Minardi PS05

Und er bewegt sich doch

Foto: Minardi

Der neue Minardi PS05 debütiert in Imola. Nach einem Wettlauf mit der Zeit hat das kleinste Formel 1-Team das Auto rechtzeitig zum Heimspiel fertiggestellt und die erste Ausfahrt unternommen. Der neue Renner soll künftig Jordan das Leben schwer machen.

Bei Minardi spricht man von einem Wunder. Die kleine Truppe aus Faenza stand seit Saisonbeginn schwer unter Druck, das neue Auto zum Rennen in Imola (24.4.) rennfertig auf die Räder zu stellen. Im schlimmsten Fall wäre man ohne jeden Test mit zwei neuen PS05 nach Imola gereist. Doch immerhin war ein Chassis rechtzeitig fertig, um wenigstens einen ersten Rollout zu absolvieren.

Am Freitag (15.4.) ging Christijan Albers in Mugello erstmals mit dem PS05 auf die Strecke. Der Niederländer fuhr 39 Runden mit einer Bestzeit von 1:26,530 Minuten. Damit war er ohne jede Abstimmungsarbeit lediglich viereinhalb Sekunden langsamer als rubens Barrichello im Ferrari.

Paul Stoddart: "Ein großer Tag"

Minardi-Chef Paul Stoddart platzte fast vor stolz: "Das ist ein großer Tag für jeden bei Minardi." Das Auto fuhr rund 200 Kilometer ohne Probleme. Das zweite Chassis wird allerdings erst zum ersten Training in Imola einsatzbereit sein.

Der PS (für Paul Stoddart) 05 ist der erste wirklich neue Minardi seit 2002. Aus Geld- und Personalmangel verzögerte sich die Entwicklung bis ins Frühjahr. Während Paul Stoddart vor Monaten noch großspurig verkündete, sein Auto sei so revolutionär, wie es die Formel 1-Welt noch nie gesehen habe, schlug der Australier zuletzt deutlich leisere Töne an.

50 PS Zuwachs

Der PS05 fällt durch eine ausgefeilte Frontflügel-Konstruktion und seine Seitenkästen auf. Die hat der Formel 1-Zirkus schon sehr ähnlich bei Renault gesehen. Bemerkenswerte Details sind die großen und weit vorn angeordneten Luftauslass-Kamine und die weit nach hinten ragenden Auspuffendrohre.

Die wichtigste Neuerung ist der Motor. Der bisherige Zehnzylinder von Cosworth stammt noch aus der Saison 2002 und leistet kaum mehr als 800 PS. Das aktuelle Cosworth-Aggregat ist 50 PS stärker, passte aber ins PS04-Chassis nicht herein. "Der neue Motor ist deutlich kräftiger und spricht besser an", lobt Christijan Albers. Albers fuhr beim Rollout exakt den gebrauchten Motor, mit dem Red Bull-Fahrer Christian Klien in Melbourne und Sepang zwei Mal in die Punkte gefahren war.

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