Millionenforderungen gegen Hockenheimring

Foto: Wolfgang Wilhelm

Nach der Affäre um erhöhte Rechnungen beim Bau der Rennstrecke Hockenheimring gibt es nun Millionenforderungen eines Bauunternehmens gegen die Hockenheim-Ring Besitz GmbH.

Ein Gutachten habe ergeben, dass die neue Rennstrecke eventuell früher erneuert werden müsse als vorgesehen, sagte Geschäftsführer Georg Seiler am Dienstag in Hockenheim. Grund seien fehlende Leistungen beim Untergrund der Strecke. Das Geld für die geforderte Rechnung sei daher nicht gezahlt worden. Dagegen gehe die Baufirma vor.

"Die Strecke ist zwar absolut in Ordnung", betonte der Geschäftsführer. Sie sei auch erfolgreich für Formel-1-Rennen abgenommen worden. Es müsse aber regelmäßig überprüft werden, ob eine Erneuerung erforderlich sei. "Das wäre eine klare weitere Verletzung der Herstellerpflicht", sagte Seiler. Nach Einschätzung des Anwalts der Hockenheim-Ring GmbH, Christian Gilcher, wird die Forderung des Bauunternehmens wegen des vorliegenden Gutachtens keine Chance auf Erfolg haben.

Überhöhte Rechnungen

Die Gemeindeprüfungsanstalt Baden-Württemberg hatte festgestellt, dass beim Ausbau der Rennstrecke überhöhte Rechnungen in Höhe von insgesamt 2,7 Millionen Euro gestellt worden waren. Die überhöhten Rechnungen von 1,5 Millionen Euro für den zweiten Ausbauabschnitt seien aber größtenteils noch nicht beglichen worden. Schon beim ersten Abschnitt hatten Firmen für Baumaßnahmen 1,2 Millionen Euro zu viel abgerechnet.

Wegen der Unregelmäßigkeiten hat die Hockenheim-Ring Besitz GmbH eine Zivilklage gegen ihren früheren Projektmanager eingereicht. Er sei auf Schadenersatz wegen Pflichtverletzung verklagt worden, sagte Anwalt Gilcher. Ihm werde vorgeworfen, die Rechnungen nicht ausreichend geprüft zu haben.

Betrugsverdacht

Die Gemeindeprüfungsanstalt hatte im Auftrag der Hockenheim-Ring Besitz GmbH die Bauleistungen überprüft. Gegen mehrere Firmenvertreter wird inzwischen wegen Untreue- und Betrugsverdachts ermittelt. Die Gesamtkosten für den Ausbau der beiden Abschnitte
belaufen sich auf rund 65 Millionen Euro.

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