Daniil Kvyat - GP Monaco 2017 xpb
Lance Stroll - Williams - GP Monaco - Formel 1 - 25. Mai 2017
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Lance Stroll - Williams - GP Monaco - Formel 1 - 25. Mai 2017
Esteban Ocon - Force India - Formel 1 - GP Monaco - 25. Mai 2017 97 Bilder

Monaco einfacher als früher

Ultimative Prüfung für die Fahrer?

Die Pole Position in Monte Carlo war immer wie ein Orden. Sie belohnte einen Höllenritt mit viel zu schnellen Autos auf einer viel zu engen Strecke. Doch Monaco ist nicht mehr mit früher zu vergleichen. Manche sprechen von einer Autobahn.

Früher war es die Nordschleife auf dem Nürburgring. Nach 1977 übernahm Monte Carlo diese Funktion. Die ultimative Herausforderung für einen Formel 1-Piloten. Nelson Piquet verglich den Höllenritt durch die Stadt einmal mit „Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer“. Genauso muss es sich angefühlt haben, als in der Turbo-Ära der 80er Jahre die Motorleistung auf über 1.000 PS stieg.

Da fuhren viel zu starke und schnelle Autos auf einer viel zu engen Rennstrecke. Nico Hülkenberg hat kürzlich die Renault Turbo-Monster RS01 und RS40 in Paul Ricard bewegt. „Ich hätte damit nicht in Monte Carlo fahren wollen, Das muss grausam gewesen sein. Die Schaltung so hakelig und unpräzise, das Turboloch so groß. Und dann fast die halbe Runde nur eine Hand am Lenkrad. Sie waren viel langsamer als unsere Autos, aber doch eine Herausforderung. Einfach auf eine andere Art.“

Monaco 10 Sekunden schneller als 1986

1986, am Höhepunkt der Turbo-Ära fuhr Alain Prost den McLaren-Porsche auf seiner Pole Position-Runde mit einer Zeit von 1.22,627 Minuten um den damals 3,328 Kilometer langen Kurs. Das entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 144,999 km/h. 31 Jahre später stellte Kimi Räikkönen mit einer Zeit von 1.12,178 Minuten und einem Schnitt von 166,438 km/h einen neuen Monaco-Rekord auf.

Mehr als 10 Sekunden Fortschritt auf einer nahezu gleichen Strecke. Was muss das erst für ein Ritt auf der Rasierklinge für Räikkönen und seine Kollegen gewesen sein? Das Gegenteil ist der Fall.

Natürlich sind die Qualifikationsrunden der 20 aktuellen Piloten immer noch ein Zeugnis höchster Fahrkunst. Wer den Speed durch die Tabakkurve und die erste Schwimmbad-Schikane direkt an der Strecke mit erlebt, oder wie sich die Fahrer mit 270 km/h den steilen und gewundenen Anstieg zum Casino hochschrauben, der kommt mit offenem Mund ins Fahrerlager zurück.

Der neue Formel 1-Chef Ross Brawn gestand: „Ich habe noch nie so direkt an der Strecke gestanden. Der Speed ist unglaublich. Wenn wir das überall und für alle transportieren könnten, dann hätten wir kein Problem die Formel 1 zu vermarkten.“

Vom Stadtkurs zur echten Rennstrecke

Und doch gibt es mittlerweile Stimmen, die bei Monte Carlo von einer Autobahn sprechen. Der neue Asphalt bietet noch mehr Grip als der alte, und er hat wieder ein paar Bodenwellen glattgebügelt. „Der schlimme Buckel beim Anbremsen der Hafenschikane ist jetzt weg“, atmete Felipe Massa auf.

Genau das ist der Punkt, kritisiert Martin Brundle. „Monte Carlo ist gar kein echter Stadtkurs mehr, sondern eine richtige Rennstrecke. Die Autos liegen wie auf Schienen. Du siehst kaum noch Bewegung in ihnen, weil die Strecke glatt wie ein Parkettboden ist oder die Autos so viel Abtrieb haben, dass sie alles schlucken. Die schnelle Schikane am Schwimmbad ist eine Gerade geworden. Immer noch spektakulär zum Schauen, aber fahrerisch nicht mehr so interessant.“ Christian Danner ergänzt: „Früher war das noch eine echte Schikane. Links und rechts stand die Mauer direkt an der Strecke. Da gab es keinen Spielraum für Fehler.“

Aus TV-Sicht ist inzwischen die zweite Schwimmbad-Schikane der spektakulärste Streckenteil, obwohl sie 100 km/h langsamer ist als die erste. Weil sich dort die Fahrer um Millimeter an der inneren Leitplanke vorbei pfeilen. Manche haben sie auch berührt. Erstaunlich oft ohne Folgen. „Die Aufhängungen müssen wirklich stabil sein. Früher hättest du dir dabei ein Rad abgeschlagen“, wunderte sich Brundle.

Monaco hat seinen Schrecken nicht verloren, doch er ist kleiner geworden. Das zeigt die Zahl der Unfälle. Nur für Lance Stroll, Esteban Ocon, Stoffel Vandoorne und Marcus Ericsson endete die Gratwanderung in der Leitplanke. Kollisionen nicht mitgerechnet. Früher produzierte der Klassiker mehr Schrott. Man mag jetzt darüber streiten, warum das so ist: Sind die Autos perfekter geworden, die Fahrer besser ausgebildet, die Rennstrecke nicht mehr so schwierig wie früher? Wahrscheinlich ein Mix aus allem.

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