-Teams übernommenen wurde: "Der M16 ist ein hundertprozentiges Produkt von MF1 Racing." Kolles räumt aber ein, dass die Erfahrungen mit dem letztjährigen Jordan EJ15B in die Entwicklung eingeflossen seien.

Nach dem Ausbluten der Jordan-Technikabteilung übertrug Kolles dem weitgehend unbekannten Engländer James Key die Aufgabe, das Auto zu entwerfen. Zeitweilig waren von 200 Angestellten des ehemaligen Jordan-Teams nur noch 130 übrig. In der Technik-Abteilung sollen nach dem großen Exodus der Ingenieure in den schlimmsten Tagen nur noch sechs Angestellte geabreitet haben.

Wenig Überraschendes

Dementsprechend entstammt das neue Auto eher einem Rumpfprogramm als das es einen wirklichen Neuanfang bedeutet. Die Silhouette des Chassis entspricht weitgehend dem letztjährigen Jordan. Geblieben sind auch Motorenpartner Toyota und Reifenausrüster Bridgestone. Midland erhält die gleichen neuen V8-Motoren wie das Werksteam. Aerodynamisch sind dem M16 gegenüber dem Vorgänger ein paar Flügelchen (auf den Frontflügeln oder vor den Seitenkästen gewachsen, ansonsten zeigt das Auto wenig Überraschendes.

Vom früheren Gelb ist nichts geblieben. Die neuen Teamfarben sind Rot, Silber und Weiß. Der M16 wird seinen ersten Rollout am Freitag (4.2.) in Silverstone haben. Ab 7. Februar ist ein viertägiger Test im spanischen Jerez geplant.

Colin Kolles: "Bleiben realistisch"

Was den Kampf eines Privatteams gegen die besten Autohersteller der Welt betrifft, bleiben wir realistisch. Unser Ziel für 2006 ist es, stetige und sichtbare Fortschritte gegenüber der Konkurrenz zu erzielen." Technische Experimente sind vom MF1-Team nicht zu erwarten. Abgesehen von zunehmendem Tempo soll die hohe Zuverlässigkeit der vergangenen Saison erhalten bleiben.

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