Monaco-Kampf im Mittelfeld

Force India fehlt noch Speed

Force India - GP Monaco 2018 Foto: xpb

Esteban Ocon und Sergio Perez gehen mit gemischten Gefühlen in das Monaco-Wochenende. Der eine ist eher optimistisch, der andere eher pessimistisch. Noch fehlt es Force India an Speed, um das Mittelfeld anzuführen.

Es ist noch nicht das Jahr von Force India. Die Teamführung rief vor dem Saisonstart den vierten Platz in der Team-WM als Ziel aus. Nach fünf Rennen ist es der siebte Rang für den Rennstall mit Sitz in Silverstone. In drei der fünf Grands Prix punktete Force India. In Bahrain und Barcelona gab es nur kleine Punkte. In Aserbaidschan durch das Podest von Sergio Perez mit 15 Zählern die meisten.

Doch ansonsten fehlen die Highlights. 18 WM-Punkte sind zu wenig für die gewachsenen Ansprüche. Zum selben Zeitpunkt 2017 waren es schon 53. Renault und McLaren sind schon enteilt. Das Problem ist das Auto. Dem VJM11 fehlt es an Anpressdruck. Obwohl die Entwicklungen der letzten Wochen die Probleme linderten. „Bei den Tests war das Auto noch am schwersten zu fahren“, berichtet Esteban Ocon. „In Melbourne war es auch noch schwer. Seit Bahrain verbessern wir uns aber stetig. Immer wenn wir rausfahren, gewinnen wir neue Erkenntnisse und machen das Auto besser.“

Barcelona-Motor wieder im Auto

Esteban Ocon - GP Spanien 2018 Foto: xpb
Esteban Ocon musste seinen Force India in Barcelona mit einem Problem abstellen.

Der Franzose ist optimistisch gestimmt für das Rennwochenende in Monte Carlo. Aus verschiedenen Gründen. Erstens, weil dem 3,337 Kilometer langen Kurs die langgezogenen und schnellen Kurven fehlen. „In langsamen Ecken nutzen wir unser Auto besser.“ Zweitens, weil das Team weitere Updates an den VJM11 schraubt. Drittens, weil er in Barcelona ohne den Abfall des Öldrucks und den damit verbundenen Ausfall aus eigener Sicht in den Punkten gelandet wäre. Ist der Motor dabei beschädigt worden? „Die Sicherheitsmechanismen haben rechtzeitig gegriffen, sagen die Daten. Wir werden den Motor nachher anwerfen und hoffentlich passt alles. Es ist geplant, dass ich mit dem Motor zumindest das erste Training fahre“, sagt Ocon.

Teamkollege Sergio Perez ist eher pessimistisch gestimmt. „Barcelona ist für gewöhnlich eine gute Referenz für Monaco. Vor allem durch den letzten Sektor. Und dort hatten wir Schwierigkeiten. Speziell am Kurveneingang. Ich hoffe, wir ziehen die richtigen Schlüsse und steigern uns für Monaco“, äußerst sich der Mexikaner.

Im dicht gestaffelten Mittelfeld sieht der 28-Jährige aus Guadalajara sein Team nach wie vor im Hintertreffen. „Zwischen HaasF1, Renault, McLaren und uns liegt nicht viel. Aber ich sehe uns am Ende dieser Gruppe. In Barcelona haben wir auch von den Problemen der anderen profitiert. Sonst wäre es schwierig geworden, zu punkten. Ich glaube jedoch, dass wir sie im Verlauf der Saison überholen können. Es hängt so viel von den Upgrades ab. Wenn wir da nur einmal richtig zuschlagen, sind wir vorbei.“

Noch hat Force India nicht alle Neuteile zu einem Paket zusammengestellt. Den neu entwickelten Frontflügel fuhr man noch bei keinem Rennen. Weil zu viel Anpressdruck an der Fahrzeugfront das noch zu lose Heck weiter schwächen würden. Stichwort Balance. „Wir müssen noch zu viele Kompromisse eingehen, um das Auto zu balancieren“, sagt Perez.

Rekordzeiten für Monaco erwartet

Start - Formel 1 - GP Spanien 2018 F1 Speed-Vergleich 2017/2018 Mittelfeld holt nur langsam auf

Sollten sich das Kräfteverhältnis aus Barcelona auf den Stadtkurs im Fürstentum übertragen, wäre HaasF1 der Favorit im Mittelfeld. Teamchef Guenther Steiner hält den Ball flach. „Wir haben ein gutes Auto. Ohne große Schwächen und ohne die eine große Stärke. Es ist einfach gut. In Spanien waren wir klar die Nummer vier im Feld. Hier sollten wir zwischen vier und sechs liegen. Je nachdem, wie gut wir das Setup treffen.“

Die beiden Force India erwarten für das Wochenende Rekordzeiten. Das liegt am neuen Asphalt zwischen den Kurven 7 und 15 sowie 19 und 1, sowie laut Ocon an einer kleinen Änderung der Rechts-Links-Kombination nach der Schwimmbad-Schikane. Und vor allem an Pirellis neuem Hypersoft-Reifen. „Die Rundenzeiten sollten zwischen einer Sekunde und 1,5 Sekunden fallen“, glauben die Fahrer.

In Monaco kann der Fahrer noch den Unterschied machen. Doch zu viel Übermut wird schnell bestraft. Ocon erfuhr es 2017 leidvoll im dritten Training. „Man muss hier nicht im Training der schnellste sein. Dafür gibt es keine Punkte. Dieses Mal will ich es langsamer angehen und im ersten Training vorsichtig anfangen, mich im zweiten steigern, im dritten mich weiter den Mauern nähern und im Qualifying dran sein, ohne einzuschlagen.“

Auch Perez verfolgt die Marschroute, das Selbstvertrauen langsam aufzubauen. Dafür braucht es aber auch das passende Auto und die passenden Schritte beim Setup. „Liegst du einmal daneben und hast eine schlechte Session, wirkt sich das sofort negativ auf dein Selbstvertrauen aus.“

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